Alta Via 1 - Verbindungsweg durch die Dolomiten
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| bagi2. 09. 2024 11:34:49 |
Wir erkunden die Dolomiten seit einigen Jahren und dabei viele Gipfel besucht, schöne Anstiege entdeckt und die meisten Klettersteige durchklettert. Aber wir haben uns etwas zu wiederholen begonnen und brauchten eine neue Herausforderung. Die kam in Form dreieckiger Markierungen für Verbindungswege durch die Dolomiten mit dem gemeinsamen Namen Alta Via. Die hatten wir unzählige Male gesehen und endlich haben sie auch uns angelockt . Zum Einstieg kam *La Classica* dran. Alta Via 1 ist die Mutter von noch acht ähnlichen und ihr Anfang datiert ins ferne Jahr 1966. Obwohl relativ die leichteste, ist sie zugleich eine der schönsten. Sie quert Braies-Dolomiten, die Fanes-Senes-Gruppe, dann Dolomiti d’Ampezzo, Zoldo- und Belluno-Dolomiten und noch mehr. Wir waren überall schon, aber diesmal war die Erfahrung deutlich anders. In einem Rutsch 129 km und 8400 Höhenmeter gelaufen, je nach Endvariante. Es gibt zwei, jeder wählt nach Erfahrung und Kondition. Wir sind die längere und deutlich schwerere von beiden gegangen, die direkt unter dem Gipfel Monte Schiare verläuft. Abgestiegen über Klettersteig Marmol und vorbei am Rif. 7°Alpini zur Endstation Belluno. Auch in diesen Höhen waren die Tage zu heiß, aber Wasser reicht entlang des ganzen Wegs. Wir haben nur zwei 0,5l-Flaschen ständig nachgefüllt, zwei waren Reserve und bis zum Ende unberührt. Sicher ist sicher, was sich auf Alta Via 1 als unnötig erwies. Wasserquellen hat nicht mal dieser August ausgetrocknet. Hütten mehr als genug, also für Essen nicht viel sorgen. Preise für Getränke und Speisen stellenweise sogar niedriger als bei uns, Angebot ungleich höher. Auch in touristischsten Bereichen Preise normal, Personal freundlich und zuvorkommend trotz Massenbesuchs. Noch eine Kuriosität. In jeder besuchten Hütte konnten wir mit Personal problemlos Englisch sprechen. Andere Geschichte mit Übernachtungen nahe bekannterer Gipfel, besonders am Wochenende. Dann ist alles ausgebucht, sogar verschiedene Winterräume oder Ähnliches. Slowenische Varianten des Hüttenschlafens kennen sie dort nicht. Viele Wanderer auf Alta Via 1, erkennbar vor allem an riesigen Rucksäcken. Die buchen Hütten Monate, sogar ein Jahr im Voraus, besonders die vom anderen Ende der Welt. Wir trafen etliche Amerikaner, auch viele Koreaner und sogar eine Australierin dabei. Wir haben hauptsächlich trockenes Wetter gejagt und daher keine Hütte gebucht, aber Zelt vorsichtshalber mitgenommen. Das ist eine eigene Geschichte. Grundsätzlich ist Zelten außerhalb Camps verboten, Strafe angeblich 700€. Inoffiziell erlaubt es aufzustellen, aber nur für eine Nacht zwischen Dämmerung und Morgengrauen, vor allem abseits Hütten und Blicken. Kein Müll und Spuren hinterlassen ist selbstverständlich. So viel allgemein. Wie wir gewandert sind, wo geschlafen und Rücklogistik folgt im Anschluss...
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| bagi6. 09. 2024 10:36:09 |
Tag 4 - Cappana Trieste / Hütte Rif. Pramperet Vor uns der anstrengendste Tag, wussten es aber noch nicht. Morgens zuerst zurück zum Vortagsstart und Richtung Hütte Rif. Carestiato. Dorthin lange Stunden, größtenteils steiler unbequemer Pfad. Unterwegs geschaut wo vorher Zelt hätten's stellen können. Nur zwei kleine Plätze gefunden: ersten gute Stunde vom anfänglichen Kreuzweg, zweiten noch halbe Stunde weiter. Einer auch ganz am Anfang, für uns aber viel zu früh. Von Carestiato-Hütte Abstieg zum Passo Duran und rechts ab Hauptstraße runter. Sonne schon stark gebrannt, mit feuchter Luft ganz schön ermüdende Kombi. Drauf gar himmlischer Ventilator ausgefallen und manche Abschnitte wie Wandern in Tropen. Nach langem Weg erschöpft in Rif. Pramperet-Hütte angekommen, glücklicherweise Platz ohne Problem. Und nicht nur das. Dieses Jahr leiten vier junge Kerle sie, jeder auf eigene Weise etwas verrückt . Alles lief auf besondere Art mit vielen Ungewöhnlichkeiten und endete mit gemeinsamen Abendessen aller Wanderer an einem Tisch. Gerichte total ungewöhnlich, jedes zum Fingerablecken. Insgesamt so gute Erfahrung noch nie gemacht, obwohl in vielen Dolomitenhütten geschlafen. Und keine Missverständnisse... überall OK, aber hier war's mehr .
