| djimuzl1. 09. 2023 15:14:14 |
Tour de Mir und Puig Sec Schon bald nachdem ich ungeplant Orte besucht habe, die eine bunte Auswahl an Wanderwegen bieten, hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich sie nicht gleich hier vorgestellt habe. Nun, das repariere ich jetzt  Die Pyrenäen, die zwischen Spanien und Frankreich liegen (und in denen sich der kleine Staat Andorra „versteckt“), teilen sich geografisch in Atlantische (oder Westliche), Zentrale und Östliche Pyrenäen (in Spanien auch Katalanische Pyrenäen genannt) – und auf der französischen Seite der Letzteren habe ich mich befunden. Ich habe in der Ortschaft Prats-de-Molló-la-Preste gewohnt, die im Département gleichen Namens wie der genannte Teil des Gebirges liegt - Östliche Pyrenäen (Pyrénées-Orientales), die nächste größere Stadt Perpignan liegt an der Mittelmeerküste, ca. 50 km nordöstlich. Aus der genannten Kleinstadt, die kaum mehr als tausend Einwohner hat, ist im Westen – neben höheren Gipfeln – der mittelalterliche Signalturm Tour de Mir gut sichtbar, der auf 1530 m am östlichen Rand des Grats des südöstlichen Vorlandes der Pyrenäen liegt, das in der Nähe merklich in Hochgebirge mit zahlreichen Zweitausendern übergeht, bis 2700 m ü. NN. Zum Turm kann man auf markiertem Weg aus dem genannten Prats-de-Molló aufsteigen, man kann ihn aber auch über einen der Feldwege erreichen, die in seine Richtung von der Hauptstraße führen, die zwischen der genannten Ortschaft auf französischer Seite und der katalanischen Ortschaft Camprodon verläuft, die etwa doppelt so viele Einwohner hat wie ihr französischer Nachbar. Zwischen beiden Orten über den Pass Col d'Ares verläuft der markierte, historisch bedeutsame Rückzugsweg (der Exilierten) (katalanisch Camí de la Retirada de l'Exili), da sich die spanischen Republikaner am Ende des Spanischen Bürgerkriegs (1936-1939) auf diesen Wegen nach Frankreich zurückzogen, und kurz darauf, im Zweiten Weltkrieg, Mitglieder des französischen Widerstands dieselben Wege nahmen. In die Nähe des genannten Turms kann man auch über den gratnahen markierten Weg vom Pass Col d'Ares gelangen, der an der Grenze zwischen den beiden Ländern liegt, der aber über Kahland verläuft – daher ist bei Sommerhitze die Wahl von Feldwegen, die durch fast schon mediterranen Wald führen (obwohl man dort auf Fichte und Lärche trifft) – etwas sinnvoller Zum genannten Signalturm – ein Netz solcher Kommunikationstürme wurde im Mittelalter gebaut, nachts erfolgte die Benachrichtigung per Feuer, tagsüber per Rauch, von Turm zu Turm – sind wir an einem heißen Tag Anfang dieses Augusts aufgebrochen – wie ich schon angedeutet habe – über einen der schattigen Feldwege, und für einen schönen Ausblick sorgte der Aufstieg zum zuvor genannten gratnahen markierten Weg – und dem Gipfel namens Puig Sec (1642 m ü. NN). Von dort waren es noch ca. 20 Minuten Gehens zum schon gut sichtbaren Tour de Mir. Vom Turm hat man einen schönen Blick ins Tal, auf die Stadt Prats-de-Mollo, aber wegen der niedrigeren Lage ist er nicht so reichhaltig wie vom zuvor genannten Gipfel. Zurück sind wir denselben unmarkierten Weg gegangen, der ca. 8 km einfach betrug. Die Kurortansiedlung La Preste, die am Ende der Straße im Tal der Le Tech liegt, 8 km von Prats-de-Molló, ist der nächste Ausgangspunkt für die oben genannten Zweitausender, die bekannteste umliegende Berg ist Costabonne, kat. Costabona (2464 m ü. NN), unter der auch ehemalige Mineralbergwerke liegen. Dorthin kann man auch über den Gratweg vom Sattel Col d'Ares gelangen, der zwar länger ist, aber von diesem Ausgangspunkt 500 m ü. NN weniger Höhenunterschied hat. Für bessere Orientierung im genannten Gebiet ist natürlich eine Karte nötig – empfehle das Produkt des spanischen Verlags Editorial Alpina Nr. 25: Costabona - Alta Vall del Ter (Pireneu Català), nützlich war auch die Locus LoMaps Karte von Occitanie (Okzitanien, die zweitgrößte französische Region, zu der das beschriebene Gebiet gehört) – obwohl Tour de Mir leider nicht drauf ist. Ich hoffe, bald in diese Gegenden zurückzukehren und nächstes Mal eine längere Tour in den Hügeln und Bergen der näheren Umgebung zu machen.
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