| IgorZlodej3. 08. 2010 12:55:33 |
Das Val Settimana ist wirklich so lang wie eine Woche (von Claut 13 km bis zur Hütte Pussa), dazwischen gibt es auch einige Erdrutsche, die sie mehr oder weniger ständig räumen. Am Anfang des Tals gibt es Schilder wegen gesperrter Straße, aber anscheinend beachtet sie niemand. Auch in der Hütte haben sie gesagt, man soll sie nicht ernst nehmen. Nach der übernachteten Nacht sind wir gestern frühmorgens auf der Schotterstraße zur idyllischen Alm Senons aufgebrochen. Neben Kühen grast auf der Alm auch eine Ziege aus Slowenien. Von der Alm sind wir links auf dem alten markierten Weg weitergegangen, der aber keine gute Wahl war, da es viel nasses Gras und Gebüsch gab. Höher wendet sich dieser markierte Weg abwärts, weiter führt ein unmarkierter Pfad zur Scharte Cuel. Von der Scharte stiegen wir auf steilen Grashängen auf der NO-Seite des Berges auf, die Richtung zeigten rote Punkte „bolli rossi“ und Steinmänner. Etwa in der Hälfte geht der Weg auf den nördlichen Grat und ist weiter meist Kletterei I. Grades, nur die letzten 100 m zum Gipfel wird das Gelände etwas flacher. Der Gipfel Monte Caserine Alte ist im Vergleich zur Cima Emelia, auf der wir den Tag zuvor standen, extrem geräumig und natürlich auch sehr aussichtsreich. Aufgrund der angesagten Verschlechterung und als Folge des SO-Windes bildeten sich schnell Nebel, sodass wir den Gipfel nach etwa einer Stunde verließen und auf dem Aufstiegsweg zum Sattel bzw. Scharte Cuel zurückkehrten, durch das Kar Ciadin de Senons weitergingen und zum Alm den linken Weg wählten, der viel besser und angenehmer begehbar ist, obwohl auch dort das Gebüsch den Weg stark überwuchert hat und es viele umgestürzte Bäume über dem Weg von Schneelawinen gab. Nun fast schon bei der Alm sind wir auf zwei Wegwarte mit Motorsäge gestoßen, die Gebüsch und Bäume beschnitten, sodass der Weg wie versichert bald wieder schön begehbar sein wird. Von der Alm folgte noch ein knappes Stundentälungsabstieg zur Hütte Pussa. Da wir der Wettervorhersage glaubten, sind wir am Abend heimgekehrt, aber wir werden sicher in diese Täler und auf diese schönen Gipfel zurückkehren. Vor allem gibt es dort noch jede Menge Wildnis und echte Einsamkeit, und der Forscherdrang kommt auf seine Kosten.
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