Aufgegebener Pfad: Klemenča jama - Logarski kot
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| geppo11. 07. 2015 04:59:42 |
Klemenča-Höhle 1208m / Sušica 1200m / Logartal 896m Seit Jahren habe ich den Wunsch, den Weg von Klemenča zum Logartal zu finden. Gestern statt bei der „Glocke der Wünsche“ rechts Schutz zu suchen (Weg nach Razpotje/Hotel Plesnik) sind wir mit Kollegin links an der halb eingestürzten Holzhütte vorbei. Diese jetzt zerfallene Hütte gab früher vielen Alpinisten und KSA-Besuchern Unterschlupf. Wir waten durch halbmeterhohe Vegetation und bald sind wir im dunklen Wald. Grünes Moos auf Steinen, umgestürzte Bäume, Geruch nach Verwesung verraten uns, dass hier Feuchtigkeit nicht mangelt. Wir suchen Reste eines möglichen Weges. Bald überrascht stoßen wir auf verblasste Markierungen. An Stellen sichtbare Wegreste, sonst nicht. Markierungen schlecht sichtbar, verblasst und stellenweise häufig oder nicht erkennbar. Bald führt uns der Weg an den Rand einer steilen Wand. Unter uns ist reichlich „Luft“. Faulende Reste einer Bank sagen uns, dass hier früher Leute saßen und den Blick ins Logartal genossen. Am Boden entdecke ich eine verrostete Kette und hoch im buschigen Buchenbaum halb zerfallene Reste irgendeiner Rolle und darum auch gewickelte verrostete Kette. Die Bedeutung können wir uns nicht erklären… Wir queren eine flache Rinne im Wald mit fließendem Wasser und der schlecht sichtbare Weg verschwindet bald. Markierungen finden wir nicht. Wir machen weiter auf eigene Faust, der Abstieg wird durch die steile Wand behindert, die uns vom Logartal trennt. Ich nehme an, wir queren den Gipfel von Sušica 1200m. Plötzlich taucht vor uns eine riesige Rinne auf, die ins Logartal mündet. Weiter kein Durchkommen und bleibt nur Abstieg in die Rinne. Er ist anstrengend und heiß (ca. 13 Uhr). Volle Vorsicht nötig, damit wir nicht weit unten landen oder von irgendeinem riesigen Fels zerquetscht werden, der nur auf einen Stoß wartet… Wir stoßen auf eine bestückte Salzlecke, die Hoffnung gibt, den Wegfortsetzung zu finden. Aber die Natur löscht alle Spuren in der Rinne sofort. Als wir uns in den Wald drüben zurückziehen wollen, finden wir zufällig eine gut sichtbare Markierung und sichtbare Wegspuren. Momentan verlieren wir Spuren, machen uns nicht zu viele Sorgen. Wir wissen, dass wir nah am Gasthaus Logarski kot sind. Markierungen führen uns genau zum Gasthaus. Im Schatten des Gasthauses abkühlend im Gespräch mit dem Kerl, der uns bedient, erfahren wir, dass fast niemand diesen Zugang vom Logartal zur Klemenča-Höhle mehr nutzt. Den Letzten, an den sich der Kerl erinnert, hat unterwegs ein Bär überrascht. Der ist total erschrocken zurück zum Gasthaus gerannt… Schwer, trotz verblasster Markierungen nachvollziehbarer Weg, der trotzdem interessant und schön ist. Schlüsselstelle ist die breite Rinne. Schade um den Weg, dass er so aufgegeben ist… lp
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| geppo15. 08. 2016 21:02:03 |
Heute, nach einem Jahr, wieder auf diesem versteckten, aufgegebenen Weg. Gestartet im Logarski kot um 6 Uhr bei 14°C. Über die Wiese zum Eingang ins Grlo. Aufstieg durch die zerriebenen Felsen des Grlo hat uns keine Probleme gemacht. Schnee weg. Der Weg ist gut sichtbar und auch alte Markierungen. Im Krnica gehen wir auf eigene Faust und klettern zum Grat des Rjavčki vrh. Spaziergang am Grat, Brotzeit, Abstieg zur Klemenča-Höhle. Hier erfrischen wir uns mit kaltem Wasser und weiter. Vorbei an halb eingestürzten Baracken in den kalten Wald. Wir suchen Markierungen und folgen ihnen. Kaum noch Spuren des Weges. Es gelingt uns, die Fortsetzung der Markierungen zu finden, die Pika und ich letztes Jahr übersehen haben. Der "Weg" ist in die Steigung des Waldes oberhalb der Absturzstufe eingeschnitten. Manche Stellen sind ziemlich exponiert und jeder Ausrutscher endet weit unten. Wir folgen erfolgreich und kriechen schließlich zur breiten Rinne. Rinne in der Sonne, heiß, loser Schutt... Wir schaffen den Übergang der Rinne genau zur Markierung auf der anderen Seite. Nun folgt der Spaziergang zur Hütte Logarski kot, wo wir morgens geparkt haben. Alles voll mit Autos, Besuchern. Nach 7 Stunden Gehen trinken wir Bier und heimwärts. lp
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| aljazek16. 08. 2016 15:16:28 |
Ja, war schön. Besonders der Teil auf Foto 4 war mir sehr interessant.
