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Forenliste / Slowenien / Dolomiten / Alta Via 1 - Verbindungsweg durch die Dolomiten

Alta Via 1 - Verbindungsweg durch die Dolomiten

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bagi2. 09. 2024 11:34:49
Wir erkunden die Dolomiten seit einigen Jahren und dabei viele Gipfel besucht, schöne Anstiege entdeckt und die meisten Klettersteige durchklettert. Aber wir haben uns etwas zu wiederholen begonnen und brauchten eine neue Herausforderung. Die kam in Form dreieckiger Markierungen für Verbindungswege durch die Dolomiten mit dem gemeinsamen Namen Alta Via. Die hatten wir unzählige Male gesehen und endlich haben sie auch uns angelockt nasmeh. Zum Einstieg kam *La Classica* dran.

Alta Via 1 ist die Mutter von noch acht ähnlichen und ihr Anfang datiert ins ferne Jahr 1966. Obwohl relativ die leichteste, ist sie zugleich eine der schönsten. Sie quert Braies-Dolomiten, die Fanes-Senes-Gruppe, dann Dolomiti d’Ampezzo, Zoldo- und Belluno-Dolomiten und noch mehr. Wir waren überall schon, aber diesmal war die Erfahrung deutlich anders.

In einem Rutsch 129 km und 8400 Höhenmeter gelaufen, je nach Endvariante. Es gibt zwei, jeder wählt nach Erfahrung und Kondition. Wir sind die längere und deutlich schwerere von beiden gegangen, die direkt unter dem Gipfel Monte Schiare verläuft. Abgestiegen über Klettersteig Marmol und vorbei am Rif. 7°Alpini zur Endstation Belluno.

Auch in diesen Höhen waren die Tage zu heiß, aber Wasser reicht entlang des ganzen Wegs. Wir haben nur zwei 0,5l-Flaschen ständig nachgefüllt, zwei waren Reserve und bis zum Ende unberührt. Sicher ist sicher, was sich auf Alta Via 1 als unnötig erwies. Wasserquellen hat nicht mal dieser August ausgetrocknet.

Hütten mehr als genug, also für Essen nicht viel sorgen. Preise für Getränke und Speisen stellenweise sogar niedriger als bei uns, Angebot ungleich höher. Auch in touristischsten Bereichen Preise normal, Personal freundlich und zuvorkommend trotz Massenbesuchs. Noch eine Kuriosität. In jeder besuchten Hütte konnten wir mit Personal problemlos Englisch sprechen.

Andere Geschichte mit Übernachtungen nahe bekannterer Gipfel, besonders am Wochenende. Dann ist alles ausgebucht, sogar verschiedene Winterräume oder Ähnliches. Slowenische Varianten des Hüttenschlafens kennen sie dort nicht. Viele Wanderer auf Alta Via 1, erkennbar vor allem an riesigen Rucksäcken. Die buchen Hütten Monate, sogar ein Jahr im Voraus, besonders die vom anderen Ende der Welt. Wir trafen etliche Amerikaner, auch viele Koreaner und sogar eine Australierin dabei. Wir haben hauptsächlich trockenes Wetter gejagt und daher keine Hütte gebucht, aber Zelt vorsichtshalber mitgenommen.

Das ist eine eigene Geschichte. Grundsätzlich ist Zelten außerhalb Camps verboten, Strafe angeblich 700€. Inoffiziell erlaubt es aufzustellen, aber nur für eine Nacht zwischen Dämmerung und Morgengrauen, vor allem abseits Hütten und Blicken. Kein Müll und Spuren hinterlassen ist selbstverständlich.

So viel allgemein. Wie wir gewandert sind, wo geschlafen und Rücklogistik folgt im Anschluss...
(+14)gefällt mir
bagi3. 09. 2024 11:38:37
Tag 1 - Brajniško See / Fanesi (mit Übernachtung im Freien)

Zuerst mussten zum Ausgangspunkt kommen. Dorthin über Österreich gefahren und auf günstigem Parkplatz P3 direkt am See geparkt. Dieses Jahr 8 €/Tag, Zufahrt ohne Online-Reservierung nur bis 9 Uhr, Rückkehr jederzeit. Dem Mann am P3-Eingang gesagt wie viele Tage weg und für jeden Rechnung gegeben. Einfach und effektiv. Keine Zahlungskontrolle am Ausgang nasmeh.

