Berge.info
Berge.info
Anmeldung
Anmeldung
Benutzername:
Passwort:
Anmeldung
Noch nicht registriert? Registrierung.
Passwort vergessen?
      
Forenliste / Italien / Dolomiten / Monte Agnèr - 2872 m

Monte Agnèr - 2872 m

Drucken
bagi6. 09. 2022 14:06:29
Monte Agnèr ist ein schwer zugänglicher Berg. Er erfordert exzellente Kondition und ständige Konzentration vom Einstieg in die Route bis zum Gipfel. Allein dieser Abschnitt bringt 1000 anspruchsvolle Höhenmeter, dazu den Anmarsch von der Hütte oder gar aus dem Tal. Beim Abstieg dasselbe, nur dass die Routenwahl hier begrenzt ist. Der schwierigste Anstieg, die Stella-Alpina-Klettersteig, ist für den Abstieg nicht empfehlenswert.

Stella Alpina ...

Wir haben sie für den Aufstieg gewählt. Stella-Alpina-Klettersteig, bzw. Planika bei uns. Überall voll davon in den Felsen und an Stellen, wo man sie nie vermuten würde. Sie zaubern ein Lächeln ins Gesicht, wenn einem der Schweiß reichlich von der Stirn tropft und man sich abmüht, einen halbwegs guten Griff oder Tritt zu finden. Und in diesem Steig tropft es oft velik nasmeh. Vor allem wegen der Sonnenexposition schon frühmorgens, mehrmals auch wegen des Routenverlaufs.

Die Auslese beginnt schon beim ersten Übergang, kurz nach dem Wegweiser zum Klettersteig. Die Wand ist steil und exponiert, ausgestattet mit alten, verrosteten und stark lockeren Drahtseilen mit überzogenen Griffen. Wer sich hier durchkämpft, ist guter Kandidat zum Weitermachen, wer Probleme hat, sollte umkehren. Es folgen gute 300 Höhenmeter Wand. Keine Notausstiege.

Nach kurzer Ebene wird's ernst. Im ersten Teil reiht sich eine Abfolge mehrerer senkrechter Kamine, wo der Fels keine guten Tritte oder Griffe bietet. Hier lohnt es, die Schrittfolge zu studieren für leichteres Vorankommen. Keine Haken auf dem ganzen Steig, nur ein paar ganz kurze Bolzen an kritischen Stellen. Oft auf Reibung, sogar Überhänge gibt's. Drahtseile meist gut, Abstände zwischen Verankerungen groß. Exposition mehrmals außergewöhnlich. Technische Bewertung der härtesten Stellen C/D. Das ist der erste Teil des Steigs ...

Der zweite Teil ist völlig anders. Wenn wir uns über den Felsenbruch ziehen, wartet ein langes Querfeld rechts zum Biwak auf dem Sattel. Das Querfeld verläuft über Absturz-Wänden, meist über Felsen, teils über Gras. Der Weg ist solide markiert, gesichert nur an wenigen Stellen. Seine Merkmal ist die Länge, Kletter-Schwierigkeit dreht sich im Rahmen guter A. Wichtiger als technische Schwierigkeit sind Vorsicht beim Gehen und Folgen der verblassten Markierungen. So bis zum Biwak G. Biasin oberhalb der Scharte Forcella del Pizzon. Hier trifft Stella Alpina auf den üblichen Gipfelanmarsch mit Marke 709.

Aufstieg zum Monte Agnèr ...

Er findet in außergewöhnlicher Umgebung statt, ist aber weit von einfach entfernt. Die anspruchsvollsten Teile sind gleich nach dem Biwak und dort gibt's genug Drahtseile. Dieser Abschnitt ist zugleich der attraktivste Teil des Aufstiegs mit Blicken in unendliche Tiefe. Höher am Grat keine Sicherungen mehr und so bis zum Gipfel. Er ist herrlicher Aussichtspunkt und man staunt nicht schlecht, wie weit der Blick reicht. Längere Pause fast Pflicht, wenn Wetter mitspielt und Zeit nicht drängt.

Abstieg ins Tal ...

