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Forenliste / Italien / Karnischen Alpen / Monte Bruca - 1584 m

Monte Bruca - 1584 m

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bagi21. 12. 2018 10:09:02
Diesmalige Idee war Aufstieg durch die Schlucht Vallone Degli Uccelli zum Ziel Monte Bruca und Abstieg auf der gegenüberliegenden Seite des Hügels zum Ausgangspunkt. Diese Variante hatten wir noch nicht gemacht, daher umso interessanter nasmeh. Beschriebener Zustand bezieht sich auf Dezember 2018.

Aufstieg :

Weg 521 *Sentiero degli Uccelli* war für uns Entdeckung des Unbekannten. Schon am Ausgangspunkt Tafel mit Warnung, die im Anfangsteil keine rechte Gültigkeit hat. Ihre Botschaft verstanden wir erst später. Steile Hänge und Ziegenpfad hoch über dem Vogelbach erfordern volle Aufmerksamkeit und sicheren Tritt. Wir waren uns der Tiefe unter uns sehr bewusst. Gefährlichste Übergänge gut gesichert und so bis zum Anschluss an den Vogelbach. Dort beginnt eine andere Geschichte ...

Zuerst muss der Bach überquert werden, was schon bei niedrigem Wasserstand Problem sein kann. Markierungen fast keine mehr, keine Sicherungen. Sohle zu tief für Schuhe, Strömung stark, geeignete Steine zum Überqueren sehr wenige. Diese waren obendrauf vereist, was ich unfreiwillig selbst erlebt habe zavijanje z očmi. Nach erfolgreich hingelegter Pirouette mitten im Bach gelang es mir, trocken über Wasser zu bleiben, nur das Knie hat eine Weile protestiert wegen harter Landung auf Stein. Bei hohem Wasserstand ist Bachüberquerung Mission Impossible und das warnt die Tafel am Ausgang. Leider kommt man zu dieser Erkenntnis erst gegen Ende der Schlucht.

Weiter suchten wir Übergänge im Bett, bis links sich Hänge einer riesigen Lawinenhalde öffneten. Auch hier kein sichtbarer Weg, daher machten wir uns über sie hinweg auf *günstigster* Variante. FEHLER !!! Geröll, zum Glück gefroren, stellte sich immer steiler. Rückkehr wäre noch schwieriger und Abrutscher sehr unangenehm. Reine Schuttklasse drei, sag ich euch velik nasmeh. Mühsames Aufsteigen mit Hilfe aller vier Gliedmaßen, niedrigem Profil und wahrscheinlich auch Zähnen hat uns endlich zum ebenen Teil gebracht. Linke, bröselige Rinne wäre vielleicht bessere Wahl gewesen, roch uns aber wegen Vereisung nicht.

Wohin weiter ??? Wieder Augen auf Stielen. Gute Seele hat Übergänge mit roten Strichen markiert, man muss sie nur sehen. So bis Anschluss an Weg 501 viel höher. Von hier bis Abzweig Monte Bruca ist Gehen ganz anderes Lied. Weg gepflegt, Sicherungen tadellos. Ohne sie wären umgestürzte Stellen ganz lästig. Unser Ziel, aussichtsreicher Monte Bruca gut markiert, Steig dorthin ausgetreten.

Abstieg :

Weg 501 *Sentiero Bepi della Schiava* brachte uns zurück zum Ausgang. Im Vergleich zu Gelaufenem ist dieser Abstieg pure Poesie. Renoviertes ehemaliges Mulattier aus Erstem Weltkrieg senkt sich in vielen Serpentinen sanft ins Tal. Geeignet für jeden, der auf Monte Brizzia oder Monte Bruca will. Bei Kapelle kurz über Pontebbo verkürzten wir Rückweg über unmarkierten Abkürzer links.

Zusammenfassung :

Sterne waren uns hold und wir schafften vollen Rundgang. Einer von denen, die man gerne alle paar Jahre wiederholt nasmeh. Kaum lässt einen kalt, nur Bedingungen müssen passen.

