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Grand Roc Noir 3582m

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viharnik13. 07. 2012 22:43:10
Verbindende Touren zwischen Bergsteighütten oberhalb Lanslevillards gibt es reichlich, wenige Touren zu hohen Bergen ohne Gletscherbegegnungen, die sich jetzt unten schon in dunklen Firn verwandeln.
Aufgrund dieses Faktums und der Attraktivität des Berges, die mich schon vor Jahren anzog, entschloss ich mich, ihm entgegenzugehen. Der Berg liegt genau über Lanslevillard, seine O-SO-Hänge sind aus dem Tal nicht sichtbar, da der untere grasige Grat in 2400m den Blick versperrt.
Frühmorgens fahre ich zum Parkplatz Les Grattias 1810m, dann Stiefel an. Im Frühling, wenn der Tag kürzer ist, eignet sich Refuge du Vallonbrun 2270m gut als Ausgangspunkt, offiziell 2h 30min Gehzeit vom Parkplatz. Von der Hütte zum Gipfel noch beachtlicher Marsch, ca. 4-5 Stunden, je nach Bedingungen. Der Weg führt Richtung Denkmal La Pierre aux Pieds auf dem hohen grasigen Grat in 2750m. Überraschenderweise ist der Gipfel auch von dort noch weit entfernt und der echte Bergsteigweg beginnt erst danach. Weiter muss man ein gutes Gespür für sichere und logische Fortbewegung beim Suchen von Passagen bis zum letzten Firnfeld Glacier de Pisselerand in 3270m einsetzen. Kein Weg, nur stellenweise zerbröckelter Schutt von Schritten. Das deutet darauf hin, dass der Gipfel im Sommer nicht häufig besucht wird. Mehr im Frühling, wenn der Schnee im Kar vereist und fest ist und so den Zugang zur Scharte unter dem breiten Gipfelturm erleichtert.
So querte ich oberhalb des Gletschers und über Felsen links zum Rand des engen Karteils. Dort übersteigt die Steilheit den Kamin. Obendrauf schmilzt jetzt der Schnee dort und der Schutt mit einsinkendem Sand ist wörtlich wassergesättigt und sehr rutschig, ähnlich frischem Mörtel. Da Steine oft in die Kar-Wand fallen, ist schwarzes Eis stellenweise mit Schotter bedeckt und schwer erkennbar. Beim Eintreten ins Kar sieht man unten im Trichtermund voll mit großen Felsen und Steinen verstreut auf dem Firnfeld. Versucht habe ich etwas seitliches Klettern am Fels, vergeblich. Gelände sehr schieferig, dazwischen schuttbeladen und ziemlich brüchig, spröde. Alles vermengt aufgeschüttet in diesem einzigen engen Durchgang, dazu noch ohne Sommersteigeisen (Pickel, Helm ja), daher habe ich aufgrund der Summe der Umstände gefühlt beschlossen, dass der Gipfel in besseren Bedingungen wartet. Aufstieg abgebrochen in 3380m bei stärkeren Windböen und Kälte. In der Hütte erfahre ich, dass eine Gruppe vor mir den Gipfel versucht hat, aber wegen fallender Steine im Kar umgekehrt ist. Trotzdem war die hervorragende und interessante Tour voll erfolgreich und ich war trotzdem sehr geehrt, so nah an dem ungewöhnlich mystischen Berg, dem "Bergaltar" zu stehen. Der Berg wäre wegen fast rein südlicher Lage am leichtesten von Mai bis Anfang Juni erreichbar, wenn Schnee noch fest und gefroren in diesen Höhen ist. Gipfelpfeiler des Turms erfordert Klettern UIAA II, für Abstieg Seilsicherung empfohlen, Steinschlag, ganztägige Tour!.
Ich kehre dorthin zurück, wenn der Gipfel ruftnasmeh.
Grand Roc Noir 3582m Beginn des Weges frühmorgens, dahinter Pointe de Ronce 3611m1
Grand Roc Noir 3582m Erste Alpenhütten2
Grand Roc Noir 3582m Nach einiger Gehzeit öffnet sich die obere Welt der Berge3
Grand Roc Noir 3582m Die Sonne beleuchtet die Berge4
Grand Roc Noir 3582m Morgendliche Melkung mit Hilfe eines Generators5
Grand Roc Noir 3582m Murmelti beobachten bereits den Neuankömmling6
Grand Roc Noir 3582m 7
Grand Roc Noir 3582m Aufnahme von der Alm auf 2335m, über der letzten Hütte links beim Raufnk, in der Ferne Refuge du Vallonbrun 2270m8
Grand Roc Noir 3582m Überquerung von Flussbetten9
Grand Roc Noir 3582m Auch Edelweiße wachsen hier10
Grand Roc Noir 3582m Lange grasbewachsene Querungen auf dem sonnigen Grat, dahinter im Schatten Grand Roc Noir11
Grand Roc Noir 3582m Geologisch interessante Gesteinsstruktur12
Grand Roc Noir 3582m Bei dem Denkmalsfund la Pierre aux Pieds 2750m13
Grand Roc Noir 3582m Im 15. Jh. wurden hier Kindesfußspuren in den lebenden Fels gemeißelt, Übersetzung unten. Der Stein ist wie ein Altar vor den Bergen, die Richtung der Spuren deutet auf Verehrung der Berge reiner Kinder hin, die hier einst standen14
Grand Roc Noir 3582m Vor dem Felsen ist eine dreifache Treppe aus haltbarem Holz aus Südamerika gebaut und teilweise mit einem Zaun geschützt15
Grand Roc Noir 3582m Die Aussicht von dem Felsen ist wirklich fantastisch!16
Grand Roc Noir 3582m Sogar Grand Roc Noir wirkt wie ein heiliger Altar hoch unter den Wolken17
Grand Roc Noir 3582m Unter den steinigen Bergen erfreut mich die Wärme der Farben einer einsamen Blume18
Grand Roc Noir 3582m Der Weg ist nicht sichtbar, die Richtung führt über das zentrale steile Schuttfeld19
Grand Roc Noir 3582m Um die scheinbar schönen Schneefelder links auf die Felsen zu vermeiden (unter dem Schnee rauscht Wasser!)20
Grand Roc Noir 3582m Im Frühling gibt es hier eine ausgezeichnete lange Skipiste21
Grand Roc Noir 3582m Suche nach Wegen über die Felsen22
Grand Roc Noir 3582m Bereits auf dem letzten Plateau des Gletschers Glacier de Pisselerand 3270m hoch unter dem Gipfel23
Grand Roc Noir 3582m Hier nehme ich die Richtung der Querung der mittleren Rampe zum Massiv des Berges, rechts klettere ich zum schmalen schneeförmigen Pfeilzungen24
Grand Roc Noir 3582m Der rechte seitliche Teil des Beginns des steilen Couloirs und tatsächlich schon der höchste Grat des Bergmassivs25
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viharnik14. 07. 2012 08:59:24
Laut Führerliteratur vom Parkplatz Les Grattias 1819m zum Gipfel Grand Roc Noir 8 Std. Gehzeit mit effektiven 1850m Höhenmeter und zusätzlichen -150m, insgesamt 2000m Aufstieg. Ich brauchte bis zum Kar 200 Hm unter Gipfel 5h 20min reine Gehzeit, dazwischen Umziehen in wärmere Funktionsunterwäsche und Müsliriegel-Mittagessen.
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