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Forenliste / Slowenien / Ötztaler Alpen / Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021

Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021

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pg18. 07. 2021 15:00:37
Zum Abschluss meiner Streifzüge bei kurzer Rückkehr nach Innsbruck – wo diesmal das Hauptziel das Abholen des Fahrrads war – stieg ich einen Tag nach dem Ende der Karwendel-Durchquerung auf den ziemlich bekannten Dreitausender Nederkogel, der trotz erfolgreicher Saison letztes Jahr noch unbestiegen blieb und sich hoch über dem berühmten Skigebiet Sölden erhebt. Trotz Müdigkeit, langer Abend vor dem EM-Finale Fußball und morgendlichen Verpflichtungen in der Stadt, die einen nachmittäglichen Aufstieg diktierten, musste ich den letzten Vorbereitungstag vor Wetterverschlechterung nutzen – Spaziergänge um die Tiroler Hauptstadt sind halt nicht dasselbe ohne Aufstieg auf einen Dreitausender in Stubai oder Ötztaler Alpen; letztes Jahr rund zwanzig, Nederkogel ist der erste heuer.

Da ich die Stubai Alpen letztes Jahr gut kennengelernt habe, die Ötztaler aber ausser Wildspitze, Similaun, Fineilspitze und Hoher Geige weitgehend gemieden, nach zweistündiger Zug- und Busfahrt – wegen Fahrradtransport diesmal ohne Auto in Tirol – um 11 Uhr von den Randbereichen des Dorfes Zwieselstein bei Sölden zum 1500 m höheren Gipfel aufgebrochen.

Vom Startpunkt an der Bushaltestelle Zwieselstein Sahnestüberl erreichte ich in unter einer halben Stunde über angenehmen Waldweg die Aussichtsalm Lenzenalm, trank dort Kaffee und setzte den Weg auf noch immer leichten Pfad fort, wo – o so tirolisch! – die Kühe Vorrang beim Durchlass beanspruchten, sodass ich oft umgehen musste. Bei immer besseren Ausblicken vor allem auf Berge über dem Skigebiet Obergurgl-Hochgurgl kam ich nach angenehmem Pfad in etwas über einer Stunde von der Alm zum Abzweig zu Neder-See und Nederkogelgipfel.
Den Fünf-Minuten-Umweg zum netten See nutzte ich, um unnötige Sachen für den Endanstieg dort zu deponieren und den weiteren Verlauf zum ca. 700 m höheren Gipfel zu begutachten, der durch das enorme Kreuz oben täuschend kurz wirkt.
Kurz vor 14 Uhr ging's zum Gipfel, der sich zunächst durch Schuttlandschaft windet, dann steil zum aussichtsreichen Nordgrat des Nederkogels hochzieht.
Hier führt der noch etwas anspruchsvolle Weg über typische Granitblöcke immer höher über das Seental östlich des Berges. Unterwegs kreuzte ich einige harmlose Schneeflächen, ca. 100 m unter'm Gipfel auf Rat eines Trios Vorübergehender, um sommerlichen problematischen Schnee am Westgrat zu umgehen, wohin der exzellent markierte Weg steil abbiegt, querte ich zu den bröckeligen Hängen am Ostflanke. Über ziemlich bröckliges Gelände stieg ich zu alten Markierungen der ansonsten unmarkierten Route über die Ostwände des Nederkogels und über Platten bei schönem Klettern im II. Grad direkt zum grossen Gipfelkreuz (dem Endklettern kann man weitgehend ausweichen, doch der bröcklige Untergrund unter'm Gipfel, wo einst die Ostroute führte, ist deutlich gefährlicher als der solide Fels, den ich nahm).
Da der Nederkogel als steile Wache über dem Zentralen Ötztaler Gebirge thront, sind die Gipfelblicke prächtig: Es war eine Freude, hinauszublicken und Erinnerungen an letztjährige Touren zu Wildspitze, Hohe Geige, Similaun und Zuckerhütl aufzufrischen, die klar im wundervollen Panorama erkennbar sind, herrlich auch die Tiefblicke nach Sölden, Nedersee und Skizentrum Obergurgl-Hochgurgl.

Nach längerer Gipelpause gegen 16 Uhr vorsichtig zum markierten Querweg abgestiegen, wo ich im Sinne der Kameradschaft, die mir die Vorsteiger erwiesen, einem Jungen mit Rat zum Endanstieg half, dann Abstieg über Gipfelaufbau und Nordgrat des Nederkogels fortgesetzt. Kurz nach 17:30 Uhr zurück am See auf 2436 m, wo ich längere Pause machte und Plan für die Nacht schmiedete – wie ich sie verbrachte, vielleicht über andere Kanäle nasmeh

Morgens im Zentrum von Zwieselstein, über dem sich der 1700 m höhere Nederkogel markant erhebt, ersten Morgenbus nach Ötztal Bahnhof genommen und von da Zug nach Innsbruck, desselben Abends Zug auf Nachtfahrt nach Ljubljana.

