| jax22. 09. 2015 01:57:40 |
Dieses Wochenende habe ich mich für eine Tour in selten besuchte, aber sehr interessante Gegenden entschieden. Der höchste Gipfel der Kette Caserine-Cornaget-Resettum in den Karnischen Voralpen ist ein interessantes Ziel, die Einsamkeit auf dem Weg lässt sich fast mit dem Messer schneiden, der Aufstieg zum Gipfel ist relativ einfach. Der Normalweg beginnt im Tal Val Settimana etwa einen Kilometer vor der Hütte Pussa (dahin von Claut auf ziemlich schlechter Straße). Zum Bivacco Anita Goitan habe ich mich schon gut auf der steilen markierten Spur eingeschwitzt, von dort muss man den Übergang etwas suchen. Die Beschreibung auf vienormali.it hat mich direkt den Grat hinter dem Bivacco hochgelotst, aber das Gelände dort hat mir nicht besonders gefallen, daher habe ich mich für eine andere Variante entschieden - ich folgte dem aufgegebenen markierten Weg zur Scharte Meda bis zur Kar unter ihr. Dort habe ich einen Übergang rechts in die Kar Ciadin de la meda gesucht. Hier gibt es sogar eine bescheidene Steige, später tauchten auch Steinmännchen auf. Diesem Weg bin ich bis zum Grätchen unter dem Turm Torre della meda gefolgt, von dort bin ich ins Kargrund abgestiegen (später stellte ich fest, dass das keineswegs der angenehmste Übergang hinein war, aber lassen wir das). Ciadin de la meda ist ein magischer Ort, an dem man nicht glauben kann, wie weit er von allem entfernt ist, und doch ist der Zugang hier wirklich so einfach. Natürlich war das der ideale Platz für Pause und Brotzeit vor dem Endanstieg zum Cornaget. Dieser Teil ist natürlich anspruchsvoller, aber die technischen Schwierigkeiten sind sehr moderat, und ich kann ihn jedem empfehlen, der solche wilden Gegenden mag und ein paar Schritte auf etwas heiklerem Gelände machen kann. Orientierungsprobleme gibt es von hier nicht mehr, es ist solide mit Steinmännchen markiert, davon gibt es genug. Zuerst muss man zur Scharte Savalon hoch, das ist wohl der schwierigste Teil der Tour. Der letzte Anstieg verläuft nämlich auf steilem, verdichtetem Schuttgelände, wo man nie ganz sicher auf seinen Tritt sein kann, ein Ausrutscher könnte ziemlich problematisch werden. Hier ist wirklich höchste Vorsicht geboten, besonders beim Abstieg. An der Scharte stehe ich vor einer Art schrägen Plattenwand, die zum Gipfel der Berg führt. Ich kann es kaum glauben, dass der Weg hier drübergeht, aber tatsächlich ist er recht einfach - am Anfang gibt es ein paar Kletterstellen (wahrscheinlich alles im I. Grad, auch beim Abstieg keine Probleme), der Großteil des Wegs verläuft auf Bändern und ist gut markiert. Und so lande ich schließlich am Grat (exponiert), der mich nach wenigen Metern zum Gipfel bringt. Und da bin ich am höchsten Gipfel dieser Berggruppe! Obwohl das Wetter nicht ganz klar war, haben die Ausblicke die Erwartungen erfüllt, von den nahen Caserine und Dosaipa bis Duranna, Cima dei Preti und noch entfernteren "echten" Dolomiten. Abgestiegen bin ich auf demselben Weg, mit viel Vorsicht besonders unter der Scharte, vom Kar habe ich einen direkten Übergang gefunden, der mich zu den Markierungen kurz unter dem Bivacco brachte. Auf jeden Fall kann ich sagen, es ist eine tolle Tour, die ich allen empfehle, die nicht zu viel Angst vor unmarkiertem Gelände haben (ich hatte sie auch, aber es ist irgendwie gegangen ) und Touren mögen, bei denen man sehr wahrscheinlich niemanden trifft. Übrigens reichen die ersten Einträge ins Gipfelbuch bis ins Jahr 1993 ...
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