| viharnik12. 10. 2015 19:48:14 |
Der Winter in den Bergen zeigt schon die echten Zähne! Morgens war es in Bled noch alles schwarz, aus den Wolken nieselte es, Radio prognostizierte sogar bedecktes Wetter.Mir blieb nichts anderes übrig, als mit dem Auto Richtung heller Kranjska Gora zu fahren. Aufstieg über Pleša hätte mich schon am Start nass von Fichtennadeln gemacht, höher oben nicht gerade warm. So nahm ich zuerst einen Kollegen Bergsteiger mit, der kurz vor Jasna trampte, und wir fuhren zu unserer höchsten Hütte entgegen. Die Straße über Vršič war morgens stellenweise richtig vereist, über 1300m echte Nebelbrühe!. Auf Sattel Grebenec nieselte es nur leicht, gleich hinter dem Rand zeigte der Schnee, dass in den Bergen voller herbstlicher Winter ist. Kollege Blaž hatte keine Steigeisen und Eispickel dabei, daher ließ er den Querpass zu V.M. und ging Richtung Grebenec. Dort, nach Gefühl des Schnees, der morgens noch etwas hart war, unten irgendwo auch Eis, rüstete ich die Schuhe mit Steigeisen, weiter elegante Schritte nur bis zur Kante. Weiter waren Verwehungen bis zu den Knien, weit mehr als 20 cm Schnee. Bei starker Sonne fing der trockene Schnee an, südlich zu verkrusten, häufige Platten bildeten sich. Ich ging am festen schneereichen rechten Rand an der Wand entlang, suchte optimalen Schnee, nicht zu dick aufgeblasen und nicht zu dünn mit herausstehenden Steinen. Ersteres brach und knackte achtlos ein, zweiteres hielt schlecht mit instabiler Steigeisenposition wegen Steinen, rutschte. So zog ich die optimale Linie bis zum Gipfelgrat hoch. Hinter mir hörte ich noch Stimmen, Klopfen mit Pickel auf Steigeisen und lautes Sprechen. Oben sagt mir Kollege, dass hinter mir eine Gruppe von ca. 20 Bergsteigern ging, aber später stellte sich heraus, dass sie umgekehrt sind. Vielleicht haben sie sich vor meinen Platten gefürchtet, die ich auf der Spur alle paar Meter ließ, denn technisch war der Aufstieg nicht zu schwer. Für den Schnee brauchte man sehr leichte Tritte, fast jeden nochmal festtreten und einen guten Schritt vorwärts machen. Dazwischen doppeltes Einsinken mit Platten, was zusätzlich auf der Tour ermüdete. Oben außergewöhnliche Ausblicke, leichter Südwind wehte, warm. Beim Rückweg schlossen sich nachmittags Wolken von der Küste an und wälzten sich über Vršič nach Kranjska Gora. Zurück stiegen wir über die Nordseite nach Grebenec ab. Auf Vršič treffe ich noch die Legende Otiv mit Frau, die auch ihre Tour zur Slemenova Špica beendet hatten. Die Tour war für die gegebenen Bedingungen ganz ordentlich und überraschend schwer im herbstlichen Schnee .
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