TRAVNIK, 19.8.2023
Etwas anderes war fürs Wochenende geplant. Aber da es geplatzt ist, sag ich mir, dann halt was anderes. Und die Entscheidung ist der Berg über Trenta. Ja, auf Travnik war ich schon drei Jahre nicht mehr, und es ist so schön dort oben. Wie immer fahr ich um vier Uhr morgens los. Kein Stau auf der Straße. Ich überleg, wie viele Autos schon parken, ob ich den Weganfang suchen muss wie vor drei Jahren nach dem Orkan. Aber als ich am Ausgangspunkt ankomm, überrascht: kein Auto. Ich rüste mich und geh den geräumten Weg. Keine Spur von umgestürzten Bäumen. Sogar die Brückchen über den Bach ist erneuert – frische Stämme drauf. Sieht so aus, als hätten sie die umgefallenen Bäume abtransportiert. Ich fahre auf dem bekannten Steig fort und spare gut Zeit bis Planina Za Skalo. Begeistert, dass ich auf der schönsten Alm bin. Ich gönne mir ein bisschen Genuss, dann weiter zur Travniška-Tal. Zuerst über Schutt zum Übergang, wo der Drahtseil noch hilft. Nur die kleine Leiter ist nicht mehr da, musste auf allen Vieren raus. Es öffnen sich Ausblicke, die den Atem rauben. Ich setze den folgbaren Pfad fort. Aber er scheint wenig begangen. Und als sich der Blick auf Travnik, Nachbarn und Tal mit Findlingen öffnet, entscheide ich, rechts zum Gipfel und über Scharte absteigen. Eine Weile folgbar und mit Steinmännchen, aber dann plötzlich weg, taucht auf, weg.... bis oben. Ich biege in steiles Gras, suche Übergänge und kraxle mehrmals. Beim Aufstieg kreuzt eine Gamsherde die Flanke zur Scharte, von Čelo kommend. Murmelti zu hören. Und endlich glücklich oben. Früh da, Blick schweift zu Plaski Vogel. Hat mich nicht gelockt, denn ich hab mich für Genuss in Einsamkeit und Stille entschieden, die ab und zu Flugzeuggeräusche stört. Und nur Schmetterlinge meine Gesellschaft. Hab ganze zwei Stunden Genuss eingefangen. Abstieg zur Scharte und weiter auf Pfad am Hang. Hm, Pfad verliert sich bald. Vorsichtig auf steilem Gras. Hier und da treff ich ihn. Offenbar hat Wetter und Tiere den Pfad stark verändert. Seufze erleichtert auf ebenem Gelände, Geröll, wo ich wieder mit Pfadsuche kämpfe. Mehrmals falsch, zurück. Kein Ding, Richtung bekannt. Auf folgbarem Pfad kein Problem mehr. Überwinde Drahtseilpassage und bin auf schönster Alm. Eile ins Tal, muss vor 18 Uhr in Kamnju besten Käse abholen. Dann Füße in Soča kühlen und leere Straße heim.
Ich habe einen wundervollen Tag in Trentner Einsamkeit verbracht, wo Stille flüstert. Und kanns nicht glauben, keinen Wanderer den ganzen Tag getroffen.