| palček plezalček24. 09. 2020 16:08:38 |
L'Ciaval/Sas dla Crusc und Piza dales Diesc Schönes Wetter muss man nutzen, daher habe ich mich entschieden, nicht nur zwei Gipfel der momentan stark beworbenen Vierergruppe (https://www.4peaks.it/en/) zu besteigen, sondern sie auch zu umrunden. Von der La Crusc Kapelle gehe ich über Geröllsysteme und dann bergauf zum Sattel Ju dla Crusc, wo der Weg scharf umkehrt (zum Sattel südwärts, von dort nördlich). Wenn ich zuvor unter mächtigen senkrechten Wänden ging, sah ich von hier auf die Gegenseite einen wundervollen Berg mit außergewöhnlicher Platte. Wenn man an einem angenehm kühlen Herbsttag plötzlich wie Eis in starker Sommersonne schmilzt, ist das Liebe auf den ersten Blick. Wenn beim Blick auf Sas dles Nü (Bild 7) jemand ähnliche Gefühle hat, gibt es hier Routen (https://www.rifugiofanes.com/en/climbing-dolomites.htm). Natürlich war ich hochzufrieden, dass der Weg zu dieser Schönheit führte. Zuerst stieg ich auf Piz di Zuber, den ersten unscheinbaren Gipfel am Weg. Dann bog ich unter dem Gipfel L'Ciaval/Sas dla Crusc ab und nach ein paar Dutzend Höhenmetern war ich unter dem großen Kreuz. Ich stieg Prešern-mäßig frei ab und fuhr fort unter den Gipfelkopf von Piza dales Diesc. Hier setzte ich den Helm auf und in Minuten starrte ich vom Gipfel auf ungewöhnliche kahle Karstböden, verführerisches Sas dles Nü und andere Gipfel. Als ich Stimmen hinter mir hörte, Zeit zum Abstieg. Langsam und genussvoll kehrte ich zu Ju dla Crusc zurück und nahm den CAI 7 Weg, der sich CAI 13 kurz über den Hütten Fanes und Lavarella anschließt. Kurz nach der Gabelung gönnte ich mir eine längere Pause, bei der ich die Ohren spitzte, als ich merkte, dass ich zum Antonisattel über 300 m steigen muss; schon 900 m abgestiegen, aber wieder hoch nicht sehr motivierend. Ich fragte Vorübergehende nach Zeiten von hier zum Morgenstart, wo ich die Gondel erwischen sollte (Crusc Seilbahn fährt 27.6 bis 27.9 8.30 bis 17.15). Ungläubig schüttelten sie Köpfe, also musste ich deutlich beschleunigen. Am Sattel lächelte es mich beim Blick auf die Schutthalden zum Abstieg an. Ich schaltete höher und ohne schlechtes Gewissen für die armen Schuhe, denen beim Laufen auf Geröll übel ergeht, raste zur Tal. Obwohl ich so schnell ging wie Beine trugen, kein Ende oder Rand des Wegs in Sicht. Endlich am Abzweig CAI 15B, Schild sagt 1h 50min zur Kapelle. Hmm, etwas über eine Stunde. Echte Zeitkampf begann. Der Weg setzte Sahnehäubchen drauf, stieg wieder an und blieb so bis Seilbahn, auf die ich 2 Min vor offiziellem Ende einstieg. Mehr Glück als Verstand und so viel Willen, Kreis zu machen und mit Gondel nach Badia zu kommen, dass ich große rote Blase innen Knöchel gar nicht spürte, die am nächsten Morgen schmerzhafte Natur offenbarte, als statt Berge Einkaufen in Hoffnung auf gewünschte niedrige Schuhe.
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