Parkirišče Erichhütte - Hochkönig (Königsjodler)
Ausgangspunkt: Parkirišče Erichhütte (1339 m)
| Breite/Länge: | 47,39164°N 13,04879°E |
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Wegname: Königsjodler
Gehzeit: 7 h 45 min
Schwierigkeit: extrem schwierig markiert Weg
Klettersteig: D
Höhenunterschied: 1602 m
Höhenunterschied entlang der Route: 1900 m
Karte:
Empfohlene Ausrüstung (Sommer): Helm, Klettersteigset
Empfohlene Ausrüstung (Winter): Helm, Klettersteigset, Eispickel, Steigeisen
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Anzahl der Kommentare: 10
Zugang zum Ausgangspunkt:
Durch den Karawankentunnel fahren wir nach Österreich und fahren dann weiter auf der Tauernautobahn. Weiter durch den Katschbergtunnel und später auch den Tauerntunnel, wir folgen der Autobahn Richtung Salzburg (auch Solnograd) nur bis zur Ausfahrt Bischofshofen, von wo aus wir auf der Vierspurstraße zum bereits genannten Ort weiterfahren. Von Bischofshofen folgen wir den Schildern nach Höchkonig und Dienten am Höchkonig. Die Straße beginnt anzusteigen und bringt uns zum Dientner Sattel. Vom Sattel fahren wir noch etwa 100 Meter auf der absteigenden Straße weiter, dann bemerken wir rechts die Parkbucht, auf der wir parken.
Beschreibung der Route:
Vom Parkplatz folgen wir den Markierungen „Erichhütte 30 min“ auf die für den Verkehr gesperrte Bergstraße. Die Schotterstraße, auf der wir aufsteigen, führt an Weiden mit schönem Blick auf die Hohen Tauern und die nahen Gipfel oberhalb der Hütte Erichhütte vorbei. Der Weg führt dann durch einen kurzen Waldstreifen, wo wir auch einen kleinen Bach queren. Im weiteren Verlauf verläuft der Weg wieder an Weiden bis zur Hütte Erichhütte auf der Alm Schönbergalm.
Von der Hütte gehen wir rechts den Markierungen „Königsjodler Klettersteig, Hochkönig“ folgend und steigen leicht auf grasigen Hängen nach Nordosten an. Der Weg bringt uns bald zu einer Abzweigung, wo wir links Richtung Hochkönig weitergehen, rechts führt der Weg zum Gipfel Taghaube (2159 m).
Im weiteren Verlauf steigt der Weg eine Zeit lang an vereinzelten Latschen empor, dann bringt er uns über einen etwas steileren grasigen Hang zu einer weiteren Abzweigung. Rechts geht der gesicherte Klettersteig zum Granlspitz (2307 m), wir gehen links zur Scharte Hochscharte.
Hier biegt der Weg leicht links ab und bringt uns von den grasigen Hängen auf steilere Felsflanken, die wir zunächst nach Norden queren. Nach der Querung biegt der Weg rechts ab und steigt zur Scharte Hochscharte empor. Auf diesem Abschnitt ist der Weg ziemlich bröckelig und eine kurze Leiter hilft uns, aber der Weg ist hier noch nicht besonders anspruchsvoll. In der Scharte gehen wir links weiter und nach kurzem Anstieg sind wir wieder an einer Abzweigung. Rechts zweigt der etwas leichtere Weg Nr. 432 ab, der zur Scharte Birgkarscharte und weiter zum Hochkönig oder Hoher Kopf führt. Wir gehen links weiter und der Weg bringt uns schnell zum Einstieg in den gesicherten Klettersteig Königsjodler.
Vor dem Einstieg in den Kletterteil rüsten wir uns mit Helm und Sicherungsgerät aus, empfehlenswert sind auch Kletterhandschuhe.