Koordinaten Ausgangspunkt (nahe Pontebbe): 46.510683, 13.317388

Monte Bruca - 1584 m Unsere Richtung und zusätzliche Warnung vor Wildbächen1
Monte Bruca - 1584 m Der Beginn ist ein schöner Spaziergangseinstieg2
Monte Bruca - 1584 m Noch ein Schild mit dem Namen des Weges3
Monte Bruca - 1584 m Die einleitenden Rinnen sind nicht sehr exponiert, aber vereiste findet man4
Monte Bruca - 1584 m Auf der Suche nach dem besten Übergang über harten Eis5
Monte Bruca - 1584 m Die Hänge werden immer steiler6
Monte Bruca - 1584 m Noch ein Blick in die Tal der Bele bevor wir in die steile Schlucht des Ptičji-Bachs eintreten7
Monte Bruca - 1584 m Hier endet der Spaziergang. Vorwärts ist der Pfad stark exponiert8
Monte Bruca - 1584 m Der Einstieg wird von einem neuen Stahlseil gesichert. Auch weiterhin sind sie erneuert9
Monte Bruca - 1584 m Hier geben Schutt und Seil ein Sicherheitsgefühl10
Monte Bruca - 1584 m Der Pfad wird zu einem Ziegenpfad, bei dem man auf jeden Schritt achten muss11
Monte Bruca - 1584 m Sogar der Ziegenpfad verschwindet gelegentlich. Ohne Markierungen und Steinmännchen wäre die Richtung ziemlich fragwürdig12
Monte Bruca - 1584 m Das Überqueren ist vor allem psychisch anspruchsvoll, weniger physisch13
Monte Bruca - 1584 m Der Pfad nimmt verschiedene Richtungen, diesmal unter den Felsen14
Monte Bruca - 1584 m Stahlseile helfen bei den meisten problematischen Passagen. Ohne sie wäre alles viel schwieriger15
Monte Bruca - 1584 m Blick zurück. Der Pfad quert das Felsgelände16
Monte Bruca - 1584 m Schlucht des Ptičji potoka17
Monte Bruca - 1584 m Manchmal fehlt Sicherung trotz großer Exposition18
Monte Bruca - 1584 m Überquerung einer Lawinenrinne, glücklicherweise durch ein Stahlseil gesichert19
Monte Bruca - 1584 m Tief dort unten ist der Ptičji potok20
Monte Bruca - 1584 m Abstieg auf Schuttgelände21
Monte Bruca - 1584 m Gelegentlich taucht wieder ein schöner, nachverfolgbarer Pfad auf22
Monte Bruca - 1584 m Kaum Höhenmeter in der Schlucht, der Pfad verläuft meist bergauf und bergab auf den besten Passagen23
Monte Bruca - 1584 m Ausgezeichnetes Hilfsmittel zum Überwinden der Felsstufe. Oben ist eine Militärhöhle24
Monte Bruca - 1584 m Auch umgestürzte Bäume sind gelegentliche Hindernisse, aber wenige25
Monte Bruca - 1584 m Dahin müssen wir hinunter, genau in den Grund der Schlucht.26
Monte Bruca - 1584 m Markierungen ab hier fast keine mehr, auch die Steinmännchen spült das Wasser weg.27
Monte Bruca - 1584 m Entscheidendes Überqueren der Schlucht, nur bei niedrigem Wasserstand möglich. Bei hohem nur umkehren.28
Monte Bruca - 1584 m Folge des Bachüberquerens und des vereisten Felsens in der Mitte.29
Monte Bruca - 1584 m Die Fortsetzung verläuft eine Weile entlang des rechten Ufers des Bachbetts.30
Monte Bruca - 1584 m Dezember-Dekoration.31
Monte Bruca - 1584 m Das Überqueren des Baches war noch einmal nötig. Ein verklemmter Stamm hat uns geschützt, den aber nimmt jede Überschwemmung leicht mit.32
Monte Bruca - 1584 m Bachbett in der Schlucht und riesige Geröllhalde am linken Ufer.33
Monte Bruca - 1584 m Schwer vorzustellen: Zehntausende Kubikmeter Schotter. Nun, hier ist es Realität. Wir stürzten uns hinein.34
Monte Bruca - 1584 m Ein so anstrengendes Geröllüberqueren hatten wir uns nicht vorgestellt. Zu unserem großen Glück war es gefroren. Verständlicherweise konnte ich hier nicht viele Fotos machen :)35
