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Snežnik

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suhy5. 01. 2025 12:54:49
Das Gejammer über katastrophale Schneeverhältnisse im Heimatland war explizit und implizit so präsent, dass es zu öde wurde und es keinen Sinn hat, es endlos zu wiederholen. Daher entscheiden sich vier naive Optimisten, die am Tag vor Jahresende irgendwo weit hinter neun Bergen und fünf Tunneln hoch auf dem Schilchegg (2034 m) etwas Tourenskier-Zufriedenheit im Frischschnee gefunden haben, auch auf dem heimischen Snežnik das Glück zu versuchen. Wir glaubten der Prophezeiung der gelehrten Weisen, die sich mit Sonne, Wind, Regen und Schnee auskennen, dass bis heute Samstag davon reichlich auf den südlichen Enden der Heimat Erde geschneit wird.

In unserem Eifer fahren wir zuerst nach Mašun, dort enttäuscht feststellen, dass zu den 10 km entfernten Sviščaki auf der ungeräumten Straße nicht hinkommt. Die Straßenarbeiter haben sich nicht erbarmt, den Schnee abzuräumen, und als Lehre für alle, die sich bis Mašun bemüht haben in dem Glauben, den CO2-Fußabdruck effizient über Abkürzung zu verringern, auch nett auf die Tafel daneben geschrieben. Die Straße wird die ganze Wintersaison der Laune der Natur überlassen. In jenem Moment leider keinen Traktor oder ähnliches Stück Landmaschinerie zur Hand, z.B. Motokultivator oder Mähdrescher, der allein dem Frischschnee bis zum Ziel gewachsen wäre, daher blieb nichts anderes, als nach Knežak zurückzukehren und nach 50 km Umweg über Ilirska Bistrica zu den Sviščaki zu gelangen. Das Wintermärchen, das die dort gedrängten Autokarosserien mit Sonne, blauem Himmel und frisch verschneiten Wäldern heraufbeschworen haben, weckt sofort Hoffnung in den Herzen, die die Adern belebt, das Herz klärt und das Auge; die alle Tourenskier-Sorgen ertränkt, in niedergedrückten Brüsten Hoffnung auf jungfräulichen Frischschnee weckt. Beeindruckt von der Szene und überrascht vom Geist der Romantik unseres größten Dichters Franceta P., voller Erwartungen schnallen wir die Bretter an und jagen die verschneite Waldstraße zum Snežnik hinauf. Aber sieh da zuck, soweit das Auge reicht, nirgends ein Tourenskier, nur Wanderer. Um Gottes willen hat hier noch keiner gehört, wie traumhaft die Pudra vom Snežnik abfährt? Schon der (eigene geographisch niederlassungsfreie) Name dieses mächtigen Berges, Snežnik, der auf den ersten Blick weiße Rausch assoziiert, hätte den unwissenden Volksmassen, keuchend bergauf, zu denken geben sollen, dass hier Schnee sein muss, soviel das Tourenskier-Herz verlangt. Die aber ohne Bretter! Sehr ernsthaft haben wir angefangen uns zu fragen, ob wir vier wirklich die Einzigen Klügsten in dieser Tourenskier-Welt sind, denen es kristallklar ist, warum dieser Berg hier steht und welche Verwendung – Tourenskier natürlich – ihm durch Tourenskier-Gesetze geboten ist.

Als wir aus dem Gestrüpp aufs Freie kommen und sich der weite Blick auf Berg und Hänge auftut, wird rasch klar, warum die Skier einfach am Weg warten bleiben. Wir würden wirklich wie verrückte Spinner dastehen, wenn wir auf den Graten zum Gipfel drängen würden, wo schon die Spatzen auf kaum verschneitem Buschwerk piepsen, dass das nur für jene (vier?) ist, die die Weisheit noch nicht getroffen hat. In Sorge um unseren Tourenskier-Ruf, öffentliches Image als Experten für linke Pflugkurve zum Hang und um Medienspektakel und Gelbpresse-Nagen zu vermeiden, sind wir in unseren Tourenstiefeln so unauffällig wie möglich in die Wanderermenge infiltriert und verschmolzen. Von der Gestalt des Tourenskiers, der zur fatalen Erkenntnis gelangt ist, dass kein Tourenski wo kein Schnee, haben wir uns erfolgreich in die Gestalt eines typischen Bergwanders verwandelt. Das Bild des sonnenbeschienen verschneiten Berges war zwar phantasmagorisch, aber Schnee nur genug für Kulisse, zum Fahren zu wenig. Auch in der Rinne, wo es nur machbar zum Abfahren wäre, zu viele Felsen sichtbar.

Als wir vom Gipfel zu den Skiern zurückkehren, gelingt uns auf dem flachen Waldweg ein paar karge Schwünge im Frischschnee, soviel dass wir die Veröffentlichung des ausführlichen informativen Beitrags auf Hribi.net rechtfertigen können. Der Großteil des Weges vergeht sowieso in gemütlicher Abfahrt auf der Loipe, ebene Abschnitte in klassischer oder Skating-Langlauftechnik.nasmeh
Snežnik Moment der Wahrheit, mit Skifahren wird nichts1
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Snežnik Nanos8
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Snežnik Blick Richtung Lož, Krim und KSA11
Snežnik Cerkniško-See und Slivnica12
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Snežnik die Mutigsten19
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