| jerque18. 03. 2024 23:02:19 |
Bevor die „Frühling schlägt“ und mit Laub vieles verdeckt, musste die Zeit für eine weitere „archäologische“ Expedition genutzt werden. Diesmal zum Hrušica-Plateau, genauer nach Podkraj entlang der einst wichtigen Straße zwischen Kalce und Col. Dort haben sich einige Befestigungen der sogenannten Alpenmauer (it. Vallo Alpino) erhalten, die Italien entlang der gesamten Landgrenze vor Ausbruch des 2. WK baute. Wenn sie sogar die vereidigten neutralen Schweizer fürchteten , ist es kein Wunder, dass sie sie auch entlang der ehemaligen Rapallo-Grenze bauten. Gerade die Befestigungen bei Podkraj haben irgendwie bis heute überlebt und sind auch auf OpenStreetMap markiert, wenn der Zoom groß genug ist. Die lokalen Namen werden hier auch verwendet. Die Hauptstraße Kalce - Col umfährt den Dorfkern von Podkraj (wo die Kirche ist), wo sich links (Richtung von Kalce) eine Straße zum Kern abzweigt, ist der Ausgangspunkt unseres Weges bzw. zu den Hügeln nördlich von Podkraj. An der Straße ist ein kleiner Platz mit Tafel zu lokalen Wegen. Schon für ca. 5 Autos wäre PMSM etwas „Tetris“ nötig, wenn zufällig ein „Ruker“ da ist, gibt es Parkplatz auch beim Friedhof westlich des Dorfkerns, der von den Hügeln aus die ganze Zeit leer aussah, aber natürlich muss man etwas weiter die Straße laufen. Direkt nach dem Ausgangspunkt zweigt rechts bergauf (wieder Richtung von Kalce) ein Karrenweg mit offiziellen Pfaden nach Javornik, Sv. Duh und Križna gora ab. Die Bunker finden wir, wenn wir uns zuerst an den Pfad nach Javornik halten. Schon vor der Gabelung bemerken wir im Wald rechts eine zylindrische Betonmasse, die durchaus ein Schutzraum sein könnte, nach dem Krieg haben sie ihr aber wahrscheinlich den Zweck geändert und einen „Windfang“ mit verschlossenen Eingangsporten angebaut. Ich stelle mir nicht vor, dass sie für eine gewöhnliche „Schuppen“ so viel Beton verwendet und diese Form gewählt hätten. Vielleicht ist das „Schutzraum R1 ID 2-145“. In der Nähe gibt es auch eine Betonbarriere über die Mulde mit einigen kleinen quadratischen Öffnungen. Wahrscheinlich eher für Infanterieabwehr als Damm bei einem Wildbach? Wie auch immer, bald danach folgt die Pfadgabelung, wir gehen rechts nach Javornik. Etwas weiter müsste nach der Karte tatsächlich der genannte Schutzraum sein, aber an der Stelle ist nur schwer passierbares natürliches Gestein (fast schon Blöcke), das vielleicht als Notunterstand im Partisanenkampfstil gedient haben könnte, aber nichts Gebautes war zu sehen. Wie auch immer, wir steigen weiter nach Norden und stoßen bald wieder rechts auf „Widerstandszentrum 233 ID 2-144“. Tatsächlich kann man es leicht verfehlen, da es vom Pfad mit Gestrüpp „getarnt“ ist und es nur eine „Flickstelle“ verrät, scheinbar aus glatter Fels. Wenn wir es erst mal lokalisieren, können wir es umrunden und uns ansehen, wie es durch all das Gestrüpp aussieht. Es hat zwei Eingänge (nach Süden und Osten), aber ohne Höhlenwissen und Ausrüstung kommen wir nicht weit. Wenn wir noch etwas weiter nach Norden gehen, stoßen wir schon auf „Widerstandszentrum 232 ID 2-143“, das aber ein oberirdischer Bunker ist und den man wirklich nicht verfehlen kann, man kann auch den Schießschlitz bemerken. Wir fahren noch etwas auf dem offiziellen Pfad nach Norden fort, wenn der Pfad aus dem Wald lugt, bemerken wir links am Hang oben schon den nächsten Bunker „Widerstandszentrum 231 ID 2-142“. Jetzt, wo der echte Frühling noch nicht da ist und das Gras noch nicht wächst, können wir uns den „Luxus“ leisten und ohne Schaden den Hang direkt über die „Wiese“ mit trockenem Gras hochzukraxeln, die letztes Jahr offensichtlich gar nicht gemäht wurde. Sonst gäbe es zwei längere Wege. Entweder zurück zur Gabelung und den Bunker über Sv. Duh erreichen, oder weiter nach Norden, nach Karten gibt es dort „nicht-bergsteigerische“ Pfade zur Srednja gora und von dort den Pfad von Sv. Duh erreichen. Nun, wenn wir den genannten Bunker so oder so erreichen, bemerken wir, dass er einen Eingang in ein etwas verzweigtes Innere hat. Nun, wie ich anderswo schon festgestellt habe, Kopf beachten, denn die Italiener damals waren offensichtlich unter den Kleineren. Wenn wir den Bunker über etwas steileres Gelände umrunden, bemerken wir, dass er auch einen tiefen Schacht mit „Leiter“ aus U-Haken hat. So viel „Eier“ hatte ich dann doch nicht, um abzuseilen, geschweige denn dass ich eine Kopflampe hatte. Etwas höher noch ein Steinbunker, der gar nicht auf der Karte ist. Wahrscheinlich ist das der zweite Teil des „Widerstandszentrums 231 ID 2-142“ und sie waren vielleicht auch unterirdisch verbunden. Denn gleich hinter dem Eingang gehen die Stufen bergab. Aber Achtung, die Stufen