Im Anfangsabschnitt steigt der Weg steil am Stahlseil entlang der Grat zum Turm Flower Tower empor. Es folgt der Weg auf dem etwas exponierten Grat, auf dem wir dann auch steiler aufsteigen. Der Weg verlegt sich dann auf die linke Seite des Grats und es folgt die Querung steiler Wände zu einer engen Scharte (Schwierigkeit C/D). Die enge Scharte überwinden wir mit Hilfe des Stahlseils auf die andere Seite und es folgt ein steiler Aufstieg zum Turm Teufels Turm (Schwierigkeit C). Vom Turm steigen wir dann steil ab (Schwierigkeit C/D) und überqueren die Scharte unter uns auf einer Hängebrücke. Die Brücke besteht aus drei Stahlseilen, auf einem gehen wir, die anderen beiden dienen zum Festhalten und Sichern. Es folgt eine kurze Querung steiler Wände und ein steiler Abstieg, bei dem uns einige Haken helfen (Schwierigkeit C).
Nach dem Abstieg bringt uns der Weg auf einen etwas weniger exponierten und ungesicherten Abschnitt. Nach kurzem Anstieg ist der Weg wieder gesichert und es folgt der Aufstieg auf dem noch etwas weniger scharfen Grat nach oben, der uns zum nächsten Turm bringt (Schwierigkeit B/C). Es folgt ein kurzer Abstieg, dann queren wir mit Hilfe eines einzelnen Stahlseils (Flying Fox), das am benachbarten Turm befestigt ist, die Scharte unter uns. Falls wir keine geeignete Ausrüstung haben, können wir auch dem Weg folgen, der in die Scharte absteigt. Für die Querung der Scharte am Stahlseil wird eine Doppelschiene mit Seil empfohlen. Mit etwas Vorsicht ist es auch mit zusätzlichem Band möglich. Auf der anderen Seite der Scharte folgt wieder ein etwas weniger steiler Anstieg am Stahlseil. Der Weg bringt uns bald wieder auf den exponierten Grat (Teufels Hörndl). Nach einigen kurzen Auf- und Abstiegen (Schwierigkeit C) folgt ein etwas steilerer Aufstieg bis zum scharfen extrem exponierten Grat (Schwierigkeit C/D). Beim Aufstieg helfen uns auch einige Haken. Im weiteren Verlauf steigen wir noch kurz auf dem Grat auf, dann folgt der Abstieg in die Scharte. Ein etwas weniger steiler Weg bringt uns zu einer Abzweigung, wo rechts abwärts ein Notausstieg möglich ist. Der Abstiegsweg ist technisch weniger anspruchsvoll, aber wegen Bröckligkeit und spärlich angebrachter Sicherungen ist viel Vorsicht geboten.
An der Abzweigung, wo wir etwa auf halber Strecke des gesicherten Klettersteigs sind, gehen wir geradeaus weiter und steigen einen weniger steilen ungesicherten Hang empor, der uns zu einem der schwierigeren Abschnitte bringt. Es folgt ein ziemlich langer meist senkrechter Aufstieg (Schwierigkeit D) zum nächsten Turm Kummetstein. Auf diesem Abschnitt besteht auch Steinschlaggefahr. Etwas unter dem Gipfel des Turms befindet sich am Weg eine Gipfelbuchdose. Es folgt wieder ein kurzer Abstieg am Grat, von dem sich immer schönere Ausblicke eröffnen, vor allem zum Gipfel Hochkönig. Der Weg bringt uns in die nächste Scharte und verlegt sich auf die linke Seite des Grats. Es folgt noch ein sehr steiler Aufstieg (Schwierigkeit D), bei dem uns einige Haken helfen. Wenn wir wieder am Grat sind, wird der Weg für eine Weile etwas weniger anspruchsvoll (Schwierigkeit A/B). Es folgt der letzte steilere Aufstieg (Schwierigkeit C/D), dann wird der Weg allmählich leichter und bringt uns auf den Gipfel Hoher Kopf, wo der gesicherte Klettersteig endet. Auf dem Gipfel öffnet sich ein schöner Blick auch auf die Nordseite zum Gletscher und auf die anderen Berge in den Berchtesgadener Alpen, die auf der deutschen Seite der Grenze liegen.
