| Macesna7. 08. 2022 22:45:06 |
Im Urlaub in den Dolomiten sind wir auf diese zwei kühnen Türme oberhalb des Sellapasses gestiegen. Der zweite Turm (Seconda Torre del Sella, 2598 m) ist besonders interessant, da ein anspruchsvoller und sehr schöner Anstieg hinführt. Die sogenannte via normale ist eine Kombination aus Klettern I. und II. Grades, etwas Gehen, und der Gipfel wird von einem knapp 20 m hohen Kamin abgeschlossen, anfangs II und dann III Schwierigkeit. Die Türme (meist werden vier genannt) sind beliebtes alpinistisches Ziel, in ihren Wänden viele Routen in ziemlich kompaktem Fels, Schönheit der Umgebung und Atmosphäre sind außergewöhnlich. Kleiner Parkplatz (wo es sehr schwer ist, einen Platz zu bekommen) genau auf dem Sella-Pass-Scheitel (2240 m), beim Hotel Maria Flora. Größerer (bezahlter) Parkplatz etwas weiter vorn, ca. 100 Höhenmeter tiefer, aber wir nahmen lieber den Bus (mit Übernachtung im Tal kriegt man Karte für kostenlose Busse in der Umgebung). Ca. 40 Minuten dauert der unmarkierte Weg von Maria Flora zu den Türmen, zum Fuß der Südwand (eigentlich der Wand zwischen Türmen und benachbarter Piz Ciavazes), die aus der Ferne unmöglich leicht zu queren scheint. Aber es geht, über Bänke und »Canalini«. Anfang über polierten und ziemlich fiesen Schutthalde-Graben, erste 3 m mit III+. Kann man etwas rechts umgehen (II). Dann suchten wir Abstiegsspuren von Alpinisten (falls sie nicht »abseilen«), es gibt auch Steinmännchen (obwohl hauptsächlich abwärts sichtbar), stellenweise Steig, sonst Klettern I. und II. Grad in kurzen Zügen. Fels ist gut. Etwa in der Mitte Abzweigung: links »cengia erbosa«, grasige Bank, die zum 1. Turm führt (Prima Torre del Sella, 2533 m), auf den wir vor ein paar Tagen gestiegen sind und der niedriger und leichter zugänglich als 2. ist. Diesmal abbiegen wir rechts auf Steig und bald links. Hier etwas mehr Klettern. Schwierigstes ist der genannte Zug mit Kamin am Ende (II und III, unter 20 m) an der Nordseite, wo wir einmal gesichert haben. Oben am Kamin Ring an Bohrhaken, dazwischen ein mit Prusik ausgestattetes Felsohr, das in Dolomitenfelsen ziemlich häufig ist, wie wir feststellten. Von da Bank direkt zum Gipfel, auf dem wie sich gehört wenig Platz ist (noch weniger auf den Zacken des 1. Turms), und auch das Gipfelbuch fehlt nicht. Aussicht und ganze Atmosphäre wirklich beeindruckend; um dich reine Vertikalen – wilder, echter Welt von kühnen Türmen und steilen Wänden, wohin du so schnell aus den freundlichen grünen Wiesen des Sellapasses vorgedrungen bist. Abstieg natürlich derselbe; über Kamin abklettern mit Sicherung. Infos zum Anstieg zu den Türmen hauptsächlich auf italienischen Seiten. Orientierung nicht ganz einfach: einfachste Übergänge suchen und aufpassen, nicht in Abstiegsspuren anderer Wände zu geraten.
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