| Bandzo17. 07. 2018 16:11:03 |
Für diesen Jahresurlaub wollten wir Berge und andere Kultur verbinden. Nach etwas Abwägen fiel die Entscheidung und wir wählten Georgien. Der kaukasische Staat bietet auf den ersten Blick genau genug Andersartigkeit, um interessant für das Kennenlernen neuer Kultur zu sein, bietet aber auch riesige Möglichkeiten zum Wandern im Kaukasus. Die Flugtickets waren schnell gekauft, dann entschieden wir uns auch für Autovermietung (4x4), obwohl wir gelesen hatten, wie gefährlich Fahren in Georgien ist und dass Georgier sehr aggressiv fahren. Nun, auch einige Worte über Straßen gelesen, dass sie nicht die besten sind. Wenn ihr euch für die Reise entscheidet und guten Anbieter für Autovermietung sucht, empfehlen wir Cars4Rent aus Tiflis. Haben sie nach langer Suche nach günstigstem Angebot und guter Versicherung und Abdeckung gefunden (Mietpreis ca. 45 Eur/Tag ohne Selbstbehalt für Suzuki Grand Vitara 2012). Und wir fuhren von Ljubljana über Istanbul nach Tiflis. Vor der Abreise haben wir nicht viel gelesen und uns vorbereitet, da wir keine Vorurteile über Sehenswürdigkeiten, Land, Temperament der Leute, Stimmung... schaffen wollten. Wir ließen das Ländchen am Südrand des Kaukasus uns auf seinen Pfaden führen. Alles, was wir ansahen, waren Hauptmerkmale und Quellen nationalen Stolzes und so fanden wir schnell heraus, dass Georgier tief religiöse orthodoxe Christen sind und sich mit Wein und Rebe identifizieren (soll hierher stammen, und es gibt älteste Beweise für Weinproduktion in diesem Land - ganze 8000 Jahre alt). Autoabholung am Flughafen und sofort Richtung Osten des Landes zur Region Kakheti, der bekanntesten Weinregion in Georgien. Fahrt durch anfangs chaotisches Tiflis verwandelt sich in Entwirrung verschiedener Arten und Gründe für Hupen (natürlich für uns). Dann entwirren wir alles irgendwie und erreichen schon die niedliche Stadt Sighnaghi, die fast toskanisch ist. Dorf auf kleiner Erhebung mit herrlichem Blick ins Alazani-Tal und östlichen Kaukasus. Wir einquartieren uns in nettem Guesthouse, nehmen höflich das angebotene exzellente hausgemachte Wein an und begeben uns auf Stadtrundgang und Abendessen mit Gläschen Wein. Nächster Tag Reisen nach Telavi und zwischendurch Halt im Städtchen Kvareli, wo eine der bekanntesten georgischen Weinproduzenten liegt - Khareba winery. Neben Topwein bekannt dafür, 11 km sowjetische Tunnel in Keller für - klar, Wein umgewandelt zu haben. Bei kurzem Rundgang und Spaziergang durch Tunnel lernen wir viel Neues über ihre Weintradition, über Kvevri (amphorenartig in Erde vergrabene Gefäße wo alkoholische Gärung von Traubensaft zu Wein stattfindet) über Khareba und dass sie in Tunneln bei konstanten 11 °C über 86000 Flaschen haben. Beeindruckend. Rundgang bietet auch Verkostung und später verbrachte Nachmittag in ihrem wunderschönen Garten. Der Weg führte uns nach Akhmeta, von wo Google die nächste Route nach Stepansminda (Kasbegi) über Tianeti vorschlug. Na klar. Für 19 km brauchten wir 1h30min, Straße wie auf Jermanca nach Starkregen.  Als wir die sehr schlechte Straße hinter uns lassen, schließen wir uns der sogenannten Military Highway an, die Tiflis mit Russland über Wladikawkas verbindet. Straße sehr aussichtsreich, fährst vorbei am Winterkurort Gudauri, auf höchstem Punkt ca. 2400 m ü. NN, dann Abstieg nach Stepansminda auf 1700 m ü. NN. Stadt sehr staubig, voller Lkw. Starker russischer Einfluss spürbar. Nach ganztägiger Fahrt schnell unter die Decke und morgens aus Tal über Gergeti Kirche zu ca. 2900 m ü. NN Panoramapass, wo Berg Kasbeg (5033 m ü. NN) sich wie auf der Handfläche öffnet und wo wir rasten. Vom Stepansminda Zentrum zur Kirche ca. 500 m Aufstieg, benötigte Zeit ca. 1 h. Weiterer Weg zum Pass ohne Schattenmöglichkeit, wir wählten für Aufstieg