Vom Gipfel gehen wir rechts weiter zum Gipfel Hochkönig, den wir vor uns sehen. Zuerst steigen wir etwas zur Scharte Birgkarscharte ab, wo eine Abzweigung ist.
In der Scharte gehen wir geradeaus weiter, rechts abwärts führt Weg Nr. 432 zurück zum Ausgangspunkt. Von der Scharte steigt der Weg zunächst leicht an, dann wieder leicht ab. Wenn wir unter die Hänge des Gipfels Hochkönig kommen, wird der Weg steiler und der Blick öffnet sich auf einen großen Teil des Gletschers unter den Hängen des Hochkönigs. Der mit rot-weißen Markierungen versehene Weg bringt uns über einen etwas steileren Hang zu einer Abzweigung auf der Nordseite des Gipfels. An der Abzweigung gehen wir rechts und es folgt nur noch ein kurzer leichter Anstieg zum Gipfel.
Der beschriebene Weg ist äußerst anspruchsvoll und nur für erfahrene Bergsteiger mit obligatorischer Sicherung und ausreichend Kraft in den Armen geeignet. Der Weg ist sehr lang, daher muss man auch gut konditioniert sein.
Der Abstieg kann zurück zur Scharte Birgkarscharte und dann abwärts auf Weg Nr. 432 erfolgen. Beim Abstieg ist große Vorsicht geboten, da der Weg sehr bröckelig und schlecht gesichert ist. Tiefer steigen wir leicht zur Scharte Hochscharte an, wo der Klettersteig Königsjodler beginnt. Von dort ab zur Hütte Erichhütte zurück zum Ausgangspunkt.
Der Abstieg ist auch über einen leichteren, aber deutlich längeren Weg über die Hütte Arturhaus möglich.

Entlang der Route: Erichhütte (1545m), Hochscharte (2283m), Teufelshörnln (2522m), Kematstein (2772m), Hoher Kopf (2875m), Birgkarscharte (2847m)
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Diskussion zur Tour Parkirišče Erichhütte - Hochkönig (Königsjodler)
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| gapo23. 08. 2012 |
Gestern haben wir drei diese Via Ferrata durchklettert. Die Beschreibung ist genau, der Parkplatz befindet sich etwa 300 Meter rechts vom Passgipfel (falls du im Dunkeln ankommst, suche nicht). Die Via Ferrata ist technisch nicht besonders anspruchsvoll (PERSÖNLICHE MEINUNG), aber ziemlich lang und allein der Aufstieg zum Beginn des Kletterteils kostet schon viel Kraft. Man braucht viel Wasser, da bis zur Hütte oben keine andere Wasserquelle als geschmolzener Schnee verfügbar ist, und das erst ganz unter dem Gipfel. Für den Aufstieg selbst braucht man ca. 2 Stunden bis zum Einstieg in den Kletterteil und dann noch mindestens 4 Stunden Klettern bis zum Gipfel (etwa nach zwei Dritteln und nicht in der Hälfte des Kletterteils ist ein Notausstieg bzw. vorzeitiger Abstieg möglich) und dann drei Stunden vom Gipfel unangenehmen steilen Abstiegs über Schutt (Freund ist ein bisschen weggerollt, aber nichts Ernstes)...hier wäre es sinnvoll, doch den längeren Weg über die Arturhaus-Hütte zu nehmen, wie der Autor im Beitrag beschreibt. Die Tour ist anstrengend vor allem, weil vom Ausgangspunkt aus Slowenien (Lesce) man gut zwei Stunden fährt, sodass man zu dieser Jahreszeit spätestens um 3:30 Uhr morgens von zu Hause los muss (vielleicht sinnvoll, in der Nähe zu übernachten). Man kann auch in der Hütte oben übernachten (mustergültig gepflegt, schöne Sanitäranlagen, Zimmer, sie haben sogar eine Waschmaschine). Vorher wäre es sinnvoll zu reservieren und am Anreisetag bis 17 Uhr einzutreffen, wenn sie die Reservierung halten. Preise in der Hütte moderat, Bier 3,7EUR. Kurz: viel Kondition und Wasser und einen ganzen Tag Zeit
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| nataša123. 08. 2012 |
Gapo - Hut ab!!! Ihr seid wirklich in exzellenter psychophysischer Kondition. Schon beim Anschauen der Fotos habe ich einen starken Adrenalinrausch gespürt... wie wäre es erst dort??!! Mich interessiert dein Gefühl, als du dich mit der Flying-Fox-Variante über den Abgrund abgeseilt hast? Muss man auch mit den Händen nachhelfen oder lässt man sich einfach fallen und landet an der Wand? Nochmals Glückwunsch an alle drei und viel Spaß bei weiteren Abenteuern.
