08.09.2023, Wir zwei sind die steile Mulattiera hochgestiegen, die bei den letzten Häusern in Log Čezsoški beginnt. Der Weg ist sehr orientierungsanspruchsvoll und ohne Navigation und Marjans geschenktem Track hätten wir ihn wahrscheinlich schwer gefunden, da sich sowohl Mulattiera als auch Wegreste an manchen Stellen komplett verlieren, teilweise wirken sie wie vor 10 Jahren gemacht. Im Graben kurz vor der "Ebene", wenn man fast auf dem Grat ist, wo die Jagdhütte steht, alles kreuz und quer umgestürzte Bäume und praktisch fast undurchdringlich. Auch höher oben auf halber Strecke zwischen Jagdhütte und Gipfel gleiche Geschichte, nur hier mehr Möglichkeiten, umgestürzte Bäume zu umgehen. Abstieg vorbei an der Jagdhütte auf der schönen Mulattiera zur Südseite des Grats, die viel Freude macht wegen der schönen "Straße" ins Tal, aber nicht lange, auch hier beginnt die Qual mit umgestürzten Bäumen. Hier ist es zumindest nachverfolgbar, da man fast (schreibe fast) nicht abbiegen kann, und irgendein "Alter Hase" hat vor Langem "selbstgemachte" Markierungen (rote Kreise und Pfeile) auf Felsen und Bäume gemalt, weshalb ich bei anderer Gelegenheit und anderem Berg ehrlich wütend gewesen wäre, hier aber war ich über diese "Dinger" ganz froh, da man ohne Navigation fast sicher "geliefert" ist. Weil sich der Weg stellenweise komplett verliert oder weggespült wurde, hat es uns schon bald ab der Hütte bergab an einer der Rechtskurven geradeaus getrieben, wie viele vor uns, da der Pfad, der plötzlich an einem ausweglosen Grat endet, sehr gut ausgetreten ist. Muss ca. 100m zurück und den Weg rechts suchen, der eigentlich gar nicht da ist und man ein bisschen klettern muss, aber jene (jetzt kann ich sagen sehr schöne selbstgemachte Markierungen) sind die einzige Garantie, dass meine Navigation richtig zeigt (ich habe schon angefangen zu vermuten, dass Marjan und Darinka von da mit Fallschirm abgestiegen sind). Kurz gesagt, wenn du diesen Teil überquerst, außer etwas leichter passierbarem umgestürztem Holz, engen und exponierten Abschnitten des zerstörten Weges keine großen Besonderheiten. Aber lang wie die Hölle und wegen Südlage auch heiß (Flüssigkeit in Hektolitern mitnehmen). Kurz in einem Satz: schöne Rundtour, völlig wild, sehr orientierungsanspruchsvoll, auch konditionell, "technisch so lala" und nicht für jemanden der nicht orientierungs-100%ig ist. Wegen umgestürzter Bäume verlängert sich die Tour in beide Richtungen um ca. 2 Stunden!!! Rat: wer Orientierung und Navigation (oder ohne) nicht beherrscht, soll sich nicht auf diesen Weg wagen.....verschiedene Handy-Apps sind total "daneben". Der Gipfel Veliki Polovnik selbst ist außer Richtung Kanin aussichtslos, daher lohnt es sich, noch ca. 15 Min. zum Vrh Travnika zu ziehen, der kahl ist und ein toller Rundblickpunkt. Matjaž