Alta Via 1 beginnt am weltberühmten Brajniško See und dementsprechend Touristen aus aller Welt dort. Kameras klicken überall, nervige Drohnen im Überfluss und schnell die schöne Kulisse verlassen. In die Steilheit gebissen und zuerst zum Rif. Biella Hütte hochgestiegen dann gemütlich zum Rif. Sennes Hütte spaziert. Dort Pause in angenehmer Umgebung gemacht dann weiter an nächsten Hütte vorbei und auf extrem steilem Weg ins Tal abgestiegen.

Es folgte Anstieg zu Fanesi und sehr touristischem Bereich der Hütten Rif. Lavarella und Rif. Fanes. Sogar Koffer dort gesehen velik nasmeh. Aber trotz großer Kapazitäten kein freies Bett zu bekommen. Deshalb weiter ohne geplantes Ziel da wussten diesmal im Zelt schlafen. Dieses kurz vor Dunkelheit auf ca. 2300 m Höhe bei kleinem Quell aufgestellt. Zahlreiche Gipfel umgeben uns und vor allem Stille. Dies uns eine Weile ein kleiner Einheimischer geraubt der um Zelt schnüffelte dann in das Land der Träume umgezogen...
Nach der Fahrt aus Slowenien parken wir direkt am Brajnischen See1
Die bekannteste Kulisse, für die die Serie Der Bergdoktor maßgeblich verantwortlich ist2
Der offizielle Start des Alta Via 1 Pfades liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Sees3
Beim Aufstieg hält uns der Schatten Gesellschaft. An die schweren Rucksäcke müssen wir uns noch gewöhnen4
Die Sonne erwischt uns in der Gipfelsteiligkeit. Zum Glück springt der Wind ein5
Einige Drahtseile sind mehr für die vielen Touristen gedacht als wirklich nötig6
Bald erreichen wir den Sattel Sora Forno, wo der Aufstieg zur Croda del Becco beginnt7
Blick auf die schöne Senes-Landschaft unter uns. Den Gipfel lassen wir diesmal aus, da er nicht zu unserer Route gehört8
Wir steigen zur Rif. Biella Hütte ab. Es ist noch früh, daher machen wir keine Pause9
In diesem Gebiet ist die AV1 gut markiert, was aber nicht überall der Fall ist10
Croda del Becco, auch Seekofel oder Sas dla Porta. Dort oben waren wir letztes Jahr11
Das Gehen ist purer Genuss :). Die Landschaft ist schön und nur leicht wellig ohne übermäßige An- oder Abstiege12
Überall gibt es genug Hinweise zum Park, ebenso einen Haufen Verbote13
Schöne Landschaft. Im Hintergrund der schöne und ohne besondere Schwierigkeiten erreichbare Gipfel Muntejela de Senes14
Rif. Sennes Hütte. Hier waren wir noch nie, daher nehmen wir uns Zeit für eine Pause15
Dieser Hov-Hov muss sein eigenes Futter selbst tragen :)16
Sehr große Alm Fodara Vedla. Hier werden wir noch eine unbekannte Hütte sehen17
Die gleichnamige Hütte, wegen des näheren Ausgangspunktes aus dem Tal auch öfter besucht. Sie hat sogar eine Ladestation für E-Bikes.18
Kein Wi-Fi, aber ein Rat ist in der heutigen Welt Gold wert.19
Kühe können auch ohne Signal genießen, obwohl jede zwei Antennen hat :)20
Richtung links, folgt ein steiler Abstieg ins Tal.21
Das Foto zeigt die echte Steilheit nicht, der Abstieg ist nicht wesentlich schneller als der Aufstieg.22
Dahin müssen wir absteigen. Hinter der Hütte ist der Haupt- und letzter Parkplatz.23
Hütte Rif. Pederü ist privat. Wir waren hier noch nie.24
Nach kurzer Pause setzen wir den Aufstieg durch Val di Marebbe fort. Blick zurück…25
Blick nach vorn. Unser Pfad verläuft rechts, die parallele Straße bis zu den nächsten Hütten.26
Ciamina-Grat über der Straße.27
Nicht viele Schilder, nur vor und zurück :)28
Touristische Alm Pices Fanes. Hier gibt es viele Tagesbesucher, die zusätzlichen Verdienst bringen.29
Noch eine tourismusabhängige Hütte Ücia dles Muntagnoles. Gerade kamen echte Koffer an :)30
Straßenkreuzung zu einer oder anderen Berg-hütte.31
Hütte Rif. Fanes, Eigentum des CAI. Kein freies Bett unter gar keiner Bedingung.32
Wir füllen nur Wasser nach, neben der Raufe schöner Garten mit tollem Gemüse. Frischer nicht möglich.33
Hinten richtige Apartments. Alles ausgebucht.34
Wir machen weiter, keine Alternative. Blick zurück auf Weg und Berg St. Anton.35
Der Pfad führt am kleinen Lago di Limo vorbei. Wir waren hier schon öfter.36
Bekannte Wegweiser. Typisch holz für diesen Nationalpark, werden mit Zeit unleserlich.37
Der Hügel in der Mitte ist La Varella, nach der eine der vorherigen Hütten benannt ist.38
Alm Ucia de Gran Fanes mit aufgeblähten Preisen, nur einmal auf dem gesamten Weg.39
Aber das hat den Gesamteindruck nicht verdorben. Du zahlst, denkst dir deinen Teil und gehst weiter in die wunderschöne Landschaft.40
Alter Bekannter am Weg, Cima Campestrin.41
Der Tag neigt sich dem Abend zu, wir genießen die Kühle des Val-Fanes-Tals.42
An geeigneter Abzweigung biegen wir links zum Sattel Forcella di Lago ab, wohin die AV1-Route führt.43
Der Tag verabschiedet sich schon und nahe der Quelle finden wir schnell einen Platz für das Biwak. Wir lagern auf ca. 2300 m Höhe.44
GPS-Track des ersten Tages. Es kamen 26 km und 1900 Höhenmeter zusammen.45
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bagi4. 09. 2024 11:41:24
Tag 2 - Fanesi / Hütte Rif. Città di Fiume

