100 Jahre Markierungen zum 129-jährigen Jubiläum der PZS
25.02.2022
Das Slowenische Bergsteiger-Verein (SPD), Vorgänger des Alpenvereins Slowenien (PZS), wurde am 27. Februar 1893 gegründet, und 129 Jahre später vereint die Dachorganisation der Bergsteiger fast 52.000 Mitglieder in 293 Vereinen und Klubs. Der Alpenverein Slowenien, eine der massenhaftesten Nichtregierungs- und Freiwilligenorganisationen in Slowenien und die größte Sportorganisation, ist ein Verband von Vereinen, die sich der edlen Bergsteigertradition, dem Freiwilligendienst, Humanität und dem Schutz der Bergnatur verpflichtet fühlen. Bergsteigen umfasst zahlreiche Aktivitäten, die mit Bergen verbunden sind. Sportaktivitäten, die hauptsächlich in der Natur stattfinden, werden durch verschiedene Formen kultureller und anderer Aktivitäten ergänzt und bereichert. Eine wichtige Grundlage für viele Aktivitäten sind Bergsteigerwege und Hütten, das Ergebnis der Arbeit zahlreicher Generationen von Wegebauern, Hüttenwärtern, Hüttenwirten und anderen Vereinsmitarbeitern. Der PZS widmet besondere Aufmerksamkeit der Ausbildung der Mitglieder, die vor allem der sicheren Durchführung sportlicher Aktivitäten dient, aber auch dem Schutz der natürlichen Umwelt.
Die Monografie Slovensko planinstvo skozi čas, die zum Jubiläum bei Planinska založba erschienen ist, bietet durch die Augen der Historiker Peter Mikša und Kornelija Ajlec einen Überblick über die Geschichte des Bergsteigens in Slowenien. In chronologischer Reihenfolge verfolgt sie die Entwicklung des Bergsteigens von den ersten dokumentierten Aufstiegen in slowenische Berge über zahlreiche alpinistische Erfolge in Weltgebirgen, die Eröffnung des Slowenischen Bergsteigermuseums bis hin zu den Aktivitäten der Gegenwart. Sie ist mit kurzen Biografien bedeutender Bergsteiger und Alpinisten, Erklärungen von Begriffen und Erläuterungen einzelner Ereignisse ausgestattet, vor allem aber mit reichem Bildmaterial - und bietet so eine reiche Darstellung der Bergsteigergeschichte und der Menschen, die sie geprägt haben.
Mit der Gründung des Slowenischen Bergsteiger-Vereins begann die Hauptaktivität des Markierens von Bergsteigerwegen, um slowenische Wege vor fremdem Eingriff zu schützen, und nach dem Ersten Weltkrieg begann man im SPD über eine andere einheitliche Art der Wegmarkierung nachzudenken. Alojz Knafelc gilt als Vater der slowenischen Markierung, der am 4. März 1922 auf der Generalversammlung des SPD in den Zentralausschuss als Leiter des Markierungsausschusses gewählt wurde. Knafelc entwickelte auf Basis zahlreicher Versuche und Vorschläge einheitliche Zeichen für die Wegmarkierung: die Markierung, einen weißen Punkt mit rotem Kreis, die heute Knafelc-Markierung genannt wird, und er erfand auch das Richtungsschild in Rot mit weißer Beschriftung. Die Knafelc-Markierung ist ein visuell gereinigtes und perfektes Zeichen, das zugleich originell, heimisch, funktional, einfach, auffällig und erkennbar ist. Im Laufe der Jahrzehnte wurde sie als unentbehrliche Begleiterin auf Bergsteigerwegen zum Symbol des slowenischen Bergsteigens. Seit 2007 ist sie durch das Weggesetz geschützt, das Bergsteigerwege zu Teil der öffentlichen Infrastruktur machte, seit 2016 ist sie auch eine geschützte Marke.