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| gapo23. 08. 2012 |
Zwei von uns sind mit der Seilrutsche abgefahren, die zu klein war (das Seil ist ziemlich dick), deswegen lief es nicht flüssig und man musste stark mit den Händen nachhelfen, der Kumpel ist nur mit Karabiner am Gurt durchgegangen, aber man muss trotzdem mit den Händen ziehen - das ist aber die bessere Variante. Wenn du schon in einem Adrenalinpark warst, macht dir dieser Übergang keine Probleme, wenn du Angst hast, gehst du untenrum und umgehst den Abstieg.
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| vanja123. 08. 2012 |
Jetzt, wo big G. schon fast alles geschrieben hat, füge ich als Mitbeteiligter nur ein paar Dinge hinzu. Der Weg ist wirklich anspruchsvoll wegen der Länge. Ich bin nicht in der Form wie big G., auch nicht total verkümmert, aber es war sehr am Rande meiner Möglichkeiten. Den letzten Anstieg zur Hütte bin ich wie ein Zombie gegangen. GROSSPROBLEM ist die Flüssigkeitsversorgung, ich allein habe für Hin- und Rückweg 8 Liter getrunken. Dabei zu beachten, dass Gletscherwasser erst am Ende der Via Ferrata verfügbar ist. Mein Timex GPS hat 2500 Höhenmeter Aufstieg ausgerechnet (inkl. Abstieg). Wer wie ich die Via Ferratas wegen des Kletterns als Herausforderung sieht, soll lieber 3x zum Dachstein gehen. Wird viel zufriedener sein. Aussagekräftig ist schon die Angabe, dass bis zum Einstieg in die Ferrata gute zwei Stunden Stampfen und 1100 Höhenmeter sind.
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| nataša123. 08. 2012 |
Ich habe mir auch das Filmchen angesehen. Kann nicht glauben, wo sie den Weg hingeführt haben??!! Alles Gute auch an solche Experten, die sich sehr bemühen, es so versaut wie möglich zu machen.... Dann noch das Wasserproblem!? Für mich seid ihr echte Helden. Meiner Meinung nach bist du nach so einer Leistung nicht mehr derselbe, denn der erfahrungsbezogene Hintergrund ist nicht so klein. Jungs, was sagt ihr?
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| vanja123. 08. 2012 |
Jungs genau, so könntet ihr ein Mädel zwingen für Gesellschaft!
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| gapo23. 08. 2012 |
Nächstes Mal nehmen wir sie mit....
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| sla25. 08. 2024 09:10:40 |
Empfehle den Abstieg zur Hütte Arturhaus. Sonst zieht sich der Weg sehr in die Länge, ist aber landschaftlich schön und wir queren das Bergmassiv. Von der Hütte Arturhaus fährt ein Bus zurück zum Ausgangspunkt für den Preis eines Bieres (5,50 EUR). Der gesicherte Weg ist interessant, erfordert Armkraft, aber glücklicherweise gibt es die "fliegenden Eichhörnchen" nicht mehr.
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