Der Tag begann mit dem Abbau des Zeltes bei wundervollen Blicken auf den frühen Morgen. Die Kälte hat uns schnell vertrieben und bald den Pass Forcella di Lago überquert dann bis zum See Lago di Lagazuoi abgestiegen. Dort mindestens dreißig Leute gezählt die in Zelten oder ohne übernachteten. Gefolgt Anstieg zum gleichnamigen Pass dann Abstieg ins Tal vorbei Spitze Col dei Bos Querung Hauptstraße und nochmal Anstieg am gegenüberliegenden Hang Richtung Türme Cinque Torri. Etwas tiefer vorbei Hütte Cinque Torri und tief ins Tal bis Straße nach Passo Giau abgestiegen.

Von da stundenlang Anstieg ans gegenüberliegende Ufer bis Hütte Rif. Croda da Lago die auf herrlicher Lage steht. Hier längere Pause für letzten Bissen Anstieg zu Pass Forcella Ambrizzola und Überquerung auf gegenüberliegender Seite des Grats zur Hütte Rif. Città di Fiume. Tag schon stark ins Endstadium gekippt aber schöne Route mit exzellentem Untergrund war perfektes Gegenstück zur vorherigen. Kilometer flogen und noch gut vor Dunkelheit am Endziel. Etwas mit Kloß im Hals weil nichts reserviert aber alles gut gegangen nasmeh. Warme Dusche weggespült Tagesdreck und gekühlt überhitzte Körper gute Abendmahlzeit gestillte Mägen. Unbezahlbar velik nasmeh.
Morgendlicher Blick auf den benachbarten Dreitausender Piz dles Cunturines.1
Wir packen schnell die Rucksäcke und machen uns zum Sattel Forcella di Lago auf.2
Dort erwarten uns ein Wegweiser und das Alta-Via-1-Schild.3
Der Übergang ist uns schon bekannt. Es folgt Abstieg über sehr steiles Schrofengelände.4
Wegmarke, und so geht es bis zum See weit unten.5
Die Steilheit wird klug durch viele bequeme Kehren gemildert, die über lange Zeit gebaut wurden.6
Kleiner See Lech de Lagacio, beliebter Biwakplatz. Der Querweg darüber wurde von einer Muren fortgeschwemmt.7
Wir waren hier vor Kurzem. Es steigt zum Sattel Forcella Lagazuoi auf.8
Dort weisen Schilder uns zu einem weiteren Sattel, diesmal Forcella Travenanzes.9
Piz Fanesi, immer anziehend, immer schön.10
Rückblick auf eine der touristischsten Hütten ... Rif. Lagazuoi11
Wir steigen ins Tal ab, überqueren die Hauptstraße und klettern auf der anderen Seite zum Rif. Scoiattoli12
Sie steht neben den Türmen Cinque Torri mit trauriger Geschichte aus dem Ersten Weltkrieg13
Es folgt der Abstieg zu einer weiteren Hütte in der Nähe, diesmal Rif. Cinque Torri. In keiner ist Übernachtung möglich14
Von hier aus begeben wir uns für eine Weile ins Unbekannte, wo wir noch nie gewesen sind15
Der Blick ist uns aus anderen Erkundungen bekannt, aber wir haben keine Ahnung, wohin es genau geht16
Zuerst steigen wir stark ab und früher oder später müssen wir die Höhe aufholen17
Folgen 437, Markierungen für AV1 fast nicht mehr vorhanden18
Nach langem und heißem Aufstieg erreichen wir den Lago Federa. Pferde sind für besseres Weiden und Abkühlung bis zu den Knien im Wasser :)19
Hütte Rif. Croda da Lago, auch Rif. Palmieri, die noch stark nach Altem riecht :)20
Es ist noch früh, daher verabschieden wir uns von den freundlichen Wirten und gehen weiter21
Gipfel einer sehr interessanten Form, Becco di Mezzodì22
Nach einem exzellenten und flachen Pfad erreichen wir den Sattel Forcella Ambrizzola. Hier schauen wir auf die andere Seite23
Wir biegen links ab und auch hier laufen wir auf einem schönen Weg :)24
Rückblick. Hinter uns schon etliche Kilometer, einige warten noch25
Dieser Gipfel wartet noch auf uns. Monte Pelmo verbirgt sich in den Wolken26
Links begrüßt uns La Rocheta27
He he … er hat das Auto eingezäunt, damit die Ziegen es nicht fressen :)28
Hirtenunterkünfte. Hier ist es nicht so bequem wie bei uns29
Rif. Città di Fiume. Vielleicht lächelt uns das Glück in Form von Etagenbetten an :)30
Fragen schadet nicht und nach etwas Warten bekommen wir das Gewünschte. Vor allem gibt es eine heiße Dusche für 5 €/5 Minuten, was mehr als genug für uns beide ist :)31
Dieser Tag war einer der längeren. Wir legten 27 km und 1700 Höhenmeter zurück.32
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bagi5. 09. 2024 12:35:07
Tag 3 - Hütte Rif. Città di Fiume / Cappana Trieste