„Die Bergsteigermarkierung muss so gut sichtbar und einfach sein wie einheitlich auf dem gesamten Staatsgebiet. Alojz Knafelc hat das vor hundert Jahren festgelegt, und seither weckt der Anblick unserer Markierung bei Bergbesuchern Vertrauen, da sie wissen, dass sie sich auf einen gut gepflegten und angemessen ausgestatteten Bergsteigerweg begeben. Knafelcs Mission wird heute von rund tausend freiwilligen Markierern verwirklicht, die für ein dichtes Netz von rund 10.000 Kilometern Bergsteigerwegen und rund 2.000 Kilometern Tourenradwegen sorgen. Die finanzielle Last der Wegpflege, die von allen genutzt wird, Einheimischen wie Ausländern, lastet bisher hauptsächlich auf den Schultern des Alpenvereins Slowenien und der Bergsteigervereine. Das neue Weggesetz verspricht zwar erhebliche staatliche Hilfe, seine Umsetzung ist leider wieder in die Zukunft verschoben worden,“ betont PZS-Präsident Jože Rovan zum doppelten Jubiläum, auch ein langjähriger Markierer, Initiator der maschinellen Wegsanierung und Leiter der technischen Gruppe der PZS-Markierer.
Die Markierung von Bergsteigerwegen reicht also bis ins Jahr 1893 zurück, als auf der Gründungs-Generalversammlung des SPD neben dem Hauptausschuss auch ein Markierungsausschuss mit sieben Mitgliedern gegründet wurde. Schon im ersten Betriebsjahr markierte die slowenische Bergsteigerorganisation 97 Wege - der Hauptzweck war, den Deutschen zu verhindern, auf unseren Bergsteigerwegen weiter deutsche Aufschriften und Wegweiser anzubringen. Für die anfängliche Markierung verwendeten sie gerade Linien (Streifen) in Rot, Grün, Gelb, Blau, teilweise auch Schwarz und kennzeichneten den Wegverlauf mit Kreuzen, größeren Quadraten und Kreisen. Diese Markierungsmethode hielt sich bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Um die Markierungen zu vereinheitlichen, veröffentlichten sie 1895 in der vierten Nummer des Planinski vestnik die Vorschriften zur Markierung der Wege des Slowenischen Bergsteiger-Vereins.
Nach dem Ersten Weltkrieg begann man im SPD über eine andere einheitliche Art der Wegmarkierung nachzudenken. Um in der Markierertätigkeit ein einheitliches Markierungssystem zu schaffen, organisierte der Touristenklub Skala Ende 1921 einen Markierkurs. Er wurde vom Kartografen und Bergsteiger Alojz Knafelc geleitet, der am 4. März 1922 auf der Generalversammlung des SPD in den Zentralausschuss als Leiter des Markierungsausschusses gewählt wurde. Den Hauptverdienst an der Einführung der Markierung hat Knafelc, der auf Basis von Vorschlägen und Versuchen das einheitliche Zeichen - einen weißen Punkt mit rotem Kreis darum - gestaltete, weshalb es heute nach ihm Knafelc-Markierung heißt, und er führte auch das einheitliche Wegweiseschild in Rot mit weißer Beschriftung ein. Die Anleitung zum Markieren von Wegen veröffentlichte er in der Julinummer des Planinski vestnik 1922 und 1924 noch in einer eigenständigen Publikation - auf der ersten Seite jedes Hefts war die Markierung handgezeichnet.
