| lynx17. 07. 2014 23:37:18 |
Mit /etwas/ Verspätung noch kurze Beschreibung der Wanderung durch Chartreuse Anfang Juni. Musste Urlaub verbrennen und war sowieso in Frankreich, Gelegenheit nutzen. In Belledonne noch massig Schnee, Plan A gecancelt. Übernachtet bei Kumpel in Grenoble, mit Karten ausgerüstet (Au vieux campeur) und Längsdurchquerung bis Chambery in vier Tagen geplant. Erster Teil ab Bastille (von VanSimms als Zitadelle beschrieben) abgeraten, Tour um einen Tag gekürzt und am Col du Coq gestartet. Von dort zwei Wege zum Hochplateau, erster Gipfel Dent de Crolles. Also vom Hahn zum Zahn oder bisschen umweg um interessante Höhle und Kamin oder direkter über Schuttbänder. Ganzer Bereich karstisch kalkig, keine Überraschungen. Weiterliegende Plateaus eben und meist grasig. Nach Norden querend am Grat bleibend. Schnee genau auf Schutthalden, ein kürzerer Abschnitt heikel, lohnte sich aber. Beim Namen Cheminée du paradis (Paradieskamin) auf Karte weißt du, gucken musst. Insgesamt nur ca. 10m, aber tolle Abwechslung bei schwach markiertem Weg (lokale Markierer ohne Sinn). Wegen vollgepacktem Rucksack zweimal fest, am Ende ohne geklettert und dann nachgezogen. Weiter Grat wieder ganz zahm, Blicke übers ganze Belledonne und riesiger Mont Blanc in Ferne. Kurz vorm nächsten Gratgipfel ab zur Bellefont-Scharte und langen Schneefeld runter zum Grund, Wasser nachgefüllt. Quellen studiert und keine Hirten (oder /Hunde-/Schäfer) noch da, aber hohe Temperaturen die Woche, keine Hütten, noch zwei Drittel vor mir. Langer Querpass über weite Weiden bis Plateau wieder abfällt und über mittleren Buckel höher weitergeht. Wieder ausgeprägter Karstteil, dann gleiche breite Wiese. Noch eine Hirtenhütte mit verschlossenem Bivak (grr) und Stunde zum Ziel, "Bivak" Cabane de l'Alpette direkt unter Mt Granier, das den ganzen Massiv mächtig abschließt. Endlich da, niemand, Lage herrlich. Auf Alm Hirtinnenhütte, gegenüber renoviertes Zimmer für Wanderer und Brunnen. Draußen alles für Feuer bereit, drin dasselbe, Holz, Ausrüstung. Oben geschlafen, Platz für mind. 10, locker 40 insgesamt. Sternenwarten umsonst — bisschen Mond, viel Lichterglanz aus Tälern, obendrauf Wolken. Bald französische Gruppe dazu von anderer Seite (1 Std. Gang). Nach Tag Einsamkeit überrascht. Klischees bestätigt. Morgens Start später wegen kurzer Nacht, Hitze blieb. Am Ende nur Rund um Mt Granier und ungefähre Route für nächsten Tag gecheckt. Gipfelteil fast flach ggü. unten und langweilig, aber gute Rundumsicht. Neben wörtlich tödlichem Einsturz 13. Jh. bekannt für Höhlenbären (Museum im Tal). Kurze Klettersteige von allen drei Seiten hoch. Letzter Tag vor 5 Uhr auf und gleich weiter. Abstieg mit bisschen Auf-/Abquerung, bald nur noch <20km Abstieg sichtbar Richtung See bei Chambery. Am Schluss zog's — wer mag heißes Asphalt? — aber effizient durch Stadt zur Bahn durch. Noch kurze Erkundung in Vercors (Veymont, Aiguille) geplant, ging aber auch nicht.
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