Traditionell gehe ich jeden September irgendwohin auf Kanin und da ich vor einiger Zeit vom markierten Weg zum Rombon jemanden auf jenem Seitengrat Pri Banderi hüpfen sah, hab ich mir die Sache auf die Liste der Ecken gesetzt, wo es sich lohnt, persönlich die Nase reinzustecken und nachzuschauen, wie's ist.
Da sich wohl über der Kanin-Gondel dunkle Wolken zusammenbrauen, hab ich beschlossen, das auszunutzen, dass sie noch läuft, und bin bequem wie ein Herr auf 2200 m an Station D angekommen. Der markierte Weg unter Lopo ist eines der Schönsten in unseren Bergen und Blicke auf Gämsen (mind. 20 gesehen!) und Murmeltiere bestätigten das nur.
Am Sattel biege ich vom markierten Weg zum Grat ab auf weniger sichtbarem Pfad, gelegentlich durch Steinmännchen gestützt, verlier ihn aber schnell doch. Trotzdem kein Problem, da keine technische Schwierigkeit, auch keine besondere Exposition zur Ostseite, so such ich mit Genuss etwas auf eigene Faust Übergänge. Direkt unter dem Gipfel Eingang zur Höhle Čehi 2, mit 1500 m Tiefe eine der tiefsten Abgründe der Welt. Brr... das ist nichts für mich, ich bleib lieber in der hellen Sonne.
Auch weiter zu Jelenk und Vratni vrh ähnlich weiter, mit Weg, der da ist und wieder nicht, Hand aufs Herz hab ich ihn weder vermisst noch besonders gesucht. Wegen Bewölkung waren Ausblicke begrenzter, na ja.
Da mich nach einer Weile mein Knöchel warnt, dass er noch nicht fit ist, lass ich Plešivec aus und mach mich langsam auf langen Abstieg zur Station B, wo ich gerade noch schön die Gondel erwische und mir den Talweg etwas verkürze.
Zusammenfassung: kein Schnee, markierter Weg/teils anspruchslos weglos, ganzer Weg ca. 6.30h, davon effektives Gehen ca. 4.45h (Unterschied Pause, Plaudern, Naturgenuss...). Länge 10.0 km, Aufstieg 330 m, Abstieg 1560 m.