| turbo26. 04. 2020 09:21:00 |
Samstag, 25.4.2020 Gewöhnt an Abfahrten zu Wanderungen in pechschwarzer Dunkelheit, warteten wir, bis es hell wurde, dann fuhren wir Richtung Sveti Urh. Im sonnigen Morgen nahmen wir den Weg unter die Füße und machten uns am Gedenkzeichen vorbei auf den Weg nach Orle. Vogelgesang, Hund an der Leine und tiefe Stille im Wald, mehr zu wünschen wäre Sünde. Nun, vielleicht, dass die Gemeindegrenzen nicht geschlossen wären und, noch mehr, dass es den Virus gar nicht gäbe. Weißt du was, flüsterte ich der Prinzessin zu, heute reden wir nicht über Plagen, zumindest nicht laut. Neugierig schaute sie mich an, dann folgte ich dem wedelnden Schwänzchen und versank in meinen Gedanken, wie die Prinzessin wahrscheinlich in ihren. Die Stille im Wald war ähnlich still wie auf dem Weg in die Berge, auch der Vogelgesang ähnlich laut wie dort. Als wir den Kreuzweg erreichten, wusste ich, dass wir rechts abbiegen mussten. Ich wusste auch, dass wir direkt ins Dorf kamen und nahe der Gemeindegrenze waren. Da nirgends etwas war, kein Pfahl, kein Ständer, auch kein Schild, das das Ende der Stadtgemeinde Ljubljana markierte, hockte ich mich hin und flüsterte der Prinzessin ins Ohr, was wir tun würden. Weißt du, sagte ich, wir machen es so, wie ich früher in den Bergen an der Staatsgrenze gemacht habe. Vom Sonnenaufgang bis Untergang durfte ich hinüber, daher machen wir auch ein paar Schritte über die Gemeindegrenze, da wir sicher vor Sonnenuntergang zurückkehren. Der weise Blick und das wedelnde Schwänzchen ließen mich wissen, dass sie mich verstanden hatte, wie den Hinweis, leise durch den oberen Teil des Dorfes zur "Gaststätte" zu schleichen und von dort zurück nach Urh. Gesagt, getan. Wir gingen schnell weiter, machten ein paar Fotos bei der Gaststätte, setzten von dort noch schneller fort und schafften es nebenbei zurück zum Kreuz. Ein Blick auf die Navigations-App im Handy offenbarte, dass wir "drüben" maximal dreihundert Meter waren und das insgesamt etwa fünfzehn Minuten. Die Prinzessin beruhigte ich damit, dass die Polizei bei Geschwindigkeitsüberschreitung einige Prozente vom "zu viel" abzieht und wenn wir auch vom gelaufenen Weg einige Prozente von dem "drüben" abziehen, haben wir fast keine Sünde begangen. Dann kehrten wir auf demselben Weg zum Ausgangspunkt zurück und von dort zufrieden wegen des angenehmen Spaziergangs nach Hause. Der Weg hin und zurück ist trocken und staubig, zweimal muss man über einen Bach steigen, andere Besonderheiten keine. Hinauf waren wir allein und trafen nur vier, davon einen schon am Gedenkzeichen. Zurück waren wir auch allein, trafen aber einige Dutzend. Dass wir uns voreinander wie der Teufel vor dem Kreuz gehütet haben, versteht sich von selbst. Der Spaziergang hat uns gefallen, daher wiederholen wir ihn, wenn die Gemeinde nicht mehr gesperrt ist und wir schattigen Wald in der Sommerhitze wollen. https://tubojan.blogspot.com/2020/04/orle.html
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