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| pika1. 10. 2017 08:47:27 |
Schöne Rundtour, schade dass die Sonne sich nicht besser durch die Nebelschwaden durchgekämpft hat.
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| ziki3. 11. 2017 18:29:52 |
Ja Geppo Muss dir sagen, dass wir diesen Weg von der Klemenča-Höhle markiert haben ich und meine Freunde Korošc und Fux und sind bei unseren "Chefs" vom PD Solčava in Ungnade gefallen aber überlebt.Der Steg war schon immer da. Noch vor dem Bergsturz in den Rjavci. Leider kenne ich das Jahr dieses Bergsturzes nicht. Jože Robanov hat mir erzählt, dass ihm seine alte Mutter (die Klemenča war) erzählte, dass die Bauern aus Logarska und Matkov kot das Vieh nach Železna Kapla treiben mussten, damit es überlebte, weil es hier nicht weiden konnte, bis der Regen den Staub von der Vegetation gewaschen hat. Das soll drei Wochen und länger gedauert haben. Das soll vor 1900 passiert sein, wie viel genau weiß keiner mehr. Und wir haben diese Markierungen 1994 gezogen, als meine Frau und ich Verwalter der Klemenča-Höhle waren. Das war Leben.
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| geppo3. 11. 2017 22:59:53 |
Als ich diese Waldquerungen zum zweiten Mal durchquerte, wunderte ich mich, dass irgendein Alpenverein dort markiert hat? Die schwierigsten Stellen ungesichert gelassen. Dann den markierten Weg einfach aufgegeben. Drei Querungen im Wald sind die schwierigsten. Eine Querung ist mit cck. 6mm Prusik gesichert. Aber so verwittert vom Wetter, dass ich bezweifle, dass sie dich bei einem Rutscher halten würde. Die Kollegin, die bei mir war, meinte: "tödlich gefährlicher markierter Weg"! Jeder Ausrutscher auf dieser Steigung ist irreparabel. Du hast nur ein paar sehr steile Meter, dann Absturzstufe und landest weit unten. Ja, aber diese drei kritischen Querungen kann man obenrum umgehen. Dann ist dieser Pfad total OK. Gelände musst du halt erstmal kennen, um zu wissen wo. In der Rinne kannst eh nichts machen, weil sich die Bedingungen ständig ändern. Nur den Einstieg auf der anderen Seite der Rinne musst du erkennen. Interessanter Weg, auf dem ich wahrscheinlich noch öfter zum Logarski kot gehe. Gerade jetzt wo ich weiß, wo man die Querungen umgehen kann... lp
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| zokipoki8. 07. 2020 09:00:08 |
Am Sonntag haben meine Freundin und ich uns eine schöne Tour gegönnt und als Sahnehäubchen noch den Abstieg von Klemenča auf dem aufgegebenen Weg zum Logarski kot hinzugefügt. Der Weg, der dich entlang verblasster und gut versteckter Markierungen zum Kot bringt, ist für mich voller Adrenalin und Schönheiten, die dieser vergessene Raum bietet. Schon der Gedanke an diesen Weg weckt Geister und andere Gefühle in mir. Teil des Weges verläuft am Rand eines schrecklichen Abgrunds und daher hier keine sinnlosen Akrobatik. Die drei Querungen sind noch genauso gefährlich wie letztes Jahr. Ich bin drüber und habe mich entschieden, nächstes Mal diesen Teil höher zu umgehen und das schaurige Gefühl dieses Übergangs zu vermeiden. Es geht, aber ein Ausrutscher dort bedeutet Tod! Der Weg ist aus gutem Grund aufgegeben! Füge noch den Eintrag über den Bergsturz hinzu, den ziki erwähnt hat. Habe ihn im Buch Solčava von Valent Vider gefunden. Lp
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| panda8. 07. 2020 09:41:14 |
schade, dass du kein Foto vom Abgrund hast. 
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| zokipoki8. 07. 2020 13:00:31 |
Stimme zu panda, aber einfach nicht vorgesehen. Hätte nicht mal gedacht, dass ich was poste, heute hat's mich gepackt. Vielleicht nächstes Mal. 
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