„Die Markierung gibt dem Touristen die Sicherheit, dass er auf dem gewählten Weg zum sicheren Ziel gelangt. Jedes Zeichen stärkt in seinem Bewusstsein, dass er auf dem richtigen Weg ist. Daher muss jede Markierung leicht und gut sichtbar sein, mal dichter, mal seltener. Auf einem gut ausgetretenen Weg, z.B. Straße, Fahrweg, können die Zeichen seltener sein; hier sind Markierungen nur beruhigend. Ausgiebig muss man an jeder Wegkreuzung markieren; dort muss man auf dem richtigen Weg mindestens drei Zeichen malen, sodass sie vom Kreuzungspunkt zweifelsfrei sichtbar sind,“ begann Knafelc die Anleitung zum Markieren von Wegen vor hundert Jahren, als der Begriff Tourismus Bergsteigen, Wandern bezeichnete und Tourist die Person war, die zu einer Bergtour aufbrach. Die Markierung wird noch heute nach seinen Anweisungen gezeichnet, sodass sie in Gehrichtung sichtbar ist und uns so den richtigen Weg weist. Gewöhnlich ist sie in Augenhöhe rechts auf Bäumen, Felsen, manchmal auch anderen Objekten gezeichnet. Direkt nach der Kreuzung ist normalerweise die nächste Markierung sichtbar, die bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Schon im Frühling 1922 begann die Aktion, alle unsere Bergsteigerwege mit der neuen Markierung und Richtungsschildern zu versehen, und zwar vor dem Sokol-Flug in Laibach. „Markierungen sollen rund sein; zuerst weiß in der Mitte und rot drumherum. Der weiße innere Kreis soll in Tälern, besonders im Wald größer und in Kalkbergen kleiner sein. Derselbe Weg soll getrennt hin und getrennt zurück markiert werden,“ definierte Knafelc, unter dessen Leitung die Skala-Mitglieder die Aufgabe der Markierung mit neuen Zeichen übernahmen, unterstützt von zahlreichen engagierten SPD-Mitgliedern. In gut zwei Monaten waren alle Hauptwege mit neuer Markierung und Tafeln ausgestattet. Da schon damals Diebstähle und Beschädigungen von Markierungen vorkamen, wurde die Knafelc-Markierung 1933 durch eine Verordnung der Drava-Banovina geschützt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte der Alpenverein Slowenien, gegründet am 6. Juni 1948 als Nachfolger des Slowenischen Bergsteiger-Vereins, die einheitliche Markierung fort. Im selben Jahr wurden auf der Versammlung des PZS und dann der Planinska zveza Jugoslavije die Regeln und Anleitungen zur Markierung beschlossen, wodurch sich die Knafelc-Markierung auf das Gebiet des gesamten ehemaligen Jugoslawiens ausbreitete.
Zahlreiche Bruchstücke der slowenischen Bergsteigergeschichte bringt seit 1895 die Zeitschrift Planinski vestnik, die älteste noch erscheinende slowenische Zeitschrift. Zehn Jahre nach der ersten Ausgabe von Slovensko planinstvo hat sich der PZS für eine zweite, überarbeitete und ergänzte Ausgabe der Monografie entschieden, diesmal nur auf Slowenisch - mit dem Titel Slovensko planinstvo skozi čas. Auch diese wurde den Historikern Dr. Peter Mikša und Dr. Kornelija Ajlec anvertraut, die sich aktiv mit zeitgenössischer slowenischer Geschichte, Geschichte der Bergwelt und Geschichte von Vereinen beschäftigen. „Obwohl die Alpenvedute ein Gefühl der Ruhe vermittelt, waren die höchsten Gipfel Sloweniens früher Kulisse für politische und kulturelle, heute vor allem ökologische Kämpfe. Diese spiegelten und prägten die Entwicklung der slowenischen nationalen Eigenart wider, wofür Berge angeeignet, umgeformt und gestaltet wurden je nach Bedürfnissen von Individuen und Gruppen, mit der Zeit wurden sie zum Nationalsymbol. Bis heute bleibt das Wandern der massenhafteste Nationalsport, die Berge Ort der Entspannung und des Zusammenseins. Niemals aus der Mode, niemals vergessen,“ betonen die Autoren der Monografie und fügen hinzu: „Das Buch Slovensko planinstvo skozi čas ist fast enzyklopädisch und mit reichem Bildmaterial bietet Einblick in die Entwicklung des Bergsteigens bei uns durch Darstellung der ersten Erforscher der slowenischen Hochwelt, der Entwicklung des Bergtourismus, Bergsteigens und Alpinismus. Vorgestellt sind Individuen, Gruppen, Vereine und Ereignisse, die entscheidend das Bergsteigen in seiner heutigen Form und Ausdehnung beeinflussten. Ein Buch, das jeder Bergliebhaber nicht nur im Regal haben muss, sondern so oft wie möglich in der Hand.“