| jerque30. 11. 2024 22:31:05 |
Das schreibe ich zwar mit einwöchiger Verspätung, aber heute war es wahrscheinlich mehr oder weniger dasselbe. Wie auch immer, das Planina Polje begeistert in allen Bedingungen, man muss nur den richtigen Teil wählen . Im Trockeneren ist das der nördliche Rand mit zahlreichen Dolinen. Nur mmg., wer mehr über das "Hintergrund" wissen will, findet sicher viel in der Diplomarbeit aus Geographie. Ohne es vorher zu wissen, sind wir die nördliche Variante des Scilkina Wegs bzw. entlang des nördlichen Randes gegangen. Praktischer Start ist Grčarevec, wo sie am Busbahnhof Richtung Planina ein schönes Parkplatz mit Infotafel eingerichtet haben, und es ist auch praktisch für Ziele westlich des Poljes (z.B. nördlichere Teile der Planinska gora, Pod Srnjakom...), war aber bei weitem nicht voll. Soweit ich weiß, sind Parkmöglichkeiten am anderen Ende in Laze (bei der Filialschule und Molkerei) etwas begrenzter, besonders unter der Woche. Da wir schon in Grčarevec sind, können wir zur wenige Meter entfernten Kirche hl. Lukas hüpfen, dann über die Hauptstraße, von wo aus es eigentlich zwei Varianten gibt: neben unserem Niederungswaldweg (der die Wiese auf einer und Wald auf der anderen Seite trennt) noch einen "Hochwaldweg" durch den Wald, den wir für ein andermal als Umleitung bei Überschwemmungen aufgespart haben. Meiner Meinung nach sollte auch der Niederungsweg (eigentlich Schotterwaldstraße mit etlichen Bänken und Infotafel) bis zur markierten Abzweigung mehr oder weniger immer begehbar sein außer bei "außergewöhnlichen Bedingungen", die Fortsetzung von da nach Jakovica könnte aber fraglich sein. Aber schon bis zur Abzweigung "passiert" viel. Zuerst gleich hinter dem letzten Dorfhaus bemerken wir einen Betonhalbzylinder wie einen Bunker an nicht ganz passendem Ort. Die Kulturerbekarte sagt, es ist ein Wasserauffangbehälter. Im "Grčarevec-Eck" des Planina Polje gibt es auch einige sogenannte "Rup" oder gebildeter Estavellen, die je nach Bedingungen als Quellen oder Schlünde dienen. Im Quellen-"Modus" sprudeln sie wohl nie wie Geysire, sonst wären sie sicher schon Touristenattraktion. Weiter erinnert die Landschaft schon an ein "Artilleriegelände", so viele trichterförmige Dolinen, oft findet man eine "Lücke" im Elektrozaun und kommt näher, angeblich ist selbst Laufen auf diesen "Sieb"-Dolinen nicht gefährlich, aber das Schicksal nicht zu sehr herausfordern. Aber noch nicht umdrehen, das ist noch nicht mal der Höhepunkt. Übrigens, obwohl die Unica auch bei Dürre genug für "Export" zur Küste hat, versickert in "normalen" Bedingungen der Großteil schon in der südlichen Hälfte des Poljes, genauer in den "Ključi" am östlichen Rand bei Ivanje selo. Nur dass diese Dolinen dem ungeübten Auge nicht sichtbar oder gar nicht so attraktiv wie die nördlichen sind, was man sich bei Gelegenheit selbst ansehen muss. Aber etwa auf halber Strecke zur Abzweigung gibt es doch Action. Die hier ankommende Unica verschwindet in einer Doline der Kacanovce-Gruppe, was sie nicht "schlucken" kann, prallt irgendwie in scharfem Winkel nach Osten ab. Von der Abzweigung konnte man direkt nach Jakovica kommen. Der Weg (noch immer Schotterstraße) führt direkt über das Unica-Bett, das gerade vor dieser Überquerung abgesoffen war und sich, wie sich später herausstellte, etwas weiter wieder im Bett zeigte. In Jakovica bergauf durch den Dorf kern und