| VanSims2. 12. 2013 11:29:29 |
Vorvorletzten Montag (18.11.) fahre ich ins Gailtal und kurz vor Hermagor (Šmohor) biege ich ins Dorf Obervellach ab. Dort finde ich mit Hilfe eines Einheimischen den Einstieg zu Hohe Wand und dem Klettersteig. Ich parke am Bach und folge den Schildern (Hohe Wand Klettersteig), die über Schotter zum Abzweig des Waldwegs links zum KS führen. Von dort ist der Zugang mit roten Punkten markiert. Am Einstieg stärke ich mich kurz, dann Anzug an und los!  Wer den ganzen Klettersteig nach dem Anfang beurteilen würde, würde sagen, er ist ganz anspruchsvoll (mit keiner KS ist natürlich zu spaßen). Weniger Erfahrene könnten sich wegen der ersten 5-10 (schwersten) Meter sogar umdrehen. Vielleicht ist das auch richtig - wir wissen, dass KS im Ausland oft absichtlich so gestaltet sind, dass ein schwieriger Einstieg Unerfahrene abschreckt, obwohl der KS selbst nicht so schwer ist. Der Einstieg ist mit B/C bewertet (nach Alpintouren.com sogar C). Nun, der KS selbst geht dann weiter bei A/B, an manchen Stellen sogar A, an manchen B oder nach meiner Einschätzung maximal ca. B+. Besonders im oberen Teil ist aber die Bröseligkeit problematisch. Vielleicht nicht so beim Klettern (der KS trotz relativer Leichtigkeit ist für mich sowieso nicht der Typ, bei dem man viel frei klettern kann ohne am Seil zu ziehen) sondern mehr deswegen, dass man keine Steine lostreten soll, was sich wirklich schwer vermeiden lässt. Helm ist natürlich Pflicht, auch wenn man allein auf dem KS ist! Etwa bei zwei Dritteln des Weges ist eine Kiste angebracht, aber nur diese. Kein Buch! Danach folgen noch einige B-Stellen und noch etwas Bewegung und das Seil endet. Von hier muss man (besonders jetzt im Herbst mit viel Laub auf dem Weg) auf die roten Punkte achten, die in ca. 10 Min zur Forststraße und Kreuzung führen. Rechts vermutlich zum Spitzegel, links zeigt Schild nach Obervellach. Ausblicke? Schön! Ungefähr um elf rum als ich angefangen habe zu klettern war Hermagor gut sichtbar, die Karnischen Gipfel gegenüber im Tal noch in Nebel. Nur der Gipfel vom Ojstrnik war erahnbar. Je höher ich zum Gipfel kam, desto mehr hob sich der Nebel. Begannen sich zu zeigen Poludnig, Krniške Skalen (Gartnerkofel) und der berühmte Bügeleisen vom Veliki Koritnik (Trogkofel). Beim Abstieg im schon leicht untergehenden Sonne sah alles noch schöner aus. Wirklich fantastischer Blick auf die östlichen Karnischen, besonders auf die Spitzen und Gipfel der Krniški Skalen, die mächtig über dem Gailtal aufragen. Nach Osten sah man den absinkenden Grat der Karawanken (Tromeja), dahinter (wenn ich mich nicht täusche) stiegen schon die Julier auf. Am oben genannten Kreuz fahre ich also links. Nach ca. 200-300m biegt ein Waldweg ins Tal ab. Dann nur noch Markierungen folgen und schon bin ich nach ca. einer Stunde (eigentlich 45 Min ohne Pausen für schöne Ausblicke auf die Karnischen ) auf der Asphaltstraße, dort links und schon nach weiteren 5 Min beim Auto. Mittagessen war diesmal in Beljak, im Einkaufszentrum wo ich hingegangen bin um zu schauen, ob sie besseres an Textilien und technischen Artikeln vorrätig haben als im Ljubjana City Park wo fast alles Made in Far East ist. Haben sie nicht! Aber etwas anderes gefällt mir dort. Nämlich dass nicht, wenn du in den Laden kommst und anfängst die Ware anzuschauen, sofort eine aufdringliche Verkäuferin bei dir: „Kaaaan iiiich IIIIhnen HIIIilfen, HEEEER?!“, die dir dann den ganzen Einkauf diktiert. Nein, dort lassen sie dich schön selbst schauen und wählen, und wenn du Hilfe brauchst helfen sie gerne. Vielleicht sind auch wir Slowenen unsicherer, Hilfe zu erbitten oder wissen nicht was wir kaufen wollen und Händler nutzen das fröhlich aus. Für Eis hätte ich umweg zu den Italienern in Tarvis (von den Österreichern haben wir leider die Mentalität geerbt, dass man in Monaten mit R kein Eis isst und auch bei uns findet man es in Einkaufszentren auch im Winter) machen können aber bin doch direkt heimgefahren.
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