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| bagi9. 09. 2024 13:42:24 |
Tag 5 - Hütte Rif. Pramperet / Hütte Rif. 7°Alpini Frühstück diesmal ausgelassen, langer Tag voller Unbekannter voraus. Wege unbekannt, Abstiegs-Klettersteige im Monte-Schiara-Massiv noch weniger. Nur wussten wir, volle Strecke bis Belluno wollen, d.h. Gebirgsmassiv queren. Längere, anstrengendere und stellenweise stark exponierte Variante, ungeeignet für meisten AV1-Wanderer. Die gehen anderen Weg direkt ins Tal dann Bus nach Belluno. Beide Varianten Alta Via 1. Nach morgendlicher Abfahrt nur noch Halt in Hütte Rif. Pian de Fontana. Schön, sauber, gepflegt, angepinnt ausgeglichen über steile Rinne. Gerade Rinnen kennzeichnend hier. Tief, steil, ganz grün. Schiara-Massiv sticht stark heraus und endlich erreicht. Sonne irgendwo versteckt und abgestiegen in nebligen geheimnisvollen Welt und Klettersteig Marmol. Toller Steig, aber viele gelaufene km und schwere Rucksäcke erforderten extra Vorsicht und Aufmerksamkeit jedes Detail. Schritt für Schritt gemeistert und langsam runter zur Hütte Rif. 7°Alpini. Dort letzter Akt des Tags... Übernachtung. Aber unerwartete Belohnung, Zimmer für Gäste nur für uns . Danke Wirt. Erfrischende Dusche vor Abendessen, etwas Tischgespräch abends, dann gute Nacht...
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| bagi10. 09. 2024 10:35:16 |
Tag 6 - Hütte Rif. 7°Alpini / Belluno AP Wartete noch kürzere Abschlussetappe, Start Abstieg durch Schlucht des Ardo-Bachs. Schlucht malerisch gar nicht langweilig, Zeit verflogen. Fortsetzung rein straßig. Bis Belluno noch 7 km Asphalt auf Landstraßen. Glücklicherweise wenig Verkehr, solche Märsche aus anderen Touren gewohnt. Einfach hinnehmen und geplantem Weg folgen. Noch gute Stunde vergangen und Stadt direkt voraus. Damit Ende unserer AV1 und Rückkehr zum Start organisieren. Ganz schön logistischer Brocken, hat aber voll geklappt. Nach Stunden schon am Braies-See . So abgelaufen: 1. Am AP Belluno (neben Bahnhof) Bus-Tickets nach Cortina d’Ampezzo gekauft... Linie 9, Dolomitibus. Linie hat Umstiegshalt Tai P.le Olimpico, dort aussteigen. 2. Dann dort Linie 30 warten, auch Dolomitibus. Zur Hauptstation Cortina d’Ampezzo gebracht. Ticket aus Belluno noch gültig. 3. In Cortina Umstieg Linie 445, Sudtirolbus Richtung Toblach. Tickets im Bus. 4. Am Haupt-AP Toblach Umstieg Bus Linie 442 nach Lago di Braies. Hauptsaison Sonderregel. Tickets nicht im Bus kaufen, sondern online vorreservieren. Fahrerlaune ob dich mitnimmt und Reservierung während Fahrt regelst oder an Haltestelle machst und nächsten wartest. Noch Warnung... unter der Woche beschriebene Verbindungen häufig und zurück zum Start mit minimalen Wartezeiten zwischen Linien. Weniger samstags, schlechter sonntags keine Arbeiterbusse. Häufigkeit saisonal abhängig, daher Rückweg zwingend vorplanen. Fazit... volle AV1 durchwandert, schon nächste im Blick. Sagt alles über Erleben des Wegs. Hervorragendes Erlebnis .
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| saram10. 09. 2024 20:01:05 |
Ihr zwei habt Dolomiten-Abenteuer beendet, ich würde eure Berichte noch weiterlesen. Wirklich herzliche Gratulation zu allen euren Leistungen und danke dass ihr sie teilt.
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| oldtimer 5511. 09. 2024 07:18:52 |
Auch von mir herzliche Gratulation zur geschafften Sechstage-Tour, das sind faszinierende 129 km und 8400 Höhenmeter!! Bravo!
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| bagi11. 09. 2024 13:46:56 |
Danke, danke . Wirklich besondere Art Erlebnis und vielleicht wiederholt's jemand. Unbedingt empfehlenswert.
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| ejti11. 09. 2024 15:38:08 |
Emil und Mateja, Freude, euch zu lesen. Alle Gratulationen zur Tour.
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| nenap11. 09. 2024 18:21:31 |
Bekannte Kämpfer und Sieger Große Gratulationen  Nevenka
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| Ljulica12. 06. 2025 22:04:07 |
Schön, reichhaltig und umfassender Routenbericht. Danke dafür! Gibt's vielleicht irgendwo GPX-Dateien eures Wegs? Würden Planung sehr erleichtern.
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| bagi13. 06. 2025 06:16:47 |
@Ljulica ... kein Problem . Lass deine E-Mail in einer privaten Nachricht, ich schicke dir die GPX-Dateien darauf. Emil
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