| j.13. 07. 2022 17:46:10 |
Spathi, 2148 m, Dikti-Massiv, Kreta, Samstag, 9. Juli. Nacht ruhig, Aufstehen um vier nicht zu erdrückend. Erste Sonnenstrahlen erwischten mich im Dorf Zenia, ca. 700m unter Lassithi-Hochebene. Gut, dass Sonne aufging. Fünf Schichten Bergkleidung an, fror auf Motorrad wie Katze. Weiter durch zahlreiche Dörfer. Bis Avrakondes ordentlich aufgewärmt. Von da noch ca. fünf km per Bike zur letzten bescheidenen Farm unter beeindruckender Nordwand Spathis. Fahrweg dort miserabel, voller dicker Steine die Moto hasst, bei Farm gelassen. Morgenstrahlen umarmten Hänge umliegender Gipfel, im Tal unter Spathi wo Pfad führt, wenigstens unten angenehmer Schatten versprochen. Drei Wasserflaschen (4,5l) und Essentials im Rucksack bereit. Nicht leicht, aber letztes Mal hier Temps nahe 40 trotz Höhe. Ziemlich einsame Gegenden. Pfad zum Sattel ca. 1800m Teil E4 Europawanderweg, markiert mit Tafeln an hohen Metallpfählen oder Felsen. Unterer Teil verliert sich in Wildbachablagerungen, aber Steinmänner helfen. Ab ersten steileren Hängen gut nachverfolgbar und unkompliziert. Angenehm kühl, noch Kurzarm, frischer Morgenwind kriecht von Gipfeln ins Tal. An Tafel ca. 1400m Sonne von hinter Spathi-Wand erwischt, aber zum Sattel 1800m wo Pfad von E4 links zum Gipfel abzweigt noch nicht zu heiß. Zum Gipfel noch ca. 350m. Auf breitem Grat Pfad kaum erkennbar, Steinmänner und rote Punkte helfen. Beim Abstieg bemerkt, meist für Aufstieg gemalt. Höher quert Südflanken. Hitze drückte dort voll, aber nur Minuten bis Wind wehte, mal von einer, mal anderen Seite. Pfad nicht zu anspruchsvoll, denke einmal mit Hand an Fels gegriffen. Das war's. Wenn richtig, trigonometrischer Punkt auf Gipfel. Letztes Jahr griechische Flagge wehend, diesmal weg. Auch Tafel tiefer am Pfad zur Schutzhütte-Richtung weg. Ausblicke auf nahe Gipfel herrlich, Rest Insel in dunstigen Nebeln. Auch ein oder zwei bescheidene Julischneeflächen gesehen. Spätes Frühstück genossen, etwas slowenischen Käse, ungarische Salami und halb reife Paprika, gewürzt mit Tablette oder zwei Traubenzucker. Wasser bis Gipfel weniger als eine Flasche, daher sorgenfrei nach nicht zu schwerem Pfadlos zu Nachbar Lazaros (2085m). Zuerst 250m ab in kleine Mulde zwischen Gipfeln. Aber vor Abstieg, Nordwind häufte dunkle Wolken auf Gipfeln schiebend südwärts. Mal Nebel talabwärts, mal Löcher für Sicht. Stur in Unbekanntes bei meist nebligem Pfadlos Sinnlos, Nebelpause genutzt, über Südhänge Spathis zurück zum Pfad zum Sattel. Davor Regen begonnen, Nebel dichter. Da Pfad dort schlecht nachverfolgbar, Markierungen nur Aufstiegsrichtung, froh über jeden Steinmann. Genug da, passend für Bedingungen. Voraus Glöckchen vieler Schafe ohne Hirten gleiche Richtung. Runter. Wussten warum. Bald Donner, Schafe schneller. Ich auch, plötzlich klar. Stunde vor Startfarm Regen vorbei. Sonne raus. Nordwand Spathi schüttelt langsam feuchte Nebel ab. Durch ätzende rollende Steine, lästig trotz Trockenheit, zu Motorrad. Froh drüber. Regen gewaschen, staubige Flecken hinterlassen. Muss putzen. Kurvige aber schöne Straße, Abschied von Lassithi-Plateau. Vor Agios Nikolaos getankt. Liter Benzin 2,37 EUR, unter 20 Cent günstiger als Ostkreta wohin zurück. Detaillierter auf Modrina neba.
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