| viharnik11. 08. 2010 18:22:04 |
Viele Bergsteiger hören im Gespräch den Namen Bovški Gamsovec, der andere im Kamm der Škrlatica, nur Dovški ist noch immer vergessene Exotik. Ich fahre durch das Tor, wo 20m hinter dem Čarlovec-Schuttfeld auf der rechten Uferseite zur Bistrica eine ziemlich unterspülte Straße von jüngsten Regengüssen, aber fahrbar. Parkplatz morgens beim Ajla-Haus bietet nur noch wenige Parkplätze am Ende (Touristen: A,D,F,RO,BG,GB,HR,CH). Am Biwak stelle ich mit einem Kollegen, der vom Pogačnikov dom kam (einige Familien), fest, dass die meisten Touristen von Vršič zum Triglav und Umgebung gegangen sind. Biwak war in gutem Zustand und im Juli ein wenig weniger voll, wo sogar Ausländer das Biwak aufräumten (Beschwerdeblatt) für die Schurken. Ich wechsle die Thermometerbatterie, die erstaunlicherweise noch da ist seit Montage (habe sie vorher mit Holz und Schrauben verstärkt) und hacke Fichtenreisig für Wintertage. Bald laufe ich schon über langen Schuttfeldern, die von der Dolkova špica fallen. Zum Sattel zwischen Rdeča škrbina und Dovški Gamsovec steige ich 10min entlang der Traverse ab, die zu den Kriške pode führt. Hier oben entdecke ich rechts einen roten Schuttgerinne, das höher im Couloir eine Bank rechts die Bergkulisse durchschneidet. Einstieg ins Gerinne ziemlich schaurig, aber näher zeigen sich Übergänge durch verstopftes und teils mit Felsen bedecktes Gelände. Dazwischen an der Engstelle verschiebe ich einen 100kg Fels, der fast heruntergekullert wäre, wenn ich ihn nicht gehalten hätte (deshalb fünf Min nach Einstieg, wo Verengung mit 3m glatter Wand, Achtung!). Ich trete Schritt zurück und quere mit Griff auf die rechte Seite des Gerinnes. Weiter wegen Steilheit und gefährlichem Schutt halte ich mich ständig in steileren Geländen rechts. Ich suche Felsbänke und einzelne Felsen immer direkt am rechten Rand des Berges. So erreiche ich die Abflachung vorm Gipfelgrat, wo der Weg durch Übergänge links, senkrechte Ecken der Gipfelkuppel abbiegt. Hier stehe ich direkt am Wandabbruch, der in die Krnica fällt. Ca. 5m vom frischen Abbruch im Hang der Berges entstand tiefer Riss und Erosion, die wieder zum Abbruch aufruft, also Kletterer aus Krnica Vorsicht!. Auch am Gipfel muss man wieder etwas klettern, damit der Berg dich genau auf seiner Spitze empfängt. Aussicht auf umliegende Gipfel ist nicht alltäglich und schön. Nach Beschreibung von Marjan&Marko gehe ich den anfangs leichteren Grat hinunter und durch steiles verstopftes Gerinne zur unteren Mulde, wo ich oben die Felsspitzen im Hauptgrat umgehe. Unten nach Beschreibung finde ich den nächsten steileren und exponierten Rinne, wo mittendrin ein eingeklemmter Fels ist (5-6m Klettern), aber die Rinne selbst ist mind. für Abstieg ohne Sicherung sehr gefährlich und unpassierbar (Verstopfung und Steilheit). Ich steige weiter über Terrassen rechts zum Gratrinne, wo ich auf steile Mulden stoße, vermischt mit steilen Felsbänken, Wänden und Schutt. Leichter Übergang zwischen Gubni und D.G. zu den unteren Schuttfeldern bis Traverse hier nicht!. Dazwischen hüllt Nebel mich ein, also jage ich ihn zurück durchs Gerinne und wieder zum Gipfel und vorsichtig absteigen auf Aufstiegsweg. Größere Felsen und Griffe sind hier ziemlich zuverlässig, nicht alle, niemals auf beladenem steilem Schutt. Tour zum D.G. ist nach Klettern sehr abwechslungsreich, von Queren im Kamin mitten im Gerinne und Gipfelteil, Suchen von Übergängen durch Schutt über verstreute Felsen und leichterem Gipfelklettern in festem Fels und Umgehung einiger Felsbänke. Klettern I bis I/II Grad, stellenweise schwache II, aber gute Orientierung bei Übergängen bergauf und -ab nötig, sonst ins schwierige Gelände. Der Berg ist ein toller Ziel schon deshalb, weil man ihn von Krnica als steile Klinge in der hohen Wand des Škrlatica-Kammes sieht.
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