Berge.info
Berge.info
Anmeldung
Anmeldung
Benutzername:
Passwort:
Anmeldung
Noch nicht registriert? Registrierung.
Passwort vergessen?
      
Forenliste / Slowenien / Karnischen Alpen / Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten

Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten

Drucken
klemen8529. 06. 2014 22:25:32
26.06.2014. Schon länger lockten mich die Friauler Dolomiten. Wenige besuchen sie, obwohl sie die nächsten italienischen Dolomiten für uns sind. Diese Gegend habe ich das erste Mal diesen Winter besucht, als ich mit Skiern zum Monte Ferraro (2258 m) gefahren bin. Damals habe ich beschlossen, zurückzukehren.

Von Ljubljana zum Ausgangspunkt bei der Hütte Pordenone (1269 m) im Cimoliana-Tal sind es weniger als drei Stunden Fahrt (Lj.-Fernetiči-Videm-Spilimbergo-Maniago-Cimolais). Vom Parkplatz unter der Hütte gehe ich auf Weg Nr. 353, der durch das Val-Montanaia-Tal führt. Kurz geht der Weg durch Wald, dann bin ich bald auf einem weiten Schuttfeld, wo Markierungen gelegentlich verschwinden. Trotzdem ist klar, dass man einfach das Tal hoch muss. Im mittleren Teil des Schutts zeigt sich erstmals der „Turm“, Campanile di val Montanaia, ein äußerst interessanter Turm, der als Wahrzeichen der ganzen Gegend gilt (der einfachste Klettersteig darauf ist IV+/IV). Der markierte Weg wird oben wieder nachvollziehbar, direkt unter dem „Turm“, der rechts umgangen wird. Nach anderthalb Stunden Marsch erreiche ich das Bivacco Perugini (2060 m), das auf einer grasigen Ebene steht. Die Einzigartigkeit und Schönheit dieses Platzes könnte ich kaum beschreiben, daher sage ich nur, dass sich dieser Weg „lohnt“, selbst wenn man nur bis zum Bivacco als Ziel nimmt. Von dort gehe ich Richtung Westwände; erst ein wenig Abstieg, dann bald wieder hoch auf Weg Nr. 357 zum Forcela-Segnata-Scharte (und weiter zur Padova-Hütte). Ca. 100 Meter unter der Scharte verlasse ich den markierten Weg und biege in die linke Rinne ein. Die einige Dutzend Meter lange Rinne endet mit einem kurzen Kamin rechts (5 m, II). Nachdem ich ihn geklettert habe, bin ich auf einer kleinen Scharte, von der ich ca. 10 Meter absteige. Hier sehe ich den ersten Steinmann, der bestätigt, dass ich richtig bin. Dann biege ich nicht rechts ab, sondern quere das Schuttfeld (Schneefeld) und steige ca. 100 Meter hoch zur nächsten Scharte. Dabei sehe ich rechts schon die lange Bank, die die Gipfelstruktur umläuft. Von der Scharte biege ich links ab und klettere über einen exponierten Übergang zur langen Bank (nach ca. 50 Metern auf der Bank bemerke ich eine enge und dunkle Rinne, über die ich mit Seil absteigen werde). Die Fortsetzung auf der exponierten langen Bank ist ein einzigartiges Erlebnis, die Schönheit der Felsstrukturen ist außergewöhnlich. Darunter ragt die dreiturmige Punta Pia hervor, die um die Ecke kommt. In ihre Richtung gehe ich noch 150-200 m, dann verlasse ich die Bank und klettere eine exponierte Wand (10 m, II; oben Standplatz zweifelhafter Qualität). Die Exposition lässt etwas nach, ist aber noch groß; ich bin auf engen Bänken; auf Steinmänner und logische Übergänge achten. Es folgen die schwierigsten 5 Meter Aufstieg, über einen undeutlichen Kamin (II+/III; unter dem Kamin kleine Terrasse mit Steinmann). So erreiche ich den zerklüfteten Gipfelteil des Berges. Ich steige etwas rechts zu einer kleinen Scharte; bis zum Gipfel trennen mich noch ca. 12 m exponierte Wand (II, oben Standplatz zum Abseilen). Oben nach gut dreieinhalb Stunden. Stolz und glücklich sitze ich etwas und genieße die Aussicht. Vom Gipfel abseilen mit Seil (12 m). An der genannten Scharte, direkt unter der Gipfelwand, betrete ich die Schutt-Rinne (links, Richtung Tal mit „Turm“); bald komme ich zum ersten Sprung, wo der zweite Seilabstieg folgt (20 m, Standplatz etwas unbequeme Position; Achtung auf fallende Steine). Ich fahre mit dem Abstieg durch die immer engere Rinne fort und sehe bald den nächsten Standplatz (25 m, enger Kamin); ich komme auf die lange Bank, die ich vormittags gegangen bin. Von dort absteigen über Aufstiegsweg und abschließen mit kaltem Bier in der Pordenone-Hütte. Fazit: In diese wilde Welt kehre ich zurück nasmeh