Dieser Tag voll schöner Ausblicke, einiger neuer Wege und schon recht bekanntem. Vorbei Monte Pelma abgestiegen nach Palafavera und wie immer Civetta-Silhouette bewundert. Vor einem Jahr quer durch sie gewandert und für uns eine der besten Erlebnisse. Diesmal vorbei Hütte Coldai und nahem See in ihr Hinterland. Erst in Hütte Rif. Tissi Pause gemacht. Dazwischen für den Spaß den einzigen Gipfel der ganzen Route besucht, wenige Minuten entfernte Cime di Col Rean.

Wegfortsetzung auch bekannt und Rif. Vazzoler-Hütte für Übernachtung geplant. Hat 80 Lager und letztes Mal fast leer. Diesmal jeder Platz besetzt inkl Winterraum. Wirt riet Zelt im nahen Wald, aber auch dort voll. Also weiter und unterwegs Übernachtungsmöglichkeiten bewertet. Direkte Fortsetzung versprach wenig für Zelt, daher abgestiegen zur tieferen Cappana Trieste. Dort freie Betten, gratis Dusche und gutes Abendessen. Richtige Entscheidung nasmeh.
Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von den Gastgebern und begeben uns als Erste auf den Weg.1
Monte Pelmo, diesmal ohne Wolkendecke2
Der Morgen ist frisch, das Gehen ist ein echtes Vergnügen3
Wir setzen den Weg zu den Dinosauriern fort, werden aber vorher abbiegen4
Das Gelände ist ziemlich feucht, daher sind an vielen Stellen Stege angelegt5
Hier ist unser nächstes Ziel markiert, gleich zwei davon6
Rifugio Palafavera, das so früh noch menschenleer ist. Die Terrasse gehört nur uns :)7
Die Hütte hat ein ausgezeichnetes Angebot, daher setzen wir den Weg zum Rif. Coldai erst nach längerer Pause fort8
Malga Pioda, wo auch eine Wassertrufe ist. Dahinter biegen wir scharf links ab, bzw. dorthin, wo die Massen gehen :)9
Überall drängen sich die Leute. Es gibt unzählige Abkürzungen und wenn du dem markierten Weg folgst, bist du an vielen Stellen allein :)10
Blick zurück …11
Rifugio Sonino al Coldai. Hier überspringen wir die Pause, denn es ist wie an einer Bushaltestelle12
Auf keinen Fall. Wir halten uns an zwei Hütten dieser Liste.13
Wunderschönes kleines Seechen Lago di Coldai.14
Leider ist es auch vielen Touristen bekannt.15
Aber bald sind wir allein und setzen AV1 fort. Hier ist sie anders markiert, die Nummer ist immer rot.16
Der Quersweg unter dem Civetta-Massiv ist wegen Resten von Lawinen und Erdrutschen gesperrt.17
Unser Ziel liegt auf jener Spitze. Dorthin ist es noch ein langer, heißer Weg.18
Blick zurück …19
Hütte Rif. Tissi. Hierher muss man ganz schön kraxeln, daher keine Massen wie erwartet.20
Der einzige Gipfel, den wir auf der ganzen Strecke besucht haben, und das nur wegen fünf Minuten zusätzlichem Laufen :)21
Blick vom Gipfel auf die Hütte und die Civetta-Wand.22
Nach längerer Pause fahren wir zur nächsten Hütte auf AV1 fort.23
Noch ein Blick zur Civetta.24
Verlassene Alm auf dem großen Plateau Pian della Lora. Kuriosum: die Vazzoler-Hütte hat Wasser hierher geleitet.25
Davon gibt es mehr als genug, der Boden ist sogar sumpfig. Dieselben Blumen gibt es auf den Mokrinah.26
Einer der vielen Türme am Weg. Hier ist Paradies für Kletterer.27
Hütte Rif. Vazzoler, voll bis unters Dach. Hier ist kein Platz für uns.28
Wir suchen einen guten Platz für das Zelt. Vielleicht brauchen wir Hilfe von der Dame im Stamm :)29
Wir haben noch etwas Zeit vor Einbruch der Dunkelheit, beurteilen laufend die Situation hinsichtlich der Weiterführung des Weges.30
Alles sieht ziemlich alpin und zugewachsen aus. Wir müssen eine andere Entscheidung als die ursprüngliche treffen.31
Kein nutzbarer Platz für das Zelt sichtbar, daher steigen wir lieber einige hundert Höhenmeter zu den Cappane Trieste ab.32
Die Hütte liegt auf dem Parkplatz und ist als solche nicht sehr interessant für Übernachtungen. Wir bekamen problemlos Betten, das Abendessen haben wir gerade noch erwischt :)33
Diesmal haben wir 27 km und 1300 Höhenmeter zurückgelegt34
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bagi6. 09. 2024 10:36:09
Tag 4 - Cappana Trieste / Hütte Rif. Pramperet

Vor uns der anstrengendste Tag, wussten es aber noch nicht. Morgens zuerst zurück zum Vortagsstart und Richtung Hütte Rif. Carestiato. Dorthin lange Stunden, größtenteils steiler unbequemer Pfad. Unterwegs geschaut wo vorher Zelt hätten's stellen können. Nur zwei kleine Plätze gefunden: ersten gute Stunde vom anfänglichen Kreuzweg, zweiten noch halbe Stunde weiter. Einer auch ganz am Anfang, für uns aber viel zu früh.

Von Carestiato-Hütte Abstieg zum Passo Duran und rechts ab Hauptstraße runter. Sonne schon stark gebrannt, mit feuchter Luft ganz schön ermüdende Kombi. Drauf gar himmlischer Ventilator ausgefallen und manche Abschnitte wie Wandern in Tropen.