Zum Biwak G. Biasin sind wir den Aufstiegsweg abgestiegen, da gibt's keinen anderen. Auf rote Punkte achten und vorsichtig gehen. Der Gipfelgrat ist ungesichert, das Expositionsgefühl durch Blicke in die Tiefe ziemlich groß. Dann der gesicherte Teil und bald am Biwak. Von hier abgestiegen über genannte Route 709. Überrascht festgestellt, dass auch die kein Spaziergang ist velik nasmeh. Fast 1000 m Abstieg über steinigen Hang, wo man ständig auf richtige Richtung und Fußsetzung achten muss. Sicherungen erst im Endteil. Felsen kompakt und fast schuttfrei. Erst auf Wiesen weit unten kann man durchatmen. Von da zur Hütte Rif. Scarpa-Gurekian nicht mehr weit. Von dort ins Tal über steile Route 711 neben alter Lifttrasse. Schnell nach Frassene und Ende der tollen Abenteuer jezik. Mehr Eindrücke in der Fotogeschichte ...

Einige Tipps ...

Unverzichtbar gute Kondition, Gewöhnung an schwieriges Gelände, Schuhe mit gutem Grip und genug Wasser. Helm, Handschuhe und Ausrüstung selbstverständlich, ebenso stabiles Wetter. Vom Tal zum Gipfel saftige 1900 Höhenmeter, daher Hüttennacht in Scarpa-Gurekian empfohlen. Etwas Bergglück und ihr kriegt mehr als erwartet. Unsere Eindrücke … fingerlecken gut nasmeh.

