| jerque18. 02. 2024 13:19:44 |
Etwas lang über die gestrige (17.2.) Tour… Nach Zaplana fährt man normalerweise direkt hin oder "angreift" sie aus Vrhnika-Richtung über Planina nad Vrhniko oder Stari maln. Diesmal habe ich einen Rundweg von Logatec gewählt, den man auch "Weg der Militärgeschichte" nennen könnte, da er wirklich verschiedene historische Epochen abdeckt. Nun, vielleicht stecken Logatecer und Vrhnikaer Tourismusarbeiter endlich die Köpfe zusammen, fügen einige Tafeln hinzu und integrieren bestehende "Zutaten" zu einem gemeinsamen Produkt. Vom Logatec-Zentrum musste man zuerst zum Ausgangspunkt der römischen Mauer bei Cesarski Vrh kommen. Die Hauptstraße nach Vrhnika ist etwas selbstmörderisch, daher bin ich etwas umgegangen durch Wildnis auf der anderen Seite der Bahnlinie. Der militärhistorische Teil beginnt schon, wenn wir am nördlichen Rand von Logatec die Stara cesta erreichen, ein Schild bemerken (schon aus dem Sočatal weiß ich, dass die Pot miru-Stiftung sehr informative Tafeln macht) und Überrest des Bahndamms aus der Zeit des 1. WK, als man für die Versorgung der Soča-Front eine Strecke nach Godovič bauen wollte. Ganz geeignet, um die Zeit zu überbrücken, wenn nahe Schranken wegen Kreuzung langer Güterzüge unten sind. Als sie endlich hochgehen, fahre ich die sogenannte Panzerstraße noch aus JNA-Zeiten, die sonst zur noch aktiven Kaserne Ivan Cankar südlich von Vrhnika führen würde. Hinter dem letzten Haus wird Asphalt zu Schotter, bald danach biege ich links in einen Waldweg durch Wildnis nach Norden ab. Hier ist die maPZS-Navigation sehr willkommen, die auch für "3rd party"-Anbieter offen ist und somit auch Jakobova pot eingezeichnet hat, also slowenischen "Ableger" des berühmten nordspanischen Caminos. Und bei Militärgeschichte: Spanier verehren hl. Jakob so wegen Legende, er half ihnen reichlich im Kampf gegen Mauren. Wahrheitsgemäß ist diese Jakobova pot mit gelben Pfeilen markiert, aber nur in Gegenrichtung. Jedenfalls glücklicherweise keine nahen Begegnungen mit vielleicht vorzeitig geweckten Bären und so gelange ich schließlich zu Anfängen der Zivilisation in Cesarski Vrh, wo nach Überführung die Bahn überquere, dann eben die "alte" Straße zwischen Vrhnika und Logatec (Vorsicht nötig, Sicht nicht beste), auf der anderen Seite erwartet zuerst ein Denkmal (mindestens Fahne sicher von Straße sichtbar) für zwei gefallene Soldaten im Unabhängigkeitskrieg und gleichzeitigen Gefecht, wo Territorialen Panzerdurchbruch stoppten. Auf dem ausgetretenen Pfad von diesem Denkmal kommen wir schnell zum Start des Themenwegs entlang der römischen Mauer Claustra Alpium Iuliarum bzw. "Ajdovski zid". Der Weg selbst leicht zu folgen, daneben einige dreisprachige Tafeln auf Slowenisch, Kroatisch und Englisch, zusätzlich an vielen Bäumen Täfelchen mit slowenischen und lateinischen Namen. Auch Maugrundmauern gut erhalten und leicht nachzuverfolgen, stellenweise Fundamente von Verteidigungstürmen bemerkbar. Um das Spektrum militärhistorischer "Artefakte" vollständig zu machen, stoßen wir irgendwo auf dem Weg plötzlich auf Absperrung und Tafel, dass es Gebiet militärischer Sonderbedeutung ist, also Art aktiver Militäranlage der slowenischen Armee und zuvor wohl JNA. Google Maps sagt "Zaplana Rocket Base", also Raketenbasis Zaplana. Nun, direkt vor der Absperrung biegt der Themenweg wieder von Straße auf Waldweg ab, vorbei an Fundamenten eines weiteren Turms und endet dann an Straße bei Tafel über römische Soldaten. Sagen wir, Themenweg mit Lesen der Tafeln dauert ca. 40 Min. in eine Richtung (bergauf). Dort weist uns letztes Themenschild dieses Weges zum "Gostišče". Wahrscheinlich meint es Gasthaus Mesec, das offensichtlich dort echte Institution ist. Jedenfalls hing am Gasthaus Schild geschlossen bis 22.2. Auf Parkplatz davor auch Tafel über lokale Sehenswürdigkeiten. Wenn wir Themenweg Militärgeschichte machen, ist logische Verlängerung "Pot po Rupnikovi liniji", wie auf OpenStreetMap markiert. Stellt euch Ironie vor. Zuerst entlang Mauerreste, die Römisches Reich vor Barbarenangriffen aus Osten schützte, dann entlang Reste einer Verteidigungslinie, die Territorium vor Invasion stolzer Römererben aus umgekehrter Richtung schützen sollte… Nach Besetzung zerstörten Italiener auf "ihrem" Gebiet absichtlich alle Bunker (angeblich glaubten sie nicht an Langlebigkeit des Bündnisses mit Deutschen, die Bunker später ggf. gegen sie nutzen könnten), aus unbekannten Gründen verschonten sie aber vier im Zaplana-Gebiet. Nun, nicht ganz, rissen eiserne Schießscharten raus, dadurch bekamen letztlich, wie wir sehen werden, die "gerupften" Bunker interessantes Aussehen. Und alle vier überlebenden Bunker verbindet Themenweg zwischen ost- und westlichem Teil von Prezid (Hauptsiedlung Zaplana) über Marinčev grič. Selbst wenn Bunker uns nicht interessieren, Weg fast obligatorisch wegen Aussichten, daneben Bänke und auch Energiepunkte (welche Einflüsse des bekanntesten Zaplančaners Janez Drnovšek?), man könnte vermuten Bioenergetiker berieten Linienplaner bei Objektplatzierung… Um diesen Weg zu erreichen, kurz vor Gasthaus Mesec rechts von Hauptstraße abbiegen (Schild "Razgledni stolp", wahrscheinlich der auf Planina nad Vrhniko), bald danach links von Straße auf Pfad, wo Rupnik-Linienschilder uns leiten. Zuerst noch Aufstieg entlang römischer Mauerreste, etwa auf halber Höhe Tafel über Rupnik-Linie selbst. Am Grat, wahrscheinlich höchster Punkt dieses Themenwegs, erwartet Tafel an Stelle eines zerstörten Zwischen-Standardobjekts, sie waren gründlich, keine sichtbaren Reste übrig, stattdessen viel Mist drumherum gesehen. Bilingual Tafeln besser konzipiert als jene um Gorenja vas. Beim Weitergehen auf nun auch Wander- und Militärweg zum Rand einer Wiese, wo erster erhaltener Bunker wartet, durch Lage am "instagramabelsten" und von Prezid sichtbar. Da Gras noch nicht wächst, "Löcher" im Zaun gesucht und aus allen Perspektiven fotografiert, wie bei anderen betreten auf eigene Verantwortung, Taschenlampe nicht nötig. Etwas weiter Ruheplatz und Aussichtspunkt Umgebung, "Rosette" mit Richtungen etwas vom Zahn der Zeit angenagt. Beim Weiter am Waldrand und Hauptweg links abbiegt, im Wald neue Tafel über Funktion Verteidigungssystems und nahe zwei Bunker im Wald, einen rechts einen links. Inneres des Rechten (Kommentarbilder Nr. 2) sehr matschig, nur durch Öffnung geschaut, beim Linken (dritten) auch hineingehen möglich. Beim Weitergeben bald vierter Bunker mit Bau-Tafel. Im Inneren dieses