Warnung: Aufstieg nur für erfahrene und angemessen ausgerüstete Bergsteiger geeignet. Sicherung empfohlen.
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Ausgangspunkt: Monfalcon di Cimoliana-Tal.1
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Märchenhafte Nebel.2
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Hier noch unter »Zvonik«; links das heutige Ziel.3
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Schon im oberen Teil des Tales…4
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten …in dessen Mitte der Bivak Perugini liegt.5
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Blick zurück.6
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Ich muss dem Pfad folgen.7
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Ausblicke vom Pfad.8
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Der markierte Pfad führt zum Sattel…9
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten …ich aber biege in die linke Rinne ein, hinauf durch den Kamin und dann über eine kleine Scharte.10
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Von der Škrbina bin ich auf die andere Seite abgestiegen und über das Schneefeld gegangen.11
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Bald bin ich auf dem langen Band, das die obere Struktur des Berges umfasst.12
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Hinter meinem Rücken begrüßt mich »Bikova glava«.13
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Links wunderbare Ausblicke.14
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Ich bin bereits höher als »Zvonik«.15
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Ich fahre auf dem Band fort…16
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten …und hinter der Ecke zeigt sich Punta Pia.17
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Ich verlasse das Band und klettere durch die einfachsten Passagen hinauf.18
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Der schwierigste Teil liegt bald hinter mir; ich befinde mich auf dem zerklüfteten Gipfelteil…19
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten …und pose bereits auf dem Gipfel ;)20
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Erster Stand für den Abstieg am Seil.21
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Momentaufnahme :)22
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Ich steige in die Abstiegsrinne ab.23
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Es folgt der Abseil mit Seil in einen engen und senkrechten Kamin.24
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Am Boden.25
Cima Toro (2355 m), Friauler Dolomiten Erfrischendes Ende ;)26
(+18)gefällt mir
jedriličar30. 06. 2014 07:18:36
Glückwunsch, klemen85. Schöne Tour ... dieses Val Montanaia ist wirklich wunderbar, etwas wie die Martuljek-Berge in den Julischen Alpen ... und der Campanile ist etwas Besonderes ...
gefällt mir
UROS130. 06. 2014 07:54:29
Bravo, Sie sind wirklich ein Meister! Das wäre auch etwas für mich, natürlich mit jemandem wie Ihnen, der die Technik des Sicherns für den Abstieg beherrscht. Toll, Glückwunsch!velik nasmeh
gefällt mir
IgorZlodej30. 06. 2014 10:46:44
Geografisch gesehen gehört das genannte Gebiet natürlich zu den Karnischen Alpen, die echten Dolomiten liegen rechts der Piave. Lokal-patriotisch fallen sie jedoch unter die Furlanischen Dolomiten (Dolomiti sinistra del Piave) bzw. Claut-Dolomiten nach dem Ort Claut am Ende des Val Settimana-Tals. Als ich letztes Jahr den gesamten Arturo-Marini-Weg von der Hütte Pordenone zum Cima Spe und abgestiegen zur Hütte Padova bin und über die Scharte Segniata zurückkehrte, fehlte mir der Wille für den Aufstieg zum Toro. Aber oberhalb des genannten Tals lohnen sich auch Cima Emilia, Monfalcone di Montanaia, Monfalcone di Forni und natürlich noch vieles drumherum einen Besuch, auch die Cime Postegae auf der anderen Talseite sind interessant, wenn auch deutlich leichter. Klemen, schöner Aufstieg war das nasmeh.
(+2)gefällt mir
jaz30. 06. 2014 11:18:49
Schön sich an den 25. Juni 2008 zu erinnern, als ich darauf und auf alle anderen Gipfel und Türme drumherum gestiegen bin. Lp!
Campanile1
Campanile2
(+3)gefällt mir
klemen8530. 06. 2014 20:40:55
jedriličar, UROS1 und IgorZlodej, danke nasmeh

Igor, du hast wieder recht mežikanje Die Furlanischen Dolomiten sind nicht nur eine lokal-patriotische Bezeichnung, sondern fallen nach dem Orographischen Atlas der Alpen (Marazzi, 2006) in den Abschnitt der Karnischen Alpen.
1
gefällt mir
Um einen Kommentar zu veröffentlichen, müssen Sie sich anmelden:
Benutzername:
Passwort:
Anmelden
Falls Sie noch keinen Benutzernamen haben, müssen Sie sich zuerst registrieren.
         
Copyright © 2026 Berge.info, Nutzungsbedingungen, Datenschutz und Cookies