Monte Bruca - 1584 m Rückblick, der die außergewöhnliche Steilheit der Geröllhalde nicht wiedergibt. Vielleicht besserer Übergang in der Mulde rechts auf dem Foto.36
Monte Bruca - 1584 m All das ist vor Jahrzehnten ins Bachbett gestürzt.37
Monte Bruca - 1584 m Die Fortsetzung wird schüchtern von verblassten roten Linien markiert.38
Monte Bruca - 1584 m Noch ein Blick zurück auf die Geröllhalde.39
Monte Bruca - 1584 m Eine der seltenen offiziellen Markierungen 521 in diesem Abschnitt des Weges.40
Monte Bruca - 1584 m In der Vergangenheit ist die gesamte Flanke im Hintergrund abgerutscht.41
Monte Bruca - 1584 m Endlich am Anschluss an den Weg 501 angekommen. Auch hier Warnung vor dem Durchgang durch die Schlucht auf Weg 521.42
Monte Bruca - 1584 m In rund 1300 m Höhe begrüßte uns Schnee.43
Monte Bruca - 1584 m Weg 501, vollständig eingerichtet und gesichert.44
Monte Bruca - 1584 m Übergang45
Monte Bruca - 1584 m Auch dieser Übergang ist vollständig gesichert. Ohne gäbe es erhebliche Schwierigkeiten.46
Monte Bruca - 1584 m Blick zurück47
Monte Bruca - 1584 m Die Sonne hat die Stimmung auf ein ganz anderes Niveau gehoben als in der dunklen Schlucht unter uns48
Monte Bruca - 1584 m Es gab nicht viel Schnee, auch kleine Steigeisen waren nicht nötig49
Monte Bruca - 1584 m Noch einige lästige, umgestürzte Passagen lagen vor uns50
Monte Bruca - 1584 m Überquerung einer Absturzstelle51
Monte Bruca - 1584 m Leider besteht das Gelände aus Sandstein, den die Natur schnell umformt52
Monte Bruca - 1584 m Ohne Stahlseile wäre es ziemlich lästig53
Monte Bruca - 1584 m Abzweig nach Monte Bruca54
Monte Bruca - 1584 m Der Weg zum Gipfel ist geriffelt und markiert55
Monte Bruca - 1584 m Gesellschaft56
Monte Bruca - 1584 m Monte Bruca ist ein ausgezeichneter Aussichtspunkt57
Monte Bruca - 1584 m Benachbarter Monte Brizzia, nicht weit von unserem Gipfel58
Monte Bruca - 1584 m Abstieg über 501 in Richtung Monte Brizzie59
Monte Bruca - 1584 m Wegkreuzung. Unserer führt bergab entlang * Sentiero Bepi della Schiava *60
Monte Bruca - 1584 m 501 ist ein angenehmer, sanfter Maultierpfad, erbaut im Ersten Weltkrieg61
Monte Bruca - 1584 m Vor einigen Jahren hat ein großer Brand das gesamte Gebiet inklusive Weg zerstört62
Monte Bruca - 1584 m Heute ist sie vollständig wiederhergestellt63
Monte Bruca - 1584 m Die Mulattiera ist gelegentlich so breit, dass man es kaum glauben kann64
Monte Bruca - 1584 m Kahle Hänge über dem Weg, Folge des Feuers vor einiger Zeit65
Monte Bruca - 1584 m Unten schlängelt sich der Weg durch angenehmen Wald66
Monte Bruca - 1584 m Biwak in einem alten Militärgebäude, jetzt Teil der Hütte67
Monte Bruca - 1584 m Wohnbereich68
Monte Bruca - 1584 m Schlafbereich des Bivaks. Die Matratzen muss man zuerst umdrehen, bevor man sich drauflegt :)69
Monte Bruca - 1584 m Monte Brizzia im Hintergrund der Berge70
Monte Bruca - 1584 m Links unter der kleinen Kirche eine unmarkierte Abkürzung zum Ausgangspunkt71
Monte Bruca - 1584 m Pontebba im nachmittäglichen Winterdämmerlicht72
Monte Bruca - 1584 m Die letzten Sonnenstrahlen. Rechts die Schlucht Vallone Degli Uccelli73
Monte Bruca - 1584 m GPS-Track der zurückgelegten Route.74
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VanSims21. 12. 2018 10:25:22
Glückwunsch zu diesem Weg!