Nach langem Weg erschöpft in Rif. Pramperet-Hütte angekommen, glücklicherweise Platz ohne Problem. Und nicht nur das. Dieses Jahr leiten vier junge Kerle sie, jeder auf eigene Weise etwas verrückt velik nasmeh. Alles lief auf besondere Art mit vielen Ungewöhnlichkeiten und endete mit gemeinsamen Abendessen aller Wanderer an einem Tisch. Gerichte total ungewöhnlich, jedes zum Fingerablecken. Insgesamt so gute Erfahrung noch nie gemacht, obwohl in vielen Dolomitenhütten geschlafen. Und keine Missverständnisse... überall OK, aber hier war's mehr nasmeh.
Neuer Morgen, neuer Tag. Nach dem Frühstück verabschieden wir uns und begeben uns zum Ausgangspunkt.1
Eine Gruppe Soldaten, die nachts wilde Zeltplätze kontrolliert haben :)2
Nach etwa einer Stunde erreichen wir den Punkt, wo wir gestern hätten weitermachen sollen.3
Die gestrige Einschätzung war ziemlich richtig. Der Pfad ist nicht gerade ein Musterbeispiel für Komfort, noch nirgends Platz für ein Zelt.4
Dazu ist sie extrem steil und zugewachsen, was wir nicht gerade erwartet hatten.5
Nach einigen Stunden erreichen wir endlich ebenes Gelände und die erste Sonne.6
Der Blick auf die sonnenbeschienenen Gipfel zaubert schnell ein Lächeln :)7
Die Abstiegsrinne der langen und anstrengenden Ferata Costantini, die noch auf uns wartet.8
In der Nähe ist eine Hütte, daher tauchen immer mehr Wanderer auf, nach der Ausrüstung eher Touristen.9
Rifugio Bruto Carestiato. Hier machen wir eine längere Pause.10
Nach der Stärkung folgt der Abstieg zum Pass Passo Duran.11
Wie üblich ist es voll mit Blechdosen.12
San Sebastiano auf der anderen Seite wartet noch auf uns.13
Ungewöhnlich für AV1, längerer Abstieg auf der Hauptstraße.14
… und zwei Slowenen :)15
Anstrengend. Wir gehen durch hohes Unterholz in stickiger, schwüler Luft …16
Jemand hat endgültig aufgegeben :)17
Dann folgt ein langes Queren von Schuttfeldern in sengender Sonne und völliger Windstille. Sogar dem Wind ist es zu heiß :)18
Zum ersten Mal entdecken wir das Schild zum Endziel, Hütte Rif. Pramperet. Wenn kein Platz, schlagen wir das Zelt auf.19
Das sieht nicht gut aus. Über den Gipfeln sammeln sich Gewitterwolken.20
Wir erreichen die Hütte noch bei klarem Wetter, aber hinter uns knallt es schon21
Ohne Probleme erreichen wir sogar unser Zimmer, nicht nur den Schlafsaal. Der Küchenchef kocht schon das Abendessen22
Wir sind gerade noch vor dem Unwetter hineingekommen. Sehr schnell verdunkelt es sich auch über der Hütte23
Zuerst prasselt Hagel in Strömen, dann gießt es wie aus Kübeln. Eine halbe Stunde, nicht mehr. Beim Abendessen folgt die Wiederholung...24
GPS-Track der gewanderten Strecke. 22 km und 1700 Höhenmeter angesammelt25
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bagi9. 09. 2024 13:42:24
Tag 5 - Hütte Rif. Pramperet / Hütte Rif. 7°Alpini

Frühstück diesmal ausgelassen, langer Tag voller Unbekannter voraus. Wege unbekannt, Abstiegs-Klettersteige im Monte-Schiara-Massiv noch weniger. Nur wussten wir, volle Strecke bis Belluno wollen, d.h. Gebirgsmassiv queren. Längere, anstrengendere und stellenweise stark exponierte Variante, ungeeignet für meisten AV1-Wanderer. Die gehen anderen Weg direkt ins Tal dann Bus nach Belluno. Beide Varianten Alta Via 1.

