| jax11. 09. 2012 18:53:25 |
Also, diese Saison war es irgendwie angebracht, mit dem Aufstieg auf einen etwas höheren Berg abzuschließen. So haben am Sonntag und Montag zwei slowenische Bergsteiger den Catinaccio d'Antermoia, einen 3004 m hohen Gipfel in den Dolomiten über dem Fassatal, angegriffen. Obwohl wir noch nicht viel Erfahrung mit ausländischen Bergen haben, hat sich die Wahl als völlig gelungen erwiesen. Ansonsten so: Tourstart im Fassatal in Pera di Fassa, Weiler Rualp, auf ca. 1350 m. Hier haben wir am Sonntag gegen 14:30 geparkt und den Aufstieg zur Gardeccia-Hütte begonnen. Das ist wohl der unangenehmste Teil der Tour. Es geht auf einem ziemlich steilen Pfad direkt aus dem Dorf los, aber nach weniger als einer halben Stunde schließt er an die asphaltierte (aber gesperrte) Straße zur Hütte an. Weiter folgt der Weg zeitweise dieser Straße, zeitweise weisen Schilder auf einen parallelen Schotterweg. Nach etwas mehr als einer Stunde (wenn ich mich recht erinnere) Fußmarsch kamen wir endlich auf die Ebene bei ca. 1950 m, wo die Hütten Gardeccia und Stella Alpina stehen (und eine dritte, Catinaccio, geschlossen). Hierher kommt man auch mit Bus aus dem Tal, und Lifte verkürzen den Weg, natürlich gegen Gebühr. Jedenfalls waren wir endlich im Hochgebirge, die Welt wurde schöner und das Vorankommen angenehmer. Weitere 45 Minuten Marsch führten uns zu zwei weiteren Hütten, Vajolet und Preuss, unter den Wänden des Catinaccio, Vajolet-Türme, und schon - unserem Ziel Catinaccio d'Antermoia. Am ersten Tag wartete noch eine Stunde Aufstieg von diesen Hütten den Tal aufwärts zum Principe-Pass zwischen Catinaccio d'Antermoia und Valbona (auf 2600 m), wo die Rifugio Passo Principe-Hütte liegt, wo wir übernachteten. Sehr kleine Hütte, fast in die Wand auf einer Bank eingebaut. Sonst sehr schön eingerichtet, Personal sehr freundlich, leckeres und reichhaltiges Abendessen plus etwas deutsches Bier. Nicht billig, aber zu erwarten. Nach dem Essen noch etwas in der Stube mit anderen Gästen, um 22 Uhr Nachtruhe (nicht ganz wie auf der Kredarica...). Nächster Tag, nach Frühstück und ordentlichem Kaffee, Angriff auf den Gipfel Catinaccio d'Antermoia. Aufstieg über die westliche Klettersteig in 55 Minuten. Der Weg ist nichts Besonderes, etwa auf dem Niveau des slowenischen auf dem Mangart, vielleicht ein etwas schwierigerer Stelle, aber wirklich nichts zu fürchten. Zustand der Sicherungen ok, paar Haken herausgerissen, aber keiner an kritischer Stelle. Gipfel mit ausgedehnter Aussicht, Luft nicht klar genug für Ortler, aber bis Marmolada sichtbar. Und zur anderen Seite zum Kar und Antermoia-See, wohin wir abgestiegen sind. Dieser Abstieg - über den östlichen Klettersteig - ist etwas kniffliger, da der Gelände an vielen Stellen ziemlich schuttig und beladen ist, aber machbar (und wir Slowenen sind das eh gewohnt...). Weg sonst gut gesichert, Seile etwas schlaffer (italienisch) als am westlichen Steig, aber sobald man dran gewöhnt ist, gefällt's sogar. Am kniffligsten der untere Teil, hauptsächlich steiles Schrofengelände, nur stellenweise gesichert, erfordert extreme Vorsicht. Schließlich auf den Schutthalden des Antermoia-Kars. Von da direkt auf seinen flachen Boden, dann zum netten Seelein. Auch hier Hütte in der Nähe (ja, sie fehlen nicht), Pause für Brotzeit und paar Fotos, dann flott (ca. 2 Std.) die restlichen 1300 Höhenmeter durch Murmeltierreich, dann schöne Val de Udai bis Pera ab. Zurück dort kurz nach 14 Uhr. Touren und Bergfreuden jetzt Ende, warten nur schöne 250 km (ca. 3,5 Std.) nach Nova Gorica, Begleiter nochmal zwei Stunden ins Steirerland... Die Tour ist sehr schön und empfehlenswert, schöner Rundweg durch Berge, die wir selten besuchen. Wege gut und immer gut markiert, oberer Teil gut gesichert und nicht zu schwer. Auch genug Hütten (obwohl lagermäßig vielleicht die höchste - Passo Principe - am besten). Berge herrlich, Wände senkrecht, Umgebung super gepflegt. Und natürlich - erobert einen Dreitausender in toller Lage mit schönem Blick und kriegt massig Ideen für weitere Touren. Besonders, beim Abstieg vom San Pellegrino-Pass auf der Rückfahrt, war beim Blick auf die Civetta klar, dass es bald dorthin geht. Dieses Jahr wohl nicht, aber kommt dran.
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