| VanSims29. 08. 2013 20:25:56 |
Nach der Eroberung des Triglav und Rückkehr nach Vrata gegen 12 Uhr (Mo. 12.8.) bin ich nach Österreich gefahren, wo ich abends eine lokale Via ferrata namens Zahme Gams im Dorf Weissbach bei Lofer nahe Zell am See klettern wollte. Aber gerade als ich ca. 18-19 Uhr an der Wand ankam, goss es. Ich habe im Parkplatz im Dorf Weissbach übernachtet, aber morgens regnete es wieder. Mir blieb nichts anderes übrig, als weiter nach Frankreich nach meinen Plänen zu fahren. Die Ferrata habe ich auf dem Rückweg geklettert und Bericht folgt. Ich fahre also durch Tirol, Arlberg (über den Pass, um Maut zu vermeiden ), Schweiz (vorbei an Zürich, Bern, Lausanne und Genf) nach Frankreich nämlich nach Grenoble. Grenoble ist das Haupt kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der französischen Alpenregion Dauphiné, die südlich der Savoyer Alpen liegt. Eigentlich schon Süden, fast mediterran, zumindest nach Mentalität, da ich von ca. 12 bis 16 Uhr vergeblich etwas Offenes zum Essen suchte. Alles zu, Siesta, abends wieder offen. Die Landschaft ist noch ganz alpin. Nach touristischem Rundgang durch Grenoble (eigentlich nichts sehr Interessantes zu sehen) fahre ich mit der Seilbahn zur Zitadelle hoch. Vergebt mir, ich bin zu Fuß runtergegangen. Von der Zitadelle schöner Blick auf einer Seite zum Vercors-Massiv (Süd, Kalk), auf der anderen zur Belledonne-Kette (Ost, Gneis und Granit). Nördlich der Stadt erhebt sich das Chartreuse-Massiv, das der Hügel mit Zitadelle irgendwie beginnt. Touristische Attraktion, die sich die Franzosen gegönnt haben, ist der Bau eines Abenteuerparks direkt auf der Grenobler Zitadelle bzw. ihren Mauern. Bei uns (und vielen anderen Orten) bekämen sie unter keinen Umständen Denkmalschutzgenehmigung. Natürlich musste ich es ausprobieren. Abenteuerpark als solcher, Eintritt 20 EUR aber begrenzt, jede Route nur einmal. Weiß nicht wie bei uns, z.B. in Tscheppaschlucht auf österreichischer Seite Ljubelj zahlst ca. das und hast unbegrenztes Klettern ganztägig. Aber etwas Interessantes an der Ausrüstung dieses Parks: sie haben spezielle Sicherungs-Sets mit Karabinern, so gemacht dass du nicht beide ausklinken kannst. Wenn du einen von der Leine löst, kannst du den anderen nicht. Erst am Ende jeder Route hängt eine Leine in der Luft, um beide auszuklinken. Sehr interessant!  Zweiter Tag besuchte ich noch einen Abenteuerpark ca. 30-40 km ausserhalb Grenobles. Hier war die Sicherheit völlig mangelhaft. Erstens waren die Sets mit alten Karabinern ausgestattet, die etwas schwerer einrasten und wenn unachtsam halb offen waren. Zweitens, keine Helme in der Ausrüstung! Drittens: bei der Zipline lehrten sie das Einhaken des Karabiners direkt am Rollenzug (nur damit gesichert) statt am Draht (dreifach gesichert). Und wenn die Rolle runterkommt... tschüss!  Nach Besuch dieses Parks (wieder Limit zwei Stunden - keine französischen Abenteuerparks mehr für mich) bin ich zurück nach Grenoble und besuchte das Museum der Region Dauphiné, wo das Leben in den Bergen dieser zerklüfteten Landschaft gezeigt wurde, Geschichte, Geologie, Viehzucht, Almhirten,... und wie sie heute diese ausgestorbenen Traditionen wiederbeleben wollen. Was mich am meisten überraschte, war dass im Skigeschichtsabschnitt eine Replik blockiger Skier ausgestellt war! Mit voller Erklärung, dass das wahrscheinlich die ersten Skier im Alpenraum waren, dass Valvasor sie zuerst beschrieb,... Sehr interessant! Gegen Abend besuchte ich noch das Dorf Lance-en-Vercors, ca. 20 km von Grenoble im Vercors-Massiv, bekannt als Winterskigebiet, aber anders als kommerzialisierte Jetset-Skigebiete ala Tignes, Trois Vallées in den Savoyer Alpen oder Les 2 Alpes hier in Dauphiné. Es handelt sich um ein ruhiges Skigebiet, ausserhalb französischer Schulférias sollte man immer Unterkunft finden, familienfreundlich,... zumindest schreibt das mein tatsächlich alter Lonely Planet für Frankreich. Kann sein, dass sich dazwischen etwas geändert hat. Lonely Planet sagt nämlich, dass Infos auch in wenigen Jahre alten Führern nicht unbedingt stimmen, weil 'Good places go bad and bad places go bankrupt!'  Nächster Tag fuhr ich nach Le Bourg-d'Oisans, dem Hauptstartpunkt für Touren im Nationalpark Parc des Écrins.
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