| j.17. 05. 2022 13:30:30 |
Vorvorigem (Sonntag, 15. Mai) vom Straßenende in Lučka Bela zur Planina Šibje, auf dem Jagdweg nach Presedljaj, quer zur Planina Stare Stale, auf dem unteren Weg über Grofov Štant, über den Grat und zurück zur Planina Šibje. An diesem Tag hatte ich Glück: Auf Šibje bzw. dort, wo diese Planina einst war, entdeckte ich rein zufällig einen Pfad, der rechts bergauf zum Lastovec abzweigte. Etwas weiter auf der anderen Seite des trockenen Bachbetts eine Felskante mit roter Beschriftung und Pfeil: „Lovska Pres“. Den roten Markierungen folgend stolperte ich nach ca. zehn Minuten direkt unter dem Rand des Schuttgebiets auf einen völlig unbetretenen, aber lange her zweifellos künstlich angelegten Jagdpfad zum Presedljaj. Der Pfad ist gut nachverfolgbar, für einen Jagdpfad fast zu gut markiert. Die letzten Meter des Pfades direkt unter Presedljaj hatten am Pfad fast unberührtes Gestrüpp, der Pfad war so irgendwie vor den Blicken der Besucher verborgen, die hier auf markierten Pfaden wandern. Vom Presedljaj stieg ich ca. 50 Meter zurück ab und folgte dem Abzweig links, den ich schon bergauf bemerkt hatte. Nach 200 oder 300 Metern verlor sich der Pfad für 5 oder 10 Meter in einer steilen, sandigen und bröckeligen Rinne, die steil weit hinunter in die Talmulde fiel. Das Querung wirkte ganz anspruchsvoll. Höher oben quillt aus der Wand ein Quellchen, etwas weiter versperren ca. 15 Meter schräge schwarze Platten den Weg. Kleine Griffe und Tritte in der festen schwarzen Fels waren Balsam für die Seele nach der Erfahrung mit dem gefährlichen bröckeligen Sand dort unten. Planina Stare Stale, eine runde Ebene in über 1600 m Höhe und ca. 170 m Durchmesser wirkte richtig angenehm. Von der anderen Seite rauschte belebend ein kleiner Wasserfall. Es war heiß. Von der Planina führt ein markierter Weg nach Šibje. Am Sattel zweigt zuerst der obere Jagdweg über Grofov Štant ab. Nach ca. zehn Minuten nach Šibje zweigt bei einem versteckten vertrockneten Baum links vom markierten Weg eine schwer nachverfolgbare Pfadspur ab. Nach 200 m führt sie zur Zijalka unter den Starimi Štalami, einer ca. 15 m großen Höhle wie aus dem Märchen. Tiefer unten ist eine bescheidene Jagdhütte mit schönem Blick auf das gesamte Gebiet des Grofov Štant. Auf der anderen Seite des Hanges entdeckte ich einen buschigen Gratkamm, den ich letztes Mal erreicht hatte. Von der Hütte führt der Pfad quer links, dann hinunter durch teilweise zugewachsenes Schuttgelände. Von dort in Richtung des markanten bauchigen kegelförmigen Turms mit schmaler Gipfelspitze, die von drei ungewöhnlichen Steinzehen gekrönt wird. Der Durchgang unter dem Turm war unkompliziert. Ganz andere Geschichte war auf der anderen Seite des Turms. Schmale sandige Lichtung, über der der Fels keinen einzigen sicheren Griff bot, führte zu einer kurzen Wand. Aus der Ferne wirkten Tritte und Griffe dort sogar bequem. Aber an der Wand wackelte alles. Hier und da fiel mir ein Stein hinunter, prallte mehrmals von der Wand ab und krachte tief unten auf das Schuttfeld. Vorsichtig habe ich mich da durchgeschummelt auf den aussichtsreichen buschigen Rücken und weiter zum Gratrand, bis zu dem nur noch ein paar Dutzend Meter echter Jagdpfad über dem Abgrund waren. Auf der anderen Seite stieg ich auf einem kaum erkennbaren Pfad ab, den ich schon kannte. Nach zehn Minuten am Ort, wo ich ihn letztes Mal verloren hatte, bog ich aus der Rinne beim umgestürzten Baum auf den grasigen Rücken ab, wo ich ihn diesmal wiederfand. Nach einem schönen Durchgang unter der Felsbarriere folgte ich ihm bis ca. 100 m über Planina Šibje, wo er wieder hoffnungslos unter zahlreichen umgestürzten Bäumen verschwand. Unter ihnen fand ich einen Durchgang und erreichte überraschend die Planina genau auf jenem Pfad, den ich morgens zufällig entdeckt hatte. Bei fünf großen Felsen im trockenen Bachbett, ca. 70 m vor dem Einstieg ins bewässerte Tal von Bela, aus Neugier kreuzte ich die Struga nochmal. Durch den Wald stieg ich direkt hoch zum morgens bekannten Pfad nach Presedljaj und ging ihn abwärts, um seinen Anfang zu finden. Aber einige Dutzend Meter über der Struga verschwand auch dieser Pfad. Vor vielen Jahren hörte ich Gerüchte, dass Jagdwege absichtlich erst etwas höher im Wald beginnen, weil sie so vor unerwünschten Besuchern verborgen sind. Vielleicht ist was dran. Ich hatte noch etwas Kraft und lugte ins Tal unter Presedljaj. Kalte Tümpelchen waren echte Erfrischung nach dem heißen Tag. Die Seele wird jetzt wohl eine Weile Ruhe geben. Wenigstens zwei bis drei Tage wären angemessen. Mehr Details auf Modrina neba.
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