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Forenliste / Slowenien / Allgemeine Gespräche / Solidarität in den Bergen, Tiroler Erklärung und ähnlicher Unsinn

Solidarität in den Bergen, Tiroler Erklärung und ähnlicher Unsinn

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Žiga2226. 07. 2011 16:10:13
Titel soll nicht täuschen, mein Ziel war zu provozieren (denn für einige sind die Werte in der genannten Erklärung offensichtlich wirklich spanisches Dorf oder neunte Sache) mežikanje.

Auf 24(k)ur hab ich diesen Artikel gesehen:

http://24ur.com/novice/slovenija/foto-slovenci-resili-slovaka-iz-stene.html

Meiner Meinung nach Katastrophe. Ich moralisiere nicht, dass der Slowake offensichtlich unzureichend ausgerüstet (ohne Seil) und unvorbereitet in die Wand gegangen ist, scheiß drauf, das hat er sich selbst zuzuschreiben und andere können nichts tun.

Was mich schockiert hat, ist dass die Bergsteiger buchstäblich "über ihn geklettert" sind und ihn sich selbst überlassen haben. Lies die Kommentare unter der News, was die Leute erleben.

Das geht nirgendwo hin... Ist die Moral und Selbstlosigkeit der Berggänger jetzt so im Arsch dass wir nicht mal einem Menschen helfen können? Mich interessiert nicht mal ob er selbst schuld ist am Scheiß in dem er steckt, verdammt helfen muss man.

Obwohl ich in die Berge erst gut 10 Jahre gehe, hab ich schon unzählige Male einen müden Wanderer ins Tal begleitet, Wasser geteilt mit jemandem dem es ausging, manchmal wenn jemand (zu) müde aussieht frag ich zur Sicherheit; "geht's?", Teufel ich hab sogar ein paar Tschechen um Mitternacht auf dem Triglav-Gletscher gesucht als sie sich verirrt haben und Kredarica nicht fanden.

Was denkt ihr darüber? Habt ihr schon mal jemandem in den Bergen geholfen?

Bitte lasst das nicht in gegenseitige Vorwürfe und Abrechnungen ausarten oder Ähnliches (hoffe ihr wisst was ich meine). nasmeh
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bandy26. 07. 2011 19:10:23
Auch ich hatte kürzlich einen Fall, wie wir Slowenen auch un-solidarisch sein können (nicht bereit zu helfen). Letzte Woche bin ich über Tominškova auf den Triglav gestiegen, Abstieg war über Prag geplant. Aber was, wenn Unglück nie ruht! Auf den Triglavski podi habe ich mir den Knöchel verletzt. Zuerst dachte ich, es sei nur eine Verstauchung, aber später stellte sich heraus, dass der Knöchel gebrochen war. Nach der Verletzung zog ich den Schuh aus, kühlte ihn zuerst mit Schnee, nahm dann eine elastische Binde aus dem Erste-Hilfe-Set und verband das Bein etwas fester in der Hoffnung, den Weg fortsetzen zu können. Nach ca. 100 Metern merkte ich, dass es einfach nicht geht!
Nun der Kern meines Schreibens! Während ich mich mit diesen 100 m abmühte, traf ich fünf slowenische Paare, die Richtung Kredarica unterwegs waren. Sie schauten mich schief an, nicht mal einen guten Tag bekam ich, obwohl ich sie gegrüßt habe. Später treffe ich eine Gruppe Österreicher oder Deutsche. Ihr Führer kam hinzu, stellte sich vor und bot Hilfe an! In holprigem Englisch einigten wir uns, dass ich bei Bedarf selbst die Retter rufe. Händedruck zum Dank und sie setzen den Weg fort, ich beobachte schon die Umgebung, wo der beste Platz für Rettung od. Hubschrauberzugang wäre. Als ich ihn finde (etwas größere Plattform), rufe ich auch die Retter, da ich sah, dass es keinen Sinn hat weiterzugehen. Schmerz und Bewusstsein, dass es keinen Sinn hat, die Situation für mich und auch nicht für die Retter zu verschlimmern.
Damit niemand denkt, was ich erwartet habe! Vielleicht nur ein Wort, dass mir jemand Hilfe anbietet, obwohl ich weiß (und ihr auch), dass mir niemand konkret helfen konnte. Aber das Gefühl, in solchen Momenten nicht allein zu sein, bedeutet viel. Auch ich habe früher geholfen und nicht weggeschaut. In solchen Momenten sieht man, wo unser Bergsport-Etikette ist. Die meisten streben heute danach, schneller ans Ziel zu kommen, vergessen dabei das Wesen des Bergsportens - Bewundern der Schönheiten unserer Berge, bergsteigerische Solidarität, die schon sehr selten ist.
Wahr ist, dass je länger man Bergsteiger ist, desto mehr Erfahrungen, desto mehr Gespür für die Natur und natürlich für Bergsteiger. Leider sieht man heute in unseren Bergen immer mehr frische Bergsteiger, die nicht die Bergschönheiten, die Freude am Erklimmen interessieren, sondern so schnell wie möglich ans Ziel zu kommen, in der neuesten Mode gekleidet zu sein und den Freunden Loblieder auf sich selbst singen zu können. Und diese Bergsteiger vergessen den Bergsteiger-Kodex. Schöner Gruß, Händedruck, Lachen, Begeisterung beim Erreichen des Ziels und am wichtigsten, Hilfe für Bergsteiger in Not. Manchmal reicht ein ermutigendes Wort, vielleicht ein Hilferuf, am meisten aber, dass Mensch den Menschen neben sich hat.
Bei dieser Gelegenheit, da ich gerade über diesen Vorfall schreibe, möchte ich der einsatzbereiten Polizeihubschrauber-Crew aus Brnik und den Rettern danken! Ich hoffe, ihr habt keine solchen Kontakte mit ihnen wie ich, aber trotzdem sind das Jungs, über die man nur das Beste sagen kann!!
Jungs DANKE!!!
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geppo26. 07. 2011 20:35:13
Ja, leider gibt es immer mehr solche Fälle, wenn ein Mensch keine Hilfe bekommt, wenn er sie braucht. Nur Hetzen zum Ziel....
lp
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JusAvgustin26. 07. 2011 20:38:50
ich war wegen "Solidarität" einen ganzen Monat im Rampenlicht, weil einige ihren Stolz und Ego nicht runterschlucken... Aber ich bin immer bereit, jedem zu helfen, wenn es in meiner Macht liegt.