Über den 'Vogelbach-Weg' war schon hier die Rede.

http://hribi.net/trenutnerazmere.asp?ita=1&gorovjeid=27&id=4889

Der Abstiegsweg ist also jetzt komplett renoviert? Früher war er, wie aus Igor’s und meinem Bericht zu sehen, grauenhaft! eek velik nasmeh
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BananaBronson21. 12. 2018 18:12:45
Diese Schuttcone war schon 2012 kaum noch begehbar, als wir beide dort unterwegs waren. Zusätzlich sind neben uns ständig Türme eingestürzt, sodass wir uns eng am linken Rand gehalten haben (bergauf gesehen). Aber schwer vorstellbar, wie man diesen Übergang elegant lösen könnte, sodass er bald vielleicht gar nicht mehr begehbar ist.

https://www.mojstr.si/2012/05/divji-pticji-krog.html
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bagi22. 12. 2018 10:18:18
@BananaBronson ... der Anblick der Lawinencone ist von unten täuschend flach, aber mit jedem Meter hat sie uns ihre Zähne gezeigt eek. Glücklicherweise hatten wir wenigstens gefrorenen Untergrund. Im Sommer stelle ich mir den Übergang dort nicht vor.

Aber deinem Bericht zufolge ist auch die linke, schlammige Rinne offenbar nicht so einfach begehbar, wie wir von oben dachten. Variante wäre vielleicht etwas weiter am Bachbett entlang und *flacheres* Querung. Aber das ist reine Spekulation. Der Titel deines Blogs *Wilder Vogelstanz* passt genau nasmeh. Wie auch immer ... wichtig sind die Geschichten, die solche Erkundungen schreiben velik nasmeh.
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journeyman24. 12. 2018 09:59:14
Wir sind diesen Weg gestern gegangen. Die meisten von uns sind in den Schutt gestürzt, mussten aber zurück und die Rinne links hochsteigen, die definitiv die beste Option ist trotz dass man ziemlich verschmiert herauskommt. Der Schutt ging solange das Hang in Schatten war, aber als wir in die Sonne kamen, wurde der Boden weich, und auch höher vom Hang fielen Steine herunter. Aufstieg durch den Schutt rate ich unbedingt ab. Die linke Rinne ist ganz gut begehbar, aber zu dieser Zeit kann man dort auf Eis stoßen.
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VanSims24. 12. 2018 13:03:23
Ich weiß nicht mehr genau aber wahrscheinlich habe ich auch diese Rinne genommen weil soweit ich mich erinnere musste ich nicht auf allen Vieren kriechen. Und das im April wenn es nicht gefroren ist. Ansonsten waren die Bedingungen vor drei Jahren wahrscheinlich anders, da die Lawine eine lebendige Sache ist.

Und im Vergleich zu dem was mich auf dem noch nicht renovierten Weg 501 erwartete, war es nicht das Schlimmste.
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