| bagi6. 09. 2022 14:06:29 |
Monte Agnèr ist ein schwer zugänglicher Berg. Er erfordert exzellente Kondition und ständige Konzentration vom Einstieg in die Route bis zum Gipfel. Allein dieser Abschnitt bringt 1000 anspruchsvolle Höhenmeter, dazu den Anmarsch von der Hütte oder gar aus dem Tal. Beim Abstieg dasselbe, nur dass die Routenwahl hier begrenzt ist. Der schwierigste Anstieg, die Stella-Alpina-Klettersteig, ist für den Abstieg nicht empfehlenswert. Stella Alpina ... Wir haben sie für den Aufstieg gewählt. Stella-Alpina-Klettersteig, bzw. Planika bei uns. Überall voll davon in den Felsen und an Stellen, wo man sie nie vermuten würde. Sie zaubern ein Lächeln ins Gesicht, wenn einem der Schweiß reichlich von der Stirn tropft und man sich abmüht, einen halbwegs guten Griff oder Tritt zu finden. Und in diesem Steig tropft es oft . Vor allem wegen der Sonnenexposition schon frühmorgens, mehrmals auch wegen des Routenverlaufs. Die Auslese beginnt schon beim ersten Übergang, kurz nach dem Wegweiser zum Klettersteig. Die Wand ist steil und exponiert, ausgestattet mit alten, verrosteten und stark lockeren Drahtseilen mit überzogenen Griffen. Wer sich hier durchkämpft, ist guter Kandidat zum Weitermachen, wer Probleme hat, sollte umkehren. Es folgen gute 300 Höhenmeter Wand. Keine Notausstiege. Nach kurzer Ebene wird's ernst. Im ersten Teil reiht sich eine Abfolge mehrerer senkrechter Kamine, wo der Fels keine guten Tritte oder Griffe bietet. Hier lohnt es, die Schrittfolge zu studieren für leichteres Vorankommen. Keine Haken auf dem ganzen Steig, nur ein paar ganz kurze Bolzen an kritischen Stellen. Oft auf Reibung, sogar Überhänge gibt's. Drahtseile meist gut, Abstände zwischen Verankerungen groß. Exposition mehrmals außergewöhnlich. Technische Bewertung der härtesten Stellen C/D. Das ist der erste Teil des Steigs ... Der zweite Teil ist völlig anders. Wenn wir uns über den Felsenbruch ziehen, wartet ein langes Querfeld rechts zum Biwak auf dem Sattel. Das Querfeld verläuft über Absturz-Wänden, meist über Felsen, teils über Gras. Der Weg ist solide markiert, gesichert nur an wenigen Stellen. Seine Merkmal ist die Länge, Kletter-Schwierigkeit dreht sich im Rahmen guter A. Wichtiger als technische Schwierigkeit sind Vorsicht beim Gehen und Folgen der verblassten Markierungen. So bis zum Biwak G. Biasin oberhalb der Scharte Forcella del Pizzon. Hier trifft Stella Alpina auf den üblichen Gipfelanmarsch mit Marke 709. Aufstieg zum Monte Agnèr ... Er findet in außergewöhnlicher Umgebung statt, ist aber weit von einfach entfernt. Die anspruchsvollsten Teile sind gleich nach dem Biwak und dort gibt's genug Drahtseile. Dieser Abschnitt ist zugleich der attraktivste Teil des Aufstiegs mit Blicken in unendliche Tiefe. Höher am Grat keine Sicherungen mehr und so bis zum Gipfel. Er ist herrlicher Aussichtspunkt und man staunt nicht schlecht, wie weit der Blick reicht. Längere Pause fast Pflicht, wenn Wetter mitspielt und Zeit nicht drängt. Abstieg ins Tal ... Zum Biwak G. Biasin sind wir den Aufstiegsweg abgestiegen, da gibt's keinen anderen. Auf rote Punkte achten und vorsichtig gehen. Der Gipfelgrat ist ungesichert, das Expositionsgefühl durch Blicke in die Tiefe ziemlich groß. Dann der gesicherte Teil und bald am Biwak. Von hier abgestiegen über genannte Route 709. Überrascht festgestellt, dass auch die kein Spaziergang ist . Fast 1000 m Abstieg über steinigen Hang, wo man ständig auf richtige Richtung und Fußsetzung achten muss. Sicherungen erst im Endteil. Felsen kompakt und fast schuttfrei. Erst auf Wiesen weit unten kann man durchatmen. Von da zur Hütte Rif. Scarpa-Gurekian nicht mehr weit. Von dort ins Tal über steile Route 711 neben alter Lifttrasse. Schnell nach Frassene und Ende der tollen Abenteuer . Mehr Eindrücke in der Fotogeschichte ... Einige Tipps ... Unverzichtbar gute Kondition, Gewöhnung an schwieriges Gelände, Schuhe mit gutem Grip und genug Wasser. Helm, Handschuhe und Ausrüstung selbstverständlich, ebenso stabiles Wetter. Vom Tal zum Gipfel saftige 1900 Höhenmeter, daher Hüttennacht in Scarpa-Gurekian empfohlen. Etwas Bergglück und ihr kriegt mehr als erwartet. Unsere Eindrücke … fingerlecken gut . Parkkoordinaten (Ort Frassene): 46.2551822N, 11.9844981E
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
51
52
53
54
55
56
57
58
59
60
61
62
63
64
65
66
67
68
69
70
71
72
73
74
75
76
77
78
79
80
81
82
| (+13) |  | |
|
|