In diesem Jahr im Juli haben meine Frau und ich auch diesen Grat (Molignon) über die Klettersteig Laurenzi durchstiegen, aber in umgekehrter Richtung als hier beschrieben; ein paar Tricks für Wiederholer, die das in einem Tag aus dem Fassatal machen wollen:
1. abends rufst du einen der Taxifahrer an (z.B. diesen Herrn +39 336 352 881), die dich ins Durontal auch vor dem offiziellen Fahrplan bringen und sich an die vereinbarte Zeit halten, z.B. um 6 Uhr wartet er in Campitello am vereinbarten Ort am Ende des Dorfes am Fluss Duron und zeigt dir sogar, wo gratis geparkt wird (vor der Steigung, wo die Straße tatsächlich gesperrt ist).. er bringt dich zum Rif. Micheluzzi (1860m) und kann dich nachmittags dort abholen, wenn du dich so absprechst
2. machst du den Molignon-Grat in der Richtung, in der wir ihn gemacht haben, da der Aufstieg zum Rif. Antermoia schneller und direkter ist als zum Rif. Alpe di Tires, und bist daher früher in der Wand/am Grat, ohne übernachten zu müssen
3. der Grat ist in dieser Richtung leichter als umgekehrt, wo ziemlich schwere Abschnitte ständig abwärts sind. In dieser Richtung bergauf
Also vom Rif. Micheluzzi, gleich hinter dem Gebäude, gehen wir auf dem grasigen Pfad und nach 500 m zurück auf den Schotterweg; darauf talwärts noch gut einen Kilometer bis zu den Tafeln, wo wir links über den Bach zum Pass Ciaregolle abbiegen (bis hier gute Stunde), dann nach dem Pass rechts über das Dona-Tal (Zenska) zum Pass Dona; dahinter flach zum Rif. Antermoia (bis hier insgesamt 2h), das heuer zum zweiten Mal renoviert wird und derzeit nicht übernachtet werden kann.
Hinter Rif. gehen wir am See Antermoia vorbei und nach ca. 200 m rechts bergauf über steiles Schuttfeld, das in der Mitte in zwei Gräben geteilt ist, wähle LINKEN, obwohl er auf den ersten Blick hoffnungsloser als der rechte wirkt.
Oben im Graben ist der Einstieg in den Klettersteig Laurenzi (bis hier insgesamt 3h). Erste 30 m sind die schwersten, muss sich über einige Platten und Überhänge hochziehen, aber dazwischen gut ausruhen, auch mehr als genug Möglichkeiten zum Sichern; heuer hing ein Haken in der Luft, aber ohne Problem durchzukommen.
Hinter Platten gehen wir zur Scharte und von dort rechts hoch zum rechten Gipfel Antermoia Kogel / Croda dei Cirmei (flacher Gipfel mit braunem Boden!,2852m). Hier fängt der Spaß an! Zuerst runter, Grat ist leicht, ca. 0.5 m breit, aber sehr offen, luftig auf beiden Seiten "zum Export", Höhenängstliche hier nicht; Seile in diesem Teil keine. Nach ca. 100 m links abwärts über kiesigen Hang; wenn der Weg aufhört, kleine Haken rechts sehen, über die über Platten ca. 10 m ziehen; Seil ist gerissen, Anfangsteil fast brauchbar, aber nicht zum Sichern; dann steiler Riss zur Scharte, darüber auf Platte links zurück zum Grat. Dann am Grat mit Umgehung auf Nordseite (rechts) über Schuppen bis zum letzten Ausstiegsabschnitt (dazwischen in eine Scharte) und zum Gipfel Molignon (2779m), von dort rechts auf leichtem Gelände zur nächsten Scharte, die aber leicht ist. Dahinter scharf links abwärts über leichte Türme zum Sattel Molignon (2598m). Wenn wir am Nordsattel ankommen (tatsächlich zwei Sättel zusammen, von hier paar Meter hoch Richtung NW auf die Gegenseite, auf keinen Fall südlich des Sattels und runter zur Hütte Alpe di Tires (rotes Dach). Dann runter durchs Durontal zum Ausgang, insgesamt ca. 7h, max. 10 h.