Lp, Juš
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viharnik26. 07. 2011 20:39:22
Brandy, gut, dass wir in den Reihen der GRS Übermenschen in Seele und Menschlichkeit haben. Ich wundere mich nicht in diesen Zeiten über solch schwaches Bewusstsein gegenüber Hilfe für Mitmenschen in Not. Diese wissen nicht, dass alle Menschen gleich geschaffen sind und wir alle dieselben Empfindungen haben (wir freuen uns gleichermaßen, nehmen Naturschönheiten wahr, fühlen Ruhe und Frieden, sind müde, hungrig, sehnen uns nach Erfüllung der Seele oben usw.) Spirituelles Gesetz ist, dass wenn jemand in unglücklichen Umständen dem Nächsten nicht hilft, auch er selbst keine Güte in sich entwickelt, noch weniger Edelsinn und die daraus entstehende Harmonie, denn nur durch gute Taten macht der Mensch sich der vergessenen göttlichen Eigenschaften bewusst, ebenso öffnet er Energie-Zentren, d.h. Blüten-Chakren, wo jedes Blütenblatt eine göttliche Eigenschaft enthält. Alle Menschen gehen denselben Weg. Wir sind wie Teile eines Wagenrads verbunden und nur mit gemeinsamen Kräften und verschiedenen guten Eigenschaften kommen wir einst ans Ziel. Wer anderen hilft, hilft vor allem sich selbst = höhere spirituelle Lehre.
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VanSims27. 07. 2011 09:42:37
Bisher bin ich noch nicht auf einen Fall gestoßen, in dem jemand konkret Hilfe brauchte.

Aber es ist wahr wie bandy sagt, was für Leute in die Berge gehen. Solche helfen nicht nur nicht und haben nicht nur selbst die nötige Ausrüstung nicht sondern sind auch arrogant.

Letztes Mal als ich durch die Schlucht zum Martuljek-Wasserfall ging (also wo schon am Eingang steht dass Helm nötig ist), treffe ich eine Gruppe Wanderer. Alle natürlich ohne Helme. Ich hatte einen und eine sagt zu ihrem Mann: 'sieh, wir hätten auch einen haben sollen'. Ich dann ganz wohlwollend gesagt dass unten steht es wird empfohlen, ihr Mann arrogant: 'na dann empfehlen wir uns!'

Auch wegen solcher passieren Unfälle. So ist es wenn Vieh in die Berge geht. Und ich hoffe die ehrlichen Kühe die friedlich oben grasen verzeihen mir nicht, dass ich sie mit denen vergleiche velik nasmeh
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