sind gut mit aufgeweichter Erde bedeckt, sodass sie zu einem glatten Hang geworden sind. Und Gott bewahre, dass wir ausrutschen, denn am Ende der Stufen könnten wir in einem „Abgrund“ landen. Nun, als wir es mit der Taschenlampe beleuchteten, war es doch nicht so tief, natürlich habe ich nicht weiter erkundet, weil fraglich, ob man überhaupt rauskommen würde. Jedenfalls sind am Anfang dieser Stufen in „nur“ 9 Jahrzehnten schon ganz schöne Stalaktiten gewachsen. Jetzt aber für eine Weile genug Bunker. Denn von hier führt ein unmarkierter aber gut ausgetretener Steig nach Sv. Duh, den auch maPZS kennt. Der Steg quert den ziemlich steilen Südhang der Srednja gora, definitiv zu steil, um direkt zum Gipfel anzusteuern. Nicht das Beste für Höhenängstliche, aber der erste Teil ist schön. Erst wenn wir eine Halde am Sattel zwischen Srednja gora und Sv. Duh queren, wird er etwas unangenehmer, schwerer zu folgen und steigt auch an. Nun erreichen wir schließlich die Kirche von sv. Duh, die offenbar renoviert wird, die Glocke am Pferdeschwanz-Glockenturm über dem Eingang konnte ich nicht läuten, bei der Kirche gibt es ein Besuchsbuch, und bei der ganzen Menge Bänke drumherum nehme ich an, es ist ein ganz beliebtes Ziel. Von Sv. Duh endlich wieder auf markiertem und etwas breiterem Weg, zuerst zum Sattel und dann über die nördlichere Variante durch den Wald zur Križna gora. Offenbar habe ich zwischendurch einen kürzeren Abzweig nach Škol(j)a übersehen, dort soll ein Aussichtspunkt sein. Križna gora hat keinen Turm, auf den man über zwei steile Leitern klettert. Aber der Turm ist auch nicht so nötig, schöne Ausblicke nach Podkraj und weiter zu Teilen des Nanos öffnen sich schon vom geschmiedeten Kreuz etwas unter dem Gipfel. Beim Kreuz gibt es auch ein Besuchsbuch, einige Bänke drumherum, aber nicht so viele wie bei Sv. Duh. Dann folgt der Abstieg über den südlichen markierten Weg. Der am Anfang einen sehr steilen Hang quert. Besser nicht dran denken, wie das bei einem Rutschen enden würde. Nun „normalisiert“ sich der Weg mit der Zeit, gleich nach der Gabelung des direkten Wegs nach Sv. Duh gibt es ein paar Meter „Seil“, dann bin ich schon am Ausgangspunkt zurück. Aber die Karte sagt, dass noch etwas Alpenmauer-„Zeug“ auf der anderen Straßenseite ist und das war auch schon bei der Ankunft bemerkt. Also gehen wir die Hauptstraße nach Kalce, nach ca. 400 m gegenüber einer Wegekapelle liegt rechts der kleine Majerjev Hügel, darauf „Schutzraum R2 ID 2-147“, eigentlich ein rundes, tobruk-ähnliches MG-Nest. In „winterlichen“ Bedingungen erreicht man es leicht quer von der Straße durch den Wald, sonst führt ein Graben zum Eingang von Westen, habe nicht genau gecheckt woher. Wenn man von der Kapelle weitere ca. 400 m geht, gleich nach der Baustelle eines größeren Gebäudes (wahrscheinlich Werkstatt) am Waldrand rechts erreicht man noch „Widerstandszentrum 234 ID 2-151“, das oben am Eingang mit Gitter verschlossen ist, wenn man es im Gestrüpp umrunden kann, bemerkt man, dass es auf Fels mit einer Karsthöhle am Boden gebaut ist. Auf dem Rückweg noch Halt in Hrušica, die ich schon lange „im Visier“ hatte und nach Hausnummern zu Podkraj gehört. Dort sind Reste der großen römischen Festung Ad Pirum, die die einst wichtige Straße zwischen Emona und Aquileia schützte. Die Gaststätte Stara pošta war geschlossen und öffnet nach Schild erst am 30. April. Darin ist auch ein kleines Museum mit archäologischen Funden, aber viele haben sie sowieso nicht gefunden. Als ich durchs Fenster in den Museumsteil gelinstert habe, sah es aus als würden sie den Museumsraum renovieren. Dafür ist aber in der Umgebung ein Archäologischer Park unter der Obhut des Nationalmuseums Sloweniens mit erhaltenen Fundamenten von Mauern, Türmen und auch der mittelalterlichen Kirche sv. Jedrt direkt bei der Gaststätte eingerichtet, und überall im Park gibt es zahlreiche mehrsprachige Infotafeln. Der Teil auf der Straßenseite mit der Gaststätte ist kleiner und erinnert etwas an einen Stadtpark, auf der anderen Straßenseite ist schon ein echter Mini-Wanderweg entlang der Mauer, der ordentliche Wanderschuhe erfordert. Dieser Teil steigt auch ca. 40 m an, dreht dann nach Osten und steigt gleich wieder nach Süden ab, bis man plötzlich vor einem privaten Hausgrundstück steht. Ich weiß nicht offiziell wie es ist, aber bei den Resten der Quermauer, die den nördlichen vom südlichen Teil der Festung trennte, kann man zurück zum Ostwall und über die Straße zur Gaststätte. Auf jeden Fall die Straße sehr vorsichtig queren, denn gleich dahinter ist eine unsichtbare Kurve aus Richtung Kalce, und die Gemeinde hat noch kein Warnschild aufgestellt.
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