Nach morgendlicher Abfahrt nur noch Halt in Hütte Rif. Pian de Fontana. Schön, sauber, gepflegt, angepinnt ausgeglichen über steile Rinne. Gerade Rinnen kennzeichnend hier. Tief, steil, ganz grün. Schiara-Massiv sticht stark heraus und endlich erreicht. Sonne irgendwo versteckt und abgestiegen in nebligen geheimnisvollen Welt und Klettersteig Marmol. Toller Steig, aber viele gelaufene km und schwere Rucksäcke erforderten extra Vorsicht und Aufmerksamkeit jedes Detail. Schritt für Schritt gemeistert und langsam runter zur Hütte Rif. 7°Alpini. Dort letzter Akt des Tags... Übernachtung. Aber unerwartete Belohnung, Zimmer für Gäste nur für uns nasmeh. Danke Wirt. Erfrischende Dusche vor Abendessen, etwas Tischgespräch abends, dann gute Nacht...
Wir verabschieden uns von ihr mit den schönsten Erinnerungen :)1
Cima De Zità Nord glüht in der sich erwachenden Sonne. Der Pfad führt danach rechts daneben.2
Blick zurück. Unter diesen Gipfeln liegt die Hütte, von der wir gerade gekommen sind.3
Vorerst sind wir noch im Schatten und in der angenehmen Morgenfrische. Am Sattel erwischt uns die Sonne.4
So, wir sind schon drüben. Von hier aus steigen wir lange nur ab.5
Blick auf das Monte Schiare Massiv. Dahin müssen wir hoch.6
Aber momentan genießen wir die herrliche Landschaft und zahlreiche Murmeltiere, die sich nicht viel um den Menschen kümmern.7
Die Landschaft ist völlig anders als gestern. Hier sind wir noch nicht gewesen.8
Und bald bricht das Plateau ab und wir müssen diese Steilheit zum nächsten Hütten absteigen.9
Sie ist tief unten und der Weg dorthin ist nicht gerade einfach. Sie verdient sogar Warnungen über die Schwierigkeit.10
Wir sind von oben heruntergestiegen, im Vordergrund eines der Unterkünfte neben dem Hauptgebäude.11
Rif. Pian de Fontana, zentrales Gebäude. Unterkünfte sind in kleineren Gebäuden drumherum.12
Interessante Markierung mit den darauf folgenden Hütten.13
Blick zurück zur Hütte Rif. Pian de Fontana vom Hügel auf der gegenüberliegenden Seite. Dazwischen eine tiefe Schlucht.14
Pfadfinder in der Pause, für uns geht der Marsch weiter :)15
Auch hier ist es schön :)16
Die Landschaft um Schiara ist voller tiefer Gräben. Bei einem Sturz gelten nur Einzelfahrausweise.17
Aber die Richtung ist richtig. Hier gibt es zwei Varianten. Eine Abstieg ins Tal, die andere Aufstieg Richtung Schiara.18
Wir wählen die schwierigere mit natürlicherem Verlauf Richtung Endziel Belluno.19
Wir müssen ins Sattel. Überraschenderweise ist im Graben noch Schnee …20
Der Weg führt am Schneefeld vorbei. Nach anstrengendem Aufstieg erreichen wir endlich das Sattel und den Einstieg in die Klettersteig.21
Am Anfang wirkt es nicht besonders anspruchsvoll und die Sonne lächelt uns sogar an.22
