Senaru - Gunung Rinjani (Tropski pristop / Tropical approach)
Ausgangspunkt: Senaru (590 m)
Wegname: Tropski pristop / Tropical approach
Gehzeit: 15 h
Schwierigkeit: schwierig markiert Weg
Höhenunterschied: 3136 m
Höhenunterschied entlang der Route: 3850 m
Karte:
Empfohlene Ausrüstung (Sommer): Lampe
Empfohlene Ausrüstung (Winter):
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Zugang zum Ausgangspunkt:
Das Dorf Senaru liegt im nördlichen Teil der Insel Lombok in Indonesien (östlich von Bali). Der Weg beginnt am Ende der Straße im Dorf Senaru.
Beschreibung der Route:
Der Pfad aus dem Dorf Senaru ist als tropischer Anstieg bekannt. Das Trekking-Abenteuer beginnt normalerweise spätvormittags im Rinjani-Trek-Zentrum am oberen Ende der Straße im Dorf Senaru auf ca. 600 m Höhe. Beim Eintritt in den Nationalpark muss man unterschreiben und die Gebühr zahlen (ca. 10 Euro pro Person/Tag). Aufgrund unserer späten Abfahrt war die erste Stunde des Anstiegs wirklich höllisch, bei Hitze und 100% Luftfeuchtigkeit. Der Pfad erreicht nach einer Stunde den Versorgungspunkt POS I auf 934 m ü. NN. In diesem Anfangsteil habe ich einen „organischen“ Wanderstock aus dem Dschungel gezogen, der mir die nächsten 3 Tage sehr nützlich war. Der Pfad steigt dann etwas steiler an und erreicht nach 2 Stunden POS II auf 1500 m, wo Gruppen üblicherweise für eine Mahlzeit und kurze Pause haltmachen. Die Temperatur ist hier erträglicher. Im Wald lungern zahlreiche Makakenaffen herum, die auf Essensreste lauern. Von hier an lichtet sich der Wald kaum merklich, aber es ist noch recht dunkel, da sich zu dieser Stunde auf dieser Höhe dichte Wolken sammeln. Bei Regen nicht die Baumstämme (und anderes Gestrüpp) anfassen, da ich auf einem Trek 85 km entfernt beim Aufstieg auf Gunung Agung auf Bali so eine Blutegel abbekommen habe. Jedenfalls endet der Wald nach 2 Stunden ab POS II abrupt, ohne Übergang zu Nadelbäumen. Hohes Gras und hin und wieder Büsche dominieren das Bild für die nächsten 5 Minuten bis POS III etwas über 2000 m. Der Pfad ist zunächst relativ flach, wird dann aber immer steiler, bis man den Kraterrand bei ca. 2640 m erreicht, wo man in Zelten übernachtet. Das Gebiet heißt Pelawangan I. Der Pfad zum Krater erinnert stark an den Weg zum Stol von Breginj, da der ferne Grat über eine Stunde sichtbar bleibt. Der Besuch des Kraterrands am selben Tag ist Pflicht, auch wenn die Luft nebliger ist als morgens. Vom Rand öffnet sich der Blick in den gewaltigen Krater von 6 km x 8,5 km, der 600 m tief zum riesigen türkisfarbenen Segara-Anak-See abfällt („Kind des Meeres“, benannt nach seiner meerähnlichen Farbe). Die Nacht hier oben ist kalt. Jemand aus unserer Gruppe ließ Essen vor dem Zelt, das eine Tier nachts aufessen kam und dabei seltsame Laute von sich gab. Am nächsten Tag spekulierten wir, ob es Hund, Affe oder Wild war. Während Vorgänge im Zelt normalerweise kein Geheimnis bleiben, blieb das draußen unerklärt. Hmm. Ok. Am nächsten Tag ging es vor Sonnenaufgang zum Kratergrat. Morgens ist die Luft klar, Sichtbarkeit am besten vormittags.
Nach Frühstück und Packen geht es 2 Stunden bergab zum See. Der Pfad ist stellenweise steiler und erfordert leichtes Klettern, daher technisch anspruchsvoll. Die Träger schaffen das aber mühelos in Flip-Flops mit 30-kg-Lasten auf einem Stab über einer Schulter. Auf dieser Hangseite beginnen bald Kiefern, tiefer unten wird das Gras höher. Der See bietet tolle Ausblicke, aber Müll in der Nähe störte uns. Die Parkverwaltung soll aber Reinigung angeordnet haben. Der Pfad folgt 20 Minuten dem Seeufer zum Campingplatz, links davon geht es 10 Minuten zu den heißen Quellen. Die heißen Quellen münden in zwei parallele Wasserfälle von wenigen Metern in zwei verbundene Becken mit 45°C warmem Wasser. Kleine Fische darin knabbern zunächst scheu, bei Ruhe aber schnell abgestorbene Haut von den Füßen ab.
Zum Pelawangan II dauert der Pfad 3 Stunden, startend rechts vom Campingplatz. Erste 1,5 Stunden nicht steil, aber viele Abzweigungen erschweren die Orientierung. An Abzweigungen immer rechts abbiegen, dann sofort links auf den unteren Pfad (zweimal wiederholen). Grund: Der unterste Pfad ist beschädigt und gefährlicher. Im flachen Teil einige Bachquerungen mit kurzen Betonbrücken. Dann erreicht man den steilen Kratergrat, der in Serpentinen zu Pelawangan II führt. Steil, aber gut gepflegt. Nur ein 2-m-Sprung erfordert Hände.
Pelawangan II liegt unter dem Gipfel am Zusammenfluss der Pfade vom See, Gipfel und Dorf Sembalun Lawang (d.h. Savannen-Anstieg). Ca. 2700 m hoch, hier übernachtet man. Affen mögen das Gebiet tagsüber bei Wärme, nachts kein Gepäck offen lassen.
Der Gipfelpfad startet um 2:30 nachts, dauert 3 Stunden. Ziel: Vor Sonnenaufgang oben sein. Steil und schrofig, für Ungeübte länger. Abstieg aber spaßig. Lampe meist Pflicht, außer Mondlicht wie bei uns (ich schaltete sie aus). Für viele der schwerste Teil, für mich der heiße Start aus Senaru. Drei Abschnitte: Erste Stunde steil-schröfig. Zweite Stunde flacher Grat. Dritte Stunde wieder steil-schröfig. Auf Grat und Gipfel windig, bei Temperaturen knapp über 0°C kalt. Mütze und Handschuhe mitnehmen. Gipfelblick grandios: Westen Gili-Inseln und Bali-Vulkan. Osten Sumbawa und Pfad bis Sembalun Lawang. Rückweg meist hier, 7-8 Stunden, 2600 m Abstieg.
Zusammengefasst: 7 Std. Senaru zu Pelawangan I (Tag 1). Abstieg See 2 Std. Aufstieg zu Pelawangan II 3 Std. (Tag 2). Gipfel 3 Std. (Tag 3 mit Abstieg Sembalun Lawang). Total 15 Std. ohne Pausen (einfach).
Beste Zeit für Rinjani: Trockenzeit Juni bis September.
Beschreibung und Fotos beziehen sich auf Bedingungen Ende Juni 2016.

Entlang der Route: POS I (934m), POS II (1500m), POS III (2027m), Pelawangan I (2641m), Danau Segara Anak (2009m), Hot springs | vroči vrelci (1980m), Pelawangan II (2701m)
Fotos:
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