| bagi1. 08. 2018 10:25:59 |
Die Grundidee haben wir letztes Jahr beim Besuch von Cjajnik bekommen. Der Parkplatz beim Koschutahaus war schon früh voll, und einige Läufer mit Fruchtgürteln bereiteten sich nervös auf den Start vor. Ein Teilnehmer erklärte uns, dass es sich um den jährlichen Lauf um die Košuta handelt, letztes Jahr schon der dritte in Folge. Die Runde betrug 33 km mit 2500 m Höhenmetern, aus Sicherheitsgründen verlief sie meist am Fuß des Košuta-Grats auf beiden Seiten der Grenze. Die Strecke vom Vorjahr ist hier ersichtlich … http://www.trzican.si/wp-content/uploads/2017/07/Koschuta-Hiking-Flyer_A4-2017.pdf Solche Distanzen sind für uns nichts Neues, und schon damals beschlossen wir, das irgendwann selbst in der verrückten Variante zu machen . Am Samstag war schönes Wetter angesagt, Entscheidung leicht. Für das ganze Abenteuer rechneten wir mit 13 bis 14 Stunden, Start bei der Mautbaracke unter Ljubelj. Wir wollten auch den gesamten Košuta-Grat durchqueren, der für Läufer wegen der Exponiertheit zu gefährlich ist. Alles haben wir komplett geschafft, die Belohnung eingestrichen am Ende . Über die Querung der Košuta nichts Neues. Vorbei an der Alm Košutica hoch zum Hajneževo sedlo und von da über gesicherter Steig zum Veliki vrh. Mit Sonne im Gesicht und noch frischem morgendlichem Lächeln ging's auf die lange Gratquerung bis zum Košutnikov turn. Dort erste Pause zum Auftanken. Bis hierher problemlos, einige vorhandene Sicherungen in gutem Zustand. Weiter auf dem beschädigten Querweg über die Dolgen Njive zum Potok-Sattel. Dieser Abschnitt ist an mehreren Stellen von Winterlawinen abgerissen und nachgetreten, etwas mehr Vorsicht schadet nicht. Sehr interessant ist der Übergang über die Meli. Erste Überraschung waren die Knafelj-Markierungen, die weit auf österreichischer Seite weitergehen. Später erfuhren wir, dass diesen Übergang das patriotische Klagenfurter Bergsteiger-Verein angelegt und markiert hat. Nicht mal die Grenzer haben es gewagt, die rot-weißen Kreise zu entfernen, nur in den Karten ist der Übergang gar nicht als markiert ausgewiesen. Egal, die Marken sind da und kamen bei der Suche nach Übergängen genau richtig. Zweite Überraschung ist das Aussehen und die geologische Zusammensetzung der Meli. Voll mit Steinen aller Farben und Formen, Schutt, ausgehöhlten Türmen, Mulden und interessanten Übergängen, sogar eine Wasserquelle findet sich inmitten all dem Sand. Das Aussehen ist ziemlich wild, und ich empfehle diesen Bereich wärmstens . Am einfachsten vom Alm Dolga Njiva, kombinierbar mit Besuch der Tolsta Košuta. Nach den Meli dreht sich die Gehrichtung, und wir machten uns auf den Rückweg österreichischer Seite. Zuerst stiegen wir steil bis zum Fuß der Tolsta Košuta auf, dann über lange Schuttfelder Richtung Hütte unter Košuta. Dorthin gingen wir und gingen, überquerten Schuttfeld um Schuttfeld, stiegen auf und ab und dankten für den seltenen Schatten. Die Sonne schien uns auch in diese Richtung unermüdlich ins Gesicht. Bei der Hütte folgte die obligatorische, erst zweite Pause für Naschereien aller Art, Schuhlüften und Zeitplan-Check. Die Zeiten an den Wegehinweistafeln passten nicht zu unseren Erwartungen, daher schnell wieder los, und gleich hinter der Hütte wieder in die Steilheit gebissen. Wieder Schuttfelder hinter Schuttfeldern, Kilometer flogen unter den Füßen dahin, Stündchen vergingen. Wir fingen an abzustiegen, Schuttfelder wichen anderem Gelände. Markierungen regelmäßig, teils schlechter sichtbar. Der Tag verabschiedete sich, wir stiegen überraschend noch ab, Hajneževo sedlo immer ferner. Wir schalteten in den höchsten verrückten Gang, zum Glück noch nicht viel Müdigkeit, Augen suchten besorgt Abzweige in die richtige Richtung. Kompass-Karte hat hier nicht gepasst, und wir verließen uns nicht mehr drauf . Die Sonne war längst hinter den Hängen verschwunden, als wir bei der letzten Schlüsselmarkierung mitten auf verwachsenem Weg endlich zum Hajneževo sedlo abbogen. Wir bissen und bissen in die Steilheit, noch 800 Höhenmeter zu schaffen. Gerade unter dem Sattelgipfel erlosch das Himmelslicht endgültig, aber wir wussten wenigstens wo wir waren. Mit Stirnlampen keuchten wir zum Grenzstein, atmeten endlich durch und kehrten vorsichtig auf dem Morgenweg ins Tal zurück. Die Nacht beleuchteten Blitze der überhitzten Atmosphäre mit gelegentlichem Donner, und zum Schluss noch eine kleine Regenschauer beehrt. Aber da waren wir schon beim Auto, nur eine Stunde vor Mitternacht . Zum Abschluss: Die gesamte Strecke ist lang, anstrengend und erfordert top Kondition. Wege auf österreichischer Seite nicht überall gut ausgetreten, obendrauf Schuttfelder hinter Schuttfeldern. Unsere Meinung: Für Läufer nicht der freundlichste Weg. Vielleicht deshalb haben sie die Strecke dieses Jahr teilweise geändert, mehrere Startpunkte mit Transporten verbunden und Vorjahreszeiten für Medaillen gelöscht. Kurzum, das Event freundlicher für normale Wanderer gemacht. Diesjähriger Košuta Hiking am Samstag, 4. August. Unabhängig von der verkürzten Runde um Košuta große Herausforderung für jeden. Link zur Einladung … https://www.zell-sele.at/upload/2158792_Letak_KOSUTA_2018a.pdf Und unsere Version-Ergebnisse (Daten aus Garmin Montana): Distanz: 43 km Höhenmeter: 3883 m Benötigt: 18 Std.
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