Parkkoordinaten (Ort Frassene): 46.2551822N, 11.9844981E
Monte Agnèr - 2872 m Wir parken im Dorf Frassene auf dem zentralen Parkplatz1
Monte Agnèr - 2872 m Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sind schon die ersten Markierungen für unsere Route2
Monte Agnèr - 2872 m Nachmittagsblick auf Monte Agner, der sich den Großteil des Tages in der Sonne aalt3
Monte Agnèr - 2872 m Für den Aufstieg wählen wir den längeren Weg 772. Bis zum Abend haben wir noch genug Zeit4
Monte Agnèr - 2872 m Weg 772 ist flach und biegt zuerst scharf links, dann rechts ab5
Monte Agnèr - 2872 m Malga Luna. Sie ist nicht bewohnt, aber das Gebäude ist ausreichend für Notübernachtung eingerichtet6
Monte Agnèr - 2872 m Oberhalb der Alm biegt Weg 772 endlich rechts Richtung Hütte ab7
Monte Agnèr - 2872 m Wir sehen die Hütte schon lange von weitem, aber sie ist noch weit entfernt8
Monte Agnèr - 2872 m Hütte Rif. Scarpa-Gurekian. Der zweite Teil des Namens ist armenischen Ursprungs9
Monte Agnèr - 2872 m Seit es keine Sesselbahn mehr gibt, ist die Hütte zu groß für den jetzigen Besuch, aber vollständig eingerichtet.10
Monte Agnèr - 2872 m Morgen des nächsten Tages. Schon die Wolken kündigten einen sehr interessanten Tag an :)11
Monte Agnèr - 2872 m An der Hütte gibt es keine Markierungen für die Stella-Alpina-Klettersteig. Sie erscheinen erst höher.12
Monte Agnèr - 2872 m Rückblick auf die Hütte, in der wir übernachteten, und die Losch-Alm direkt darunter.13
Monte Agnèr - 2872 m Über diese Wand verläuft die Klettersteig, die oberen Hänge müssen noch überquert werden.14
Monte Agnèr - 2872 m Hier zweigt die Stella Alpina ab. Über die rechte Variante kommen wir zurück.15
Monte Agnèr - 2872 m Wir müssen nicht lange laufen, bis wir zur ersten Prüfung kommen.16
Monte Agnèr - 2872 m Vor uns erhebt sich eine massive Wand mit lockeren, verrosteten Stahlseilen.17
Monte Agnèr - 2872 m Sie bieten nicht viel Halt, daher fahren wir vorsichtig fort.18
Monte Agnèr - 2872 m Trotz der Steilheit gibt es genug Tritte und Griffe, die Exposition ist groß.19
Monte Agnèr - 2872 m Es folgt eine kurze Pause auf flacherem Gelände, dann wird es ernst.20
Monte Agnèr - 2872 m Ein zweifelhaftes Schild erwartet uns, das die einzigen zwei anderen Besucher für uns übersetzen.21
Monte Agnèr - 2872 m Vater und Sohn, Einheimische, sind schon im ersten Kamin direkt über uns.22
Monte Agnèr - 2872 m Dann machen wir beide uns auch an diese Herausforderung.23
Monte Agnèr - 2872 m Der Fels ist rutschig mit wenigen guten Griffen und Tritten. Gute Schuhe lösen die Hälfte der Probleme.24
Monte Agnèr - 2872 m Ausgang aus dem ersten, über 10 m hohen Kamin. Es folgen noch mehrere davon.25
Monte Agnèr - 2872 m Es folgen noch einige exponierte Übergänge über Wände. Keine Haken nirgends.26
Monte Agnèr - 2872 m Die Tiefe unter uns nimmt unaufhaltsam zu. Die Seile sind hier gut und straff gespannt.27
Monte Agnèr - 2872 m Es gibt auch einige Querüberschreitungen. Die meisten sind gesichert, einige nicht.28
Monte Agnèr - 2872 m Noch eine Wand, die senkrecht nach oben führt. An manchen Stellen auch auf Reibung.29
Monte Agnèr - 2872 m Blick nach unten von derselben Wand.30
Monte Agnèr - 2872 m Die heiße Sonne sorgt zusätzlich für Schweiß auf der Stirn. Sie wärmt uns schon seit den Morgenstunden.31
Monte Agnèr - 2872 m Man muss auch demütig sein, besonders in Passagen wie dieser.32
Monte Agnèr - 2872 m Die Wand gibt nicht nach, wir auch nicht :)33
Monte Agnèr - 2872 m So sieht es ungefähr von oben nach unten aus :)34
Monte Agnèr - 2872 m Auf dem kurzen Sims begrüßt uns eine Bergblume :)35
Monte Agnèr - 2872 m Meinst du das ernst, müssen wir da hoch???36
Monte Agnèr - 2872 m Hmm, gut, dass die Batterien langlebig sind. Das Seil geht wieder senkrecht nach oben.37
Monte Agnèr - 2872 m Zuerst gehe ich, dann folgt mein Fotomodell :)38
Monte Agnèr - 2872 m Gut, dass sich zwischendurch eine kleine Bank für eine kurze Pause findet.39
Monte Agnèr - 2872 m Und wieder gehen wir voll durch….40
Monte Agnèr - 2872 m Nur kurz ausruhen, bin gleich da…41
Monte Agnèr - 2872 m Wendepunkt. Ab hier erhält die Ferrata einen völlig anderen Charakter.42
Monte Agnèr - 2872 m Edelweiß. Schon unten in der Wand wimmelt es davon.43
Monte Agnèr - 2872 m Zu Beginn steigt es auf gemischtem Gelände auf.44
Monte Agnèr - 2872 m Wir müssen ganz rechts queren. Unten ist eine Absturzstufe.45
Monte Agnèr - 2872 m Zum Sattel mit dem Bivak ist es noch weit, weit entfernt...46
Monte Agnèr - 2872 m Verblasste Markierungen müssen treu befolgt werden. In dieser Welt verirrt man sich schnell.47
