Wettervorhersage für Sonntag war mäßig und als ich mich zu einer komischen Uhrzeit wecke und draußen Regen höre, bin ich unsicher. Aber angeblich schöneres Wetter im Soča-Tal, sagt Internet? Und den längsten Tag im Jahr einfach so abzuschreiben bevor er anfängt wäre schade. Als ich später Richtung Lepena fahre, gebe ich mir schon den ersten Sieg, war nah dran umzudrehen und im Bett zu schnarchen bis morgens.
Mulattiera zur Koča pri Krnskih jezerih ist zwar stetiges Höhenmeter sammeln, nutze gute Verfassung und gebe Gas, Frühstück schon in der Hütte. Ziele eigentlich beide Šmohors, aber um nicht zu früh fertig zu sein und Landschaft zu sehen wo ich bisher nur winterlich war, Umweg über Prehodce, unterwegs setze ich mir als Nebenziele noch Mala Montura und Malen. Warum diese zwei? Na, auf Karte als Gipfel markiert und irgendwo nah am Weg, reicht mir.
Au, Fehler! Mala Montura ist ein kleiner, obskurer, nie von jemandem besuchter Hügelknubbel der so wahnsinnig zugewachsen ist dass Auf- und Abstieg nur Kämpfen mit dem dichtesten Gestrüpp unserer Berge ist. Vom Weg hoch vielleicht 100m Aufstieg, aber brauche doch über halbe Stunde zum Gipfel. Kein Blick, Laune lauwarm, weil zwischendurch unvorsichtig auf einen Ast getreten, als ich runter es stellte sich auf wie in nem Zeichentrick und verpasste mir ne tolle Ohrfeige. Und als ich mir über die Unhöflichkeit des heutigen jungen Grüns brumme, gießt es. Gut, halte an, Regenjacke und Rucksackabdeckung raus und anziehen, als plötzlich aufhört zu regnen und Sonne so knallt dass mir heiß wird. Gut, wieder einpacken, als wieder gießt. Verdammt. Wiederhole, aber diesmal weiß die Gewitterwolke dass ich weiß dass sie mich verarscht, also verpisst sie sich.
Šmohor, eigentlich beide, Mali und Veliki, sind sympathische leicht erreichbare Gipfel mit schönen Ausblicken, aber bei mir merkt man dass Büro-Sitzen halbe Kondition gekostet hat, die andere Corona, also keuche ich hoch. Trotzdem mit Pausen zwischendrin bald oben, wo ich sehe dass Kästchen für Gipfelbuch randvoll mit Wasser. Konstruktionsfehler oder wer offen gelassen? Auch auf Karten Durcheinander welcher ist wirklich Mali und welcher Veliki, stellenweise vertauscht. Auf Rückweg noch Mittag in Hütte (Bedienung blitzschnell, Freundlichkeit hoch, Gnocchi mittelmäßig aber sagen wir ok, Preis angemessen), dann Zeit für Heimfahrt ins Tal und langen langen Weg nach Hause.