den am meisten getretenen Weg talauf. Nach insgesamt ca. 3h Gehen aus Tal erreichen wir Pass auf 2900m, ruhen Augen an wunderschönem Berg aus und kehren ins Tal über aussichtsreicheren Grat zurück. Sehr schöner Wanderung. Tour kann vom Pass um ca. 3-4 h zur Wetterstation Betlemi hut verlängert werden. Zum Hüttenweg auch über Gletscher. Nächster Tag schon Abschied von Kasbegi und Rückkehr Richtung Tiflis bis Mtscheta - alte Hauptstadt Georgiens, sehen Jvari Kirche und auf Autobahn eilen weiter nach Gori und Uplistsiche (ja, stelle mir vor wie ihr das gelesen habt ). Hier sahen wir erstmals in Fels gehauenes Heiligtum und es hat uns echt gepackt. Außergewöhnlich schön, Landschaft auch. Nach Übernachtung nahe Kutaisi Richtung Badeort Batumi, schnell besichtigt und ins Schwarze Meer bei Kobuleti Strand gesprungen. Von hier Küste entlang nach Zugdidi (obligatorischer Kulinarstopp) und in 100 km langes Tal, das reißender Fluss schneidet, zum abgelegensten Teil Georgiens - Swanetien und Stadt Mestia. Untere 1/3 Straße asphaltiert, Rest ausser Mestia beton- oder Schotterweg Mestia herrlich, wie alpines Dorf mitten im Kaukasus. Gepflegt, sauber, touristisch stark entwickelt. Haben auch eigenes Museum, das Swanengeschichte beschreibt und Einfluss der Swanen auf Goldene Vlies-Geschichte (Jason und Argonauten) erklärt. Nächster Tag Wanderung zu Koruldi Seen, auch hier Pflichtausrüstung Sonnencreme und mehr Sonnencreme bei spätem Start. Weg gut markiert, etwas Orientierung hilft nur, nicht vom Weg zu Seen zum Guli Pass abzuweichen. Am Grat halten. Nach Rückkehr ins Tal wetterlaunisch geworden und Regen begonnen. Da wir sahen, dass mit Starkregen in diesen Gegenden nicht zu spaßen ist, nutzten wir einen Tag für Ruhe und entspanntes Urlaub, nächsten Tag Gelegenheitsfenster stabiles Wetter genutzt und zurück nach Zugdidi geeilt. Einige Felsen auf Straße, einer kullerte genau vor Auto, aber wir umgangen. Auch Prometheus Höhlen besucht, Spaziergang unterirdisch ohne grossen Mehrwert. Gefühl, Hauptattraktion ist Beleuchtung und nicht Tropfsteine. Erreicht unsere Höhlen nicht ans Knie. Bei Nachrichtenverfolgung sehen wir, richtig entschieden, da Teil Swanetienregion von Starkregen mit Überschwemmungen und Erdrutschen heimgesucht und einige Dörfer weltabgeschnitten. Und so nächsten Tag weiter über Borjomi Stadt mit exzellentem Mineralwasser nach Achalziche, Rabati Burg besucht und in kleinem Dorf Tmogvi bei angenehmer und sehr gastfreundlicher Familie des "Patriarchen" Aleksandre übernachtet Landschaft um Hauptsehenswürdigkeit Vardzia hat uns so gefallen, dass wir Aufenthalt verlängert und so Genuss an Fahrten auf "Dirt Roads" auf verlassenen Hochebenen gehabt, herumstreifen und alte Ruinen am Fuss tiefer Tal erforscht, das Mtkvari Fluss (Kura) schneidet, Siesta unter Baumkronen gehabt und irgendwie Seele hier festgemacht  Gefolgt Übergang über Paravani Seen und Nationalpark Algeti (nebenbei erste Gäste in neuem Empfangs zentrum - halb noch Baustelle) zur Tiflis Seite. Von hier nach Udabno Stadt, wo wir auf einsamer Straße sitzen und Sonnenuntergang in Halbwüste beobachten. Nächster Tag Besichtigung Kloster Davit Gareja und nach 2,5 h Tour bei 44°C um 11 Uhr (früher Besuch zwingend - Straße schlecht, heiss wie Hölle) weiter Richtung Tiflis und in ruhiger Stimmung mit Puls interessanter Stadt Reisebilanz gezogen. Georgien ist wunderschön, vielfältiges Land. Solche Armut aufs Land und ausser grossen Städten nicht erwartet, Leute und Gastfreundschaft, Bescheidenheit, Glaube und Zugehörigkeit sowie nationaler Stolz Vorbild für uns. Georgien bietet am meisten, wenn ohne Erwartungen angegangen. Und wenn du (rein) den Bildern nicht glaubst, die Georgier bewerben  Und sichere Schritte weiterhin, Ben
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