Schönes Wetter hat mich gestern ins Hochgebirge gelockt. Nach jahrelanger Seilbahn-Pause mit Neža und Rajko starten wir schon um sieben mit der ersten Gondel zur 2200m hohen D-Station. Bis zur Dom Petra Skalarja wärmen wir uns etwas auf, da uns in den nächsten Stunden hauptsächlich Abstieg zu den für den Tag grob geplanten Gipfeln erwartet. Die Hütte ist noch nicht geöffnet, die Begleiter hab ich zum nahen Konjc geschickt, ich hab die schönen Ausblicke genossen. Wir haben etliche Gipfel erobert, meist erstmalig, aber zeitlich begrenzt, da die letzte Gondel um 17 Uhr geht. Auf dem Rückweg zum Dom hab ich auf den Podi den Weg verfehlt (verloren), so dass ich mich in Schutthalden und Anstiegen furchtbar abgemüht hab. Endlich bin ich auf den Pfad gestoßen und der Kampf um die Zeit begann. Da wir alle in guter Kondition sind, waren wir 15 Min. vor der letzten Fahrt bei der Bahn.
Heutiges Ziel war die Eroberung niedrigerer, weniger bedeutender und fast unbekannter Gipfel im Kanin-Gebirge. Erwähnen möchte ich, dass dieses Gebirge mehr Zweitausender hat als die gesamten Kamnischen Savinjischen Alpen zusammen. Neben Kanin, Prestreljenik, Lopa und vielleicht Črnelske Špice sind die anderen Hügel mehr oder weniger unbekannt. Auf der Karte haben sie Höhenangabe und Namen, zu den meisten gibt's keinen Weg, keine Markierungen auf dem Gipfel, also musst du für solche Erkundung mit Karten, Höhenmessern, Kondition, gutem Wetter ausgerüstet sein...
Zuerst sind wir auf Velika Gnila glava gestiegen, wo schon der erste Haken war. Die Höhe auf Armbanduhr und Straßen-Garmin zeigte genau auf dem Nachbarhügel, nicht auf dem mit dem riesigen Steinmann. Auch beim zweiten Hügel (Mala Gnila glava) sind wir umsonst auf einen Hügel spaziert, da der echte der Nachbar war. Auf den dritten Gipfel, Kačarjeva Glava sind wir ohne Suchen gestiegen. Weiter südwärts auf den angeseheneren Veliki Babanski Skedenj, der sogar eine Kiste mit Gipfelbuch hatte. Von dort westwärts zu wieder weniger bekannten Gipfeln Vrh Žlebi und Kamen, wo die Karte von beiden meinen Geräten um 20 Meter abwich. Wenn jemand hochgeht, prüfe bitte selbst. Das wahre Highlight war das Klettern von gut hundert Höhenmetern zum Vrh Laške Planje, wo wir umkehren mussten, da bis Kanin zeitlich nicht mehr passte. Abstieg zum Turn pod Laško Planjo, wo wie eingangs erwähnt später mir auf den Podi der Weg ausging und ich Mala Gnila glava versehentlich nochmal besucht hab...
Zu den Kanin-Podi wirklich nur bei 100% gutem Wetter und mit einer Stunde Reserve.