hl. Michaelskirchen, aber selten erwähnt jemand in seinen Berichten auch die Kapelle Unsrer Lieben Frau in Leščevje direkt unter der Kirche auf der nördlichen "Gratkseite", mit etwas Bauernschläue kommt man schnell auch dorthin. Von da schnell nach Laze, nicht zu viel darüber, vielleicht nur, dass das neue Jakovica-Aussichtspunkt keine echte "Mehrwert" ist, da ähnliche Blicke auf den südlichen Teil des Planina Polje schon vor hl. Michaelskirche und dem höchsten Punkt des Jakovski Hügels geboten werden, wo man schnell einen getretenen Pfad findet, kurz bevor die Straße nach Laze den Waldrand erreicht. Dann von Laze unter Jakovica zu den Quellen (wussten nicht mal, dass es eine Abkürzung nördlich von Jakovica gibt, egal). Bevor wir wieder zur Unica-Überquerung kommen, biegt links (Osten) eine Fahrstraße ab, die uns zu einem wieder etwas gefüllten Bett und den Strževce-Dolinen bringt, wo der meiste Wasser endgültig versickert. Dort biegt links (Norden) noch ein ziemlich zugewachsener Pfad zu den Škofji Lom-Dolinen am NE-Rand des Poljes ab. Schon hier "Krater" wie auf dem Mond, aber das ist noch nicht der Höhepunkt. Bei trockenen Bedingungen könnte man Abkürzungen am Rand finden, aber so verpasst man Attraktionen. Zurück zum Weg von Jakovica, bei der Überquerung neue Chance. Nach dem Prinzip "wenn Gras nicht wächst, trampelt man nicht Schaden an" gehen wir am Bett entlang, von wo nördlich noch ein ganz wasserreicher Arm abzweigt. Der uns bald zu den aller"echtesten" und malerischen Dolinen mit dem sprechenden Namen Pod stenami bringt. Wasser hört eigentlich schon vorher endgültig auf, endlich unter der senkrechten Wand erblicken wir die zwei berühmten Putickovi štirni, gelahrter Katavothra, brunnenartige Löcher, die künstlich erweitert oder gar ausgehoben und oben mit "Käfigen" geschützt wurden. Mir scheint, auch der gepflasterte Bettteil direkt vor den "štirni" ist Menschenwerk. Warum, das Bett direkt unter der Wand ist sonst viel zerklüfteter, sodass man nicht bequem drauf laufen kann. Neben den štirni sind unter der Wand noch ein paar "löchrige" Dolinen mit unschönen Gittern geschützt, vor der Wand wieder voll "Krater", die Wand trägt zur Atmosphäre bei und lädt zum Knipsen ein. Und wenn wir über den Niederungsweg am Abzweig wieder in Grčarevec sind, stellt sich raus, dass dieser sonst nur wenige km lange Spaziergang fast 5 Stunden gedauert hat. Na, man muss definitiv wiederkommen, erst in "durchschnittlichen" Bedingungen, wenn die Putickovi štirni nicht "arbeitslos" sind, und bei starker Überschwemmung... Wenn wir schon an den Unica-Schlünden rumstochern, wäre es logisch, nach Vrhnika zu hüpfen und zu sehen, wie dasselbe Wasser wieder aus dem Untergrund kommt, diesmal in zahlreichen Ljubljanica-Quellen (aber kein Eile, Wasser braucht angeblich 2 bis 5 Tage dorthin). Jetzt mit wenig Wasser in der Unica wäre logisch, Ähnliches in der Ljubljanica zu erwarten. Und in solchen Bedingungen sind mir persönlich beide "Fenster" in der Retovje-Schlucht (keine offiziellen Wege dorthin, aber...) viel spektakulärer (smaragdgrün, Reflexe...) und zugänglicher (weniger wahrscheinlich, dass unoffizielle Wege überschwemmt). Während bei wasserreichen Bedingungen wohl die nahe "Dreiquellen" unter der Kletterwand eindrucksvoller ist, an der auch ein leichter Spazierweg zwischen Mirke und Verd verläuft....
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