Bunkers endlich mutig genug "Leiter" (eingelassene Haken) hochgeklettert und durch "gerupfte" Beobachtungsscharten im Türmchen geschaut. Weg führt dann zur Hauptstraße und Napoleon-Brunnen, angeblich für Bedürfnisse französischer (napoleonischer) Armee gebaut, als sie Ljubljana besetzte. Wer nur wegen Rupnik-Linie nach Zaplana will, neben Brunnen Parkplatz verfügbar, darauf noch Tafel über Quecksilberweg (damals einzige Straße nach Idrija führte vorbei, Quecksilber u.a. als Rohrenreiniger für Geschütze verwendet). Themenweg mit Bunkererkundung nimmt schnell anderthalbe Stunde. Dann Rückweg nach Logatec auf markiertem Wanderweg, der sich später bei Kartenprüfung als Fehler erweist, da er viel Umweg macht ggü. inoffiziellen Alternativen direkt aus Prezid. Zuerst asphaltiert Straße, bis Markierungen scharf links auf Schotterwaldwege. Als offizieller Weg inoffiziellen Direkt aus Prezid trifft und rechts abbiegen sollte, Schild für Jezerc bemerkt, lieber links abbiegen und bald folgt Aussichtsplattform auf diese Hochmoor und einige einsprachige Infotafeln, die Prozess natürlichen "Absterbens" des Sees erklären. Ganz interessante Sache, aber wohl zu wenig spektakulär für "Like-Jäger". Neben Plattform weiteren Zugang zum Rand gesucht, natürlich nicht zu nah um "See" aus anderen Perspektiven zu erwischen, zeigt sich nur von Plattform restliche Wasseroberfläche sichtbar. Wenn jemand direkt aus Prezid kommt, zieht es vor Plattform, auch sonst lesen viele "geschwätzige" Infotafeln nicht, daher am Rand weitere Warnung vor Gehen auf "lebendem Schlamm" nicht schaden würde. Von Jezerc zurück auf offiziellen Weg, der direkt auf Hauptstraße Rovte-Logatec trifft, glücklicherweise nach ca. 200 m (ohne Gehweg etc.) rechts auf Spuren parallel zur Straße abbiegt. Nun ganz ebener Weg zieht sich hin und her, dazu fangen Bauern an, Felder daneben zu düngen. Endlich in Logatec bzw. "Vorort" Naklo. Und militärhistorisch Ende, wie Weg begann, also mit Strecke aus 1. WK nach Godovič. Denn plötzlich rechts alter Eisenbahntunnel, unsererseits gut als Fuß-/Radweg markiert, andererseits Durchgang verboten. Letzteres verständlich, da ich unwissentlich illegal durchquerte, zeigt sich schmaler tiefer Entwässerungskanal mittig, quer flachere Rinnsale. Kurz, ohne Tageslicht und Schritt-für-Schritt-Achtung schnell Stolpern oder Schlimmeres. Nachfolgende "archäologische Untersuchungen" via Google Streetview und "Zeitmaschine" offenbaren, dass Verbotschild auch drüben sein sollte, aber jemand es wohl willkürlich entfernt hat. Noch 2013 war Tunnel beidseits regelrecht zugeschüttet. Drüben ausgestellt noch Schmalspurlok "Mašinka", mein Modelleisenbahn-Auge bemerkt Verdächtiges schnell und nahes Schild bestätigt bald Replik. Wenn Gemeindeväter wirklich kein Klettern auf "Lok" wollen, klar mit zusätzlichem Schild daneben ausdrücken, da "Gequatsche" viele nicht lesen. Rundweg "abgehakt", dauerte ca. 4,5 Std., nach Odemeter (Schrittzähler Uhr) ca. 18 km. Zum Abrunden militärhistorischen Spektrums bei aktiverem Suchen sicher noch partizanisches Denkmal etc., bei Logatec Pfarrkirche Monument für Nachkriegsmassaker-Opfer bemerkt, um Cesarski Vrh wohl auch Nachkriegs-Exekutionsstätte...
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