Ohne besondere Mühe queren wir verschiedene Platten. Auch der Aufstieg ist nicht zu steil.23
Tafel aus vergangenen Zeiten. Die Ferrata Piero Rossi hieß ursprünglich Ferrata Marmol.24
Auch die Fortsetzung ist nichts Besonderes. Schwere Rucksäcke behindern uns nicht sehr.25
Abzweig zum Schiara-Gipfel, aber nicht Teil unseres Weges. Kommen wir wieder :)26
Die Sonne hat sich verabschiedet, eine geheimnisvolle Welt aus Nebeln ist entstanden. Wir beginnen abzustiegen.27
In der Ferne taucht das Bivacco del Marmol auf.28
Der Bivak ist neuer, mit deutlich mehr Platz als der klassische. Drinnen ist alles aufgeräumt, keine Tschechen :)29
Wir fahren fort...30
Das Gelände wird gelegentlich anspruchsvoll, daher vorsichtig an den Stahlseilen absteigen31
Einige Polster, etwas Schutt, und ziemlich steile Stufen...32
Und so kamen wir langsam von irgendwo da oben. Aber der Abstieg ist noch lange nicht zu Ende...33
Das Gelände wird immer steiler, glücklicherweise ist der Fels gut strukturiert34
Interessant, auf den Markierungsplättchen steht Marmol und nicht Piero Rossi35
Hmm, das steigert den Adrenalinspiegel :)36
Über den senkrechten Stufen helfen auch Leitern37
Uff, nur um Luft zu holen...38
Kreuzung, wo wir schon ans Ende der Via ferrata denken39
Fehler und ein großer. Einige schwierigere Abschnitte warten noch auf uns...40
Die Via ferrata ist herrlich, zweifellos. Nur wir spüren schon die vielen Kilometer und schweren Rucksäcke41
Bauer der Via ferrata...42
Wir haben es geschafft :). Blick zurück auf das natürliche Portal, charakteristisch für diesen Teil des Gebirges. Die Via ferrata verläuft rechts davon43
Der Tag verabschiedet sich, wir versuchen erneut unser Glück in der Rifugio 7°Alpini44
Und wir haben sie :). Jemand gibt ein Privatzimmer frei und der Wirt weist es uns zu :)45
Anstrengender, landschaftlich sehr schöner Tag. 14 km und 1600 Höhenmeter angesammelt46
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bagi10. 09. 2024 10:35:16
Tag 6 - Hütte Rif. 7°Alpini / Belluno AP

Wartete noch kürzere Abschlussetappe, Start Abstieg durch Schlucht des Ardo-Bachs. Schlucht malerisch gar nicht langweilig, Zeit verflogen. Fortsetzung rein straßig. Bis Belluno noch 7 km Asphalt auf Landstraßen. Glücklicherweise wenig Verkehr, solche Märsche aus anderen Touren gewohnt. Einfach hinnehmen und geplantem Weg folgen. Noch gute Stunde vergangen und Stadt direkt voraus. Damit Ende unserer AV1 und Rückkehr zum Start organisieren. Ganz schön logistischer Brocken, hat aber voll geklappt. Nach Stunden schon am Braies-See nasmeh. So abgelaufen:

1. Am AP Belluno (neben Bahnhof) Bus-Tickets nach Cortina d’Ampezzo gekauft... Linie 9, Dolomitibus. Linie hat Umstiegshalt Tai P.le Olimpico, dort aussteigen.

