Maler, Kunsttheoretiker und Kunstpädagoge Jurij Selan vereint in seinem Malzyklus Gore seine beiden zentralen Tätigkeitsbereiche. Er hat eine Serie geschaffen, die eine Hommage an die slowenische Alpenlandschaft ist und zugleich eine malerische Reflexion über grundlegende Fragen der künstlerischen Form.
Der Zyklus Gore wird in der Ausstellung im Gläsernen Atrium des Rathauses präsentiert – die Eröffnung findet heute statt und die Ausstellung ist bis 10. September zu sehen.
Jurij Selan, Blick vom Tosc auf Vernar und Triglav, Acryl auf 600 g Aquarellpapier, 56 x 76 cm. Foto: Stekleni atrij
Jurij Selan, Blick vom Tosc auf Vernar und Triglav, Acryl auf 600 g Aquarellpapier, 56 x 76 cm. Foto: Stekleni atrij
Beide Bereiche sind sozusagen das heimische Terrain des Künstlers. In die Bergwelt kehrt er als leidenschaftlicher Wanderer und Beobachter der Natur regelmäßig zurück, während ihn zugleich das Beschäftigen und Nachdenken über die künstlerische Form, insbesondere die Farbe als grundlegendes Bauelement des Bildes, ständig beschäftigt.
Wie die Kuratorin und Kunsthistorikerin Bernarda Stenovec zur Ausstellung schreibt, fügt sich der ausgestellte Zyklus in die reiche Tradition der slowenischen Landschaftsmalerei ein und bereichert sie zugleich auf originelle Weise. Wie sie feststellt, betont Selan in seinen Werken die grundlegende künstlerische Tatsache, dass abstraktes und realistisches Bild denselben gemeinsamen Ausgangspunkt haben, der sich nur unterschiedlich manifestiert, nämlich die Farbfläche. "Mit einem Luftblick von oben, von einem Berggipfel oder Grat aus, malt er mit aufmerksamer Beobachtung äußerst präzise die malerischen Ausblicke des slowenischen Hochgebirges. Aus der Ferne wirken die Szenen ausgesprochen realistisch, bei näherem Hinsehen offenbaren sie sich als Netzwerk eigenständiger Farbflächen, die wie eine abstrakte Komposition wirken," lesen wir in ihrem Begleittext zur Ausstellung.
Motivisch sind die ausgestellten Bilder somit eine Hommage an die slowenische Alpenwelt, die er so gerne in seiner Freizeit besucht, zugleich aber, wie Bernarda Stenovec schreibt, "eine malerische Reflexion, in der sich die Tradition des Landschaftsmotivs und die persönliche Raumerfahrung des Autors kreativ mit seiner außergewöhnlichen visuellen Sensibilität und den grundlegenden Fragen der künstlerischen Form verflechten".
Dr. Jurij Selan schloss 2005 an der Akademie für Bildende Kunst und Design das Studium der Malerei unter der Mentorschaft von Prof. Herman Gvardjančič, Prof. Dr. Jožef Muhovič und Prof. Branko Suha ab und promovierte 2011 bei Muhovič auch in Kunsttheorie. Seit 2012 lehrt er Kunsttheorie am Fachbereich für Kunstpädagogik der Pädagogischen Fakultät, wo er seit 2016 auch das Amt des Prodekans für Qualität und künstlerische Tätigkeit ausübt. Seit 2012 ist er Vorsitzender der staatlichen Fachkommission für die allgemeine Matura in Kunsttheorie.
Am Mittwoch, dem 26. 8., um 17.00 Uhr findet im Rahmen der Ausstellung ein Podiumsgespräch Kunst und Berge über Landschaftsmalerei statt, bei dem Jurij Selan und Bernarda Stenovec sprechen werden.
Quelle der Nachricht:
https://www.rtvslo.si/kultura/vizualna-umetnost/jurij-selan-poklon-alpski-krajini-ki-odpira-tudi-slikarski-premislek-o-barvi/789964