Monte Agnèr - 2872 m Die Hänge sind etwa so steil, wie sie im Hintergrund wirken.48
Monte Agnèr - 2872 m Das Gelände wird immer felsiger, Markierungen schlecht sichtbar.49
Monte Agnèr - 2872 m Einige Sicherungen nur an den allerwichtigsten Stellen.50
Monte Agnèr - 2872 m Das Bivak ist endlich erreichbar. Noch etwas Kleinkraxeln und wir kommen direkt darunter heraus.51
Monte Agnèr - 2872 m Biwak G. Biasin, hauptsächlich für Kletterer gedacht. Hier befinden sich einige der längsten Routen in den Dolomiten.52
Monte Agnèr - 2872 m Wir setzen den Weg zum Gipfel fort. Es gibt genug Sicherung und die meisten sind erneuert.53
Monte Agnèr - 2872 m Der Pfad führt nicht direkt zum Gipfel, sondern steigt die linken Hänge empor.54
Monte Agnèr - 2872 m Querung nach links. Unten unendliche Tiefe.55
Monte Agnèr - 2872 m Nach der exponierten Querung wechselt der Weg auf Bänder.56
Monte Agnèr - 2872 m Hier begegnen wir mehreren Bergsteigern, die aus dem Tal über den normalen Anstieg kommen.57
Monte Agnèr - 2872 m Sobald der Pfad den Grat erreicht, fehlt auch die Sicherung.58
Monte Agnèr - 2872 m Verblassten Markierungen helfen an vielen Stellen Steinmännchen.59
Monte Agnèr - 2872 m Manchmal geht's auch auf allen Vieren :)60
Monte Agnèr - 2872 m Auf dem Gipfel, fröhlich und zufrieden :)61
Monte Agnèr - 2872 m Monte Agner. Nicht der höchste, aber gewaltig.62
Monte Agnèr - 2872 m Blick auf den Grat und Pale di San Martino im Hintergrund.63
Monte Agnèr - 2872 m Der Abstieg verläuft auf demselben Pfad, aber mit anderen Blicken :)64
Monte Agnèr - 2872 m Glücklicherweise nicht zu viel Schutt, sodass der Tritt sicher ist.65
Monte Agnèr - 2872 m Unter den erneuerten Stahlseilen findet sich auch so eine Kette :)66
Monte Agnèr - 2872 m Wir sind schon beim Bivak. Von hier ab Abstieg auf Weg 709.67
Monte Agnèr - 2872 m Das Innere ist eingerichtet und sorgfältig aufgeräumt.68
Monte Agnèr - 2872 m Hmm, ein flacher Spaziergang wird das nicht. Abstieg über Felsen.69
Monte Agnèr - 2872 m Noch ein Blick zurück …70
Monte Agnèr - 2872 m Auch hier muss man auf die verblassten Markierungen achten.71
Monte Agnèr - 2872 m Der Abstieg ist weit von einfach entfernt und erfordert ständige Konzentration.72
Monte Agnèr - 2872 m Optische Täuschung. Wenn du denkst, du bist schon im Tal, gibt es noch eine gute Stunde zu gehen :)73
Monte Agnèr - 2872 m Der Pfad überwindet, besonders im unteren Teil, meisterhaft die Hindernisse.74
Monte Agnèr - 2872 m Felsen direkt über uns. Da oben sind wir hergekommen.75
Monte Agnèr - 2872 m Noch eine Rinne. Aber schattig, was uns nach dem ganzen Tag in der Sonne hervorragend dient :)76
Monte Agnèr - 2872 m In der Ferne ist die Hütte schon sichtbar. Bald verlassen wir die Route.77
Monte Agnèr - 2872 m Wir sind schon beim ersten Schild für die Hütte. Die Klobasa ist aufgespießt.78
Monte Agnèr - 2872 m Malga Losch. Morgens floss Trinkwasser in den Trogtälern, jetzt nicht mehr.79
Monte Agnèr - 2872 m Nach der Pause in der Hütte steigen wir ins Tal entlang der Trasse der ehemaligen Sesselbahn ab.80
Monte Agnèr - 2872 m Zur Schlussfolgerung. Frassene mit zwei interessanten Glockentürmen.81
Monte Agnèr - 2872 m GPS-Track der gewanderten Strecke. Insgesamt 15 km und 1900 Höhenmeter.82
(+13)gefällt mir
gams16. 09. 2022 15:08:24
gratulation zum geschaffenen Aufstieg und auch zum schönen Bericht nasmeh
(+3)gefällt mir
jax6. 09. 2022 15:13:00
Ach, sie sind durch die Rinne abgestiegen. Dieser Abstieg kam mir problematisch vor, weil man nie weiß, ob man das Schneefeld schafft, nachdem man schon alles gemacht hat. Na ja, in so einer Saison wie heuer ist das wirklich kein Problem, sonst hat man immer Angst, dass es am Schluss kompliziert wird. Deshalb bin ich lieber um die Normale gegangen. Die zieht sich auch hin und ist keineswegs leicht. Aber einverstanden, wunderbare Tour...
(+2)gefällt mir
bagi6. 09. 2022 18:47:44
@gams1 ... danke nasmeh, @jax ... ja, den unteren Teil sind wir via Via del Canalone abgestiegen. Schnee gibt's heuer kaum, aber die notwendigen Sicherungen im untersten Teil sind erneuert. Auf jeden Fall eine Tour, die im Gedächtnis bleibt velik nasmeh
(+2)gefällt mir
ejti6. 09. 2022 22:24:37
Bravo euch beiden!
(+2)gefällt mir
Um einen Kommentar zu veröffentlichen, müssen Sie sich anmelden:
Benutzername:
Passwort:
Anmelden
Falls Sie noch keinen Benutzernamen haben, müssen Sie sich zuerst registrieren.
         
Copyright © 2026 Berge.info, Nutzungsbedingungen, Datenschutz und Cookies