2. Dann dort Linie 30 warten, auch Dolomitibus. Zur Hauptstation Cortina d’Ampezzo gebracht. Ticket aus Belluno noch gültig.

3. In Cortina Umstieg Linie 445, Sudtirolbus Richtung Toblach. Tickets im Bus.

4. Am Haupt-AP Toblach Umstieg Bus Linie 442 nach Lago di Braies. Hauptsaison Sonderregel. Tickets nicht im Bus kaufen, sondern online vorreservieren. Fahrerlaune ob dich mitnimmt und Reservierung während Fahrt regelst oder an Haltestelle machst und nächsten wartest.

Noch Warnung... unter der Woche beschriebene Verbindungen häufig und zurück zum Start mit minimalen Wartezeiten zwischen Linien. Weniger samstags, schlechter sonntags keine Arbeiterbusse. Häufigkeit saisonal abhängig, daher Rückweg zwingend vorplanen.

Fazit... volle AV1 durchwandert, schon nächste im Blick. Sagt alles über Erleben des Wegs. Hervorragendes Erlebnis velik nasmeh.
Wir winken den Hütten zum Abschied bei erstem Licht. Noch einige Kilometer vor uns, vor allem die Heimfahrt.1
Malerische Schlucht des Ardo-Bachs. Entlang fast sechs Kilometer Pfad bis zum Parkplatz.2
Der Bach ist wildbachartig, daher sind die Brücken darüber stabil gebaut.3
Der Pfad ist wirklich malerisch und trotz Länge nie langweilig.4
Hehe … sie ist unter dem Rucksackgewicht eingeknickt :)5
Neues Schild und erste offizielle Bestätigung, dass es auch AV1 ist. Ab Schiara bergab nirgends gesehen.6
Die Phantasie kennt keine Grenzen :)7
Schöner Pfad und nochmals AV1-Markierung.8
Parkplatz bei ca. 700 m Höhe, ringsum pure Armut.9
Etwas größeres Dorf Bolzano Bellunese.10
Waschmaschine alter Omas, offensichtlich noch in Benutzung.11
Solche Wegweiser sieht man nicht oft :)12
Auch das nicht. Marktnische, deren Erfolg ich bezweifle.13
Belluno und zugleich unser Ende der Alta Via 1. Dann Rückkehr zum Start und Fahrt heim.14
GPS-Track des letzten Abschnitts. Noch 13 km und 200 Hm gelaufen, Rest des Tags Fahren.15
(+11)gefällt mir
saram10. 09. 2024 20:01:05
Ihr zwei habt Dolomiten-Abenteuer beendet, ich würde eure Berichte noch weiterlesen. Wirklich herzliche Gratulation zu allen euren Leistungen und danke dass ihr sie teilt.
(+4)gefällt mir
oldtimer 5511. 09. 2024 07:18:52
Auch von mir herzliche Gratulation zur geschafften Sechstage-Tour, das sind faszinierende 129 km und 8400 Höhenmeter!! Bravo!
(+3)gefällt mir
bagi11. 09. 2024 13:46:56
Danke, danke nasmeh. Wirklich besondere Art Erlebnis und vielleicht wiederholt's jemand. Unbedingt empfehlenswert.
(+3)gefällt mir
ejti11. 09. 2024 15:38:08
Emil und Mateja, Freude, euch zu lesen.
Alle Gratulationen zur Tour.
(+4)gefällt mir
nenap11. 09. 2024 18:21:31
Bekannte Kämpfer und Sieger
Große Gratulationen velik nasmeh
Nevenka
(+3)gefällt mir
Ljulica12. 06. 2025 22:04:07
Schön, reichhaltig und umfassender Routenbericht. Danke dafür!

Gibt's vielleicht irgendwo GPX-Dateien eures Wegs? Würden Planung sehr erleichtern.
(+1)gefällt mir
bagi13. 06. 2025 06:16:47
@Ljulica ... kein Problem nasmeh. Lass deine E-Mail in einer privaten Nachricht, ich schicke dir die GPX-Dateien darauf.

Emil
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