Der fünfte Tag in Folge meiner Tiroler Streifzüge führte mich so am höchsten, wenngleich die Tour nicht zu lang oder übermässig anspruchsvoll war; solange am Westgrat kein Schnee (ich hatte volle Winterausrüstung, aber durch weichen Sommer-Schnee wäre Aufstieg über vereisten Grat riskant) und das Kletterfinal ausfällt, handelt es sich um mässig anspruchsvollen Aufstieg, für den vom Start ca. 4 Stunden Gehens brauchen. Vielleicht nicht der einfachste oder bequemste Dreitausender in der Umgebung – Sulzkogel, Zischgeles oder gar Rinnenspitze in den Stubaiern bieten sich dafür an – aber bei trockenen Bedingungen kann ich den Aufstieg ruhig auch Anfängern dieser Höhen empfehlen.
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Nedersee (2436 m) und Nederkogel (3163 m) darüber1
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Beginn des Weges nahe der Bushaltestelle auf ca. 1750 m2
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Aufstieg zur Alm Lenzen I.3
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Aufstieg zur Alm Lenzen II.4
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Lenzenalm (1896 m) I.5
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Lenzenalm (1896 m) II.: Blick zurück, im Hintergrund Berge über Obergurgl-Hochgurgl6
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Weg zum Nedersee I.7
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Weg zum Nedersee II.: Viehabsperrung auf dem Weg8
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Weg zum Nedersee III.: entlang der angenehmen Steige stehen mehrere Bänke an Panoramastellen9
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Weg zum Nedersee IV.10
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Blick talabwärts zur Alm Lenzen11
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Blick talabwärts zum Kopf der Ötztaler Dolina bei Hochgurgl12
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Kurz vor der Gabelung offenbart sich vor uns die Felsformation des Nederkogels13
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Anziehungvoller kleiner See Nedersee (2436 m), der vom Aufstiegspfad nur ca. 5 Min. Umweg entfernt ist14
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Anfang des Schlussteilanstiegs zum Nederkogel, der von hier - auch wegen des enormen, aus der Ferne sichtbaren Kreuzes auf dem Gipfel - täuschend nah erscheint15
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Aufstieg zum nördlichen Grat des Nederkogels I.16
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Aufstieg zum nördlichen Grat des Nederkogels II.: Blick talabwärts entlang des Aufstiegspfades17
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Aufstieg zum nördlichen Grat des Nederkogels III.18
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Kurzer teilweise anspruchsvoller Gratübergang I.: Blick zurück, tief unter uns liegt Sölden19
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Kürzerer teilweise anspruchsvoller Gratübergang II.20
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Blick zurück entlang des Anstiegsweges unter dem Grat I.: der gut markierte Weg umgeht die Schneeflächen größtenteils, bis hierher verursachen sie jedenfalls keine Probleme21
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Blick zurück entlang des Anstiegsweges unter dem Grat II.: Blick zum nördlichen Grat und Sölden darunter22
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Unsägliches Queren einer hängenden Schneefläche in der Nähe der Stelle, wo der markierte Weg zum Grat abbiegt23
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Abschließender Anstieg zum Gipfel über den Osthang des Berges I.: Blick nach unten24
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Abschließender Anstieg zum Gipfel über den Osthang des Berges II.: das Gelände ist stellenweise ziemlich instabil, daher ist Vorsicht beim Kraxeln nicht überflüssig25
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Abschließender Anstieg zum Gipfel über den Osthang des Berges III.: leichteres Klettern bis zum Kreuz auf dem Gipfel (II)26
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Gipfel des Nederkogels (3163 m) I.27
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Gipfel des Nederkogels (3163 m) II.: Blick zum Herzen der Schnalskamm-Gruppe28
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Gipfel des Nederkogels (3163 m) III.: Blick zum Ötztal mit Sölden an der Spitze29
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Gipfel des Nederkogels (3163 m) IV.: Blick zum Ostgrat des Berges, über den der Normalweg zum Nederkogel führt, im Hintergrund Hohe Geige30
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Gipfel des Nederkogels (3163 m) V.: Blick zur Wildspitze31
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Gipfel des Nederkogels (3163 m) VI.: Panorama vom Gipfel32
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Vorsichtiger Abstieg vom Gipfel I.33
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Vorsichtiger Abstieg vom Gipfel II.: am Grat liegt noch reichlich Schnee34
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Blick vom Weg hinunter zum See35
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Abstieg zum nördlichen Grat36
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Durchquerung des aussichtsreichen Teils des Grats I.37
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Durchquerung des aussichtsreichen Teils des Grats II.38
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Langer Abstieg zum Nedersee I.39
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Langer Abstieg zum See Neder II.: Blick zurück zum Gipfel40
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Am See Neder I.41
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Am See Neder II.42
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Abstieg zur Alm Lenzen I.: Blick zurück43
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Abstieg zur Alm Lenzen II.44
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Abend auf der Alm Lenzen45
Nederkogel (3163 m), 12. 7. 2021 Zentrum des Dorfes Zwieselstein (1440 m) und Nederkogel hoch darüber46
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