| bagi9. 06. 2023 12:25:37 |
Hier sind wir noch nicht gewesen, daher war Camino dos Faros der Hauptstern unseres Spanienbesuchs dieses Jahres. Ansonsten ist es der Öffentlichkeit noch ziemlich unbekannt, daher zuerst einige Daten darüber ... Der Weg gehört nicht zur Gruppe der Caminos mit Ziel Santiago de Compostela. Gemeinsamer Punkt ist nur der Leuchtturm am Kap Finisterre, den Massen von Pilgern als Reinigungspunkt für alles Alte besucht werden. Hier beginnt Camino dos Faros eigentlich und führt von Leuchtturm zu Leuchtturm entlang alter Verbindungen bis zum Ende im Städtchen Malpica. Wo möglich hält er sich an den Rändern der berüchtigten Costa da Morte Küste, in die der mächtige Atlantik gewaltig und unermüdlich stößt. An dieser Küste sind durch die Geschichte über 600 Schiffsunglücke aller Art registriert, inklusive des Tankers Prestige 2002. Ein Grund ist die stark zerklüftete Küste mit zahlreichen Klippen, die das stürmische Meer gründlich bedeckt und vor Seeleuten versteckt. Der gesamte Weg ist ca. 210 km lang mit 6.500 m Höhenmetern, markiert mit grünen Pfeilen und Punkten. Keine speziellen Übernachtungen, aber man kann problemlos in touristischen Orten übernachten für ordentliches Geld. Daten dazu und viel Nützliches auf der tollen Internetseite zu diesem Weg (hier). Unsere Eindrücke ... Nach Wellen der Begeisterung während des 8-tägigen Wanderns sind einige Wochen vergangen, sodass ich Camino dos Faros realistischer bewerten kann. Brauche nicht viele Worte ... der Weg ist wunderschön, einer der schönsten, die ich in Spanien gewandert habe. Kein Tag wie der andere, immer etwas Schönes und noch Schönere. Einzige Konstante ist das endlose Meer mit endlosen Wellen, die schäumend gegen die Küste schlagen. Außergewöhnlicher Blick und außergewöhnliche Klangkulisse, Balsam für Seele und Herz . Der Weg ist original von Malpica nach Finisterre geplant, wir haben ihn wegen vorher gewanderter Camino Inglés (hier) und Camino Finisterra (hier) in umgekehrter Richtung gemacht. Diese Variante vielleicht noch besser wegen Sonnenstand, nur verbrannt auf rechter Seite nicht linker . Keine besonderen Unterschiede in Etappenlängen oder Schwierigkeit. Vielleicht einige Markierungen schlechter sichtbar wegen Richtung, aber eh zu wenige. Weg folgt zahlreichen Fischerpfaden direkt an Küste, wo durch üppige Vegetation nicht alles gut sichtbar. Markierungen oft verwischt von Sonne, Meer und Wind oder fehlend. Ohne GPS-Tracks hätten wir mehrmals die Richtigkeit des Fortsetzens bezweifelt. Noch etwas zur Schwierigkeit ... Das ist kein leichter Camino. Erfordert ganzen Menschen mit etwas Kondition, Erfahrung und guter Regenausrüstung. Hauptsächlich bequeme wasserdichte Schuhe, Poncho und Regenhosen. Auch nötig wegen morgendlichem Tau im dichten Grün. Wetter am Atlantik ziemlich unvorhersehbar, Trocken- und Nassperioden können mehrmals täglich wechseln. Diesmal Glück gehabt, kein starker Regen, aber einigen schnellen Schauern nicht entkommen. Bei nicht zu starkem Wind auch Regenschirm genutzt. Auch Gelände zum Wandern sehr abwechslungsreich. Von ganzem Weg vier Tage extrem anspruchsvoll mit langer Kilometerzahl und anstrengendem Gelände, Rest fast Promenade. Anstrengendes Gelände bedeutet hoch runter auf überwucherten und dornigen Fischerpfaden, oft exponiert über Meer. Hier geht man nicht schnell, Vorsicht geht vor. Großer Faktor ist genanntes Wetter, da Regen Schwierigkeit erhöht. Asphalt wirklich wenig, Rest Pfade oder Schotter . Wie sehr anders als Camino del Norte, von dem wir nach Netzbeschreibungen Ähnliches erwartet hatten (hier). Zum Abschluss ... Für uns einer jener Wege, den wir gerne und ohne Bedenken wiederholen können. Tag für Tag mit Mund bis zu Ohren die Welt um uns beobachtet . Hier wirken alle Sinne und in der Seele siedelt sich ganz besondere Ruhe an. Sicher hat der mächtige Atlantik die Hauptrolle. Wirklich schade als wir am Endpunkt in Malpica ankamen. So schade dass wir uns unseren Fußweg bis Coruña suchten, von wo wir nach Hause geflogen sind. Kurz ... mit Genuss gewandert . Fotostories diesmal etwas mehr, da extrem schwer so viele Eindrücke in eine sinnvolle Geschichte zu packen. Und wie erwähnt, Angemeldete können Fotos in besserer Qualität sehen.
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