4. Tag der Alpenkonvention 29.6.2013
1.07.2013
Der Hauptzweck des Tages der Alpenkonvention in Mojstrana am Samstag, den 29. Juni 2013, war es, auf den empfindlichen
alpinen Raum aufmerksam zu machen, die Bedeutung der Alpenkonvention und die Besonderheiten alpiner Täler vorzustellen, die Bedeutung des Erhalts der Natur und
des kulturellen Erbes zu betonen und die Besucher dazu anzuregen, alpiene Täler umweltfreundlich zu besuchen. Für die Besucher
hatten die Organisatoren Radfahren in der wunderschönen alpinen Tal, in Radovna und Krma, ein international gefärbtes
Begleitprogramm und einen Filmabend am Vortag vorbereitet. Die Veranstaltung, die vom Planinsko društvo Dovje-
Mojstrana, Triglav-Nationalpark, Planinska zveza Slovenije, CIPRA Slowenien, Hiša Pr Katr in Zusammenarbeit
mit dem Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung sowie dem Ständigen Sekretariat der Alpenkonvention organisiert wurde und die zum vierten Mal in Slowenien
stattfand, ist der EINE Tag der Alpenkonvention im Gebiet der Alpenstaaten und ein Beispiel für vorbildliche Zusammenarbeit
verschiedener Stakeholder im Alpenraum mit der lokalen Umwelt.
Die Alpen sind ein Gebiet zahlreicher natürlicher Phänomene, landschaftlicher Vielfalt, unterschiedlicher Kulturen und Sprachen. Zum Schutz dieses
außergewöhnlichen Raums haben acht Alpenstaaten und die Europäische Gemeinschaft einen internationalen Vertrag unterzeichnet – die Alpen-
konvention, die die nachhaltige Entwicklung des alpinen Raums unterstützt, die Einbeziehung der Interessen der Bevölkerung und die Behandlung
der Alpen als einheitlichen Raums. Eine der wichtigen Herausforderungen im Alpenraum ist auch die Beruhigung des Verkehrs in alpinen
Tälern, weshalb die Organisatoren der Veranstaltung am Samstag die Besucher der Radovna-Tals und des Krma-Tals
daran erinnern wollten, dass das Erleben alpiner Täler für Besucher und Natur schöner ist, wenn wir sie mit dem Fahrrad oder zu Fuß besuchen.
Der Filmabend fand am Freitag, den 28. Juni 2013, im Slowenischen Alpenvereinsmuseum statt, wo eine volle Halle
von Besuchern zwei Filme ansah, den von CIPRA Für den Felseneinsiedler und die Mocherada und den Gewinnerfilm des diesjährigen
internationalen Bergfilmfestivals IMFFD 2013 mit dem Titel Dorf, fern von allem, der das versammelte
Publikum begeisterte.
Das Hauptprogramm zum Tag der Alpenkonvention haben wir am Samstag, den 29. Juni 2013, vorbereitet, als wir
Freizeitradfahren unter Leitung von Tourenradführern des Planinska zveza Slovenije von Mojstrana nach
Radovna und Krma organisiert haben, eine Wanderung zur Pocarjeva-Hofanlage mit Workshop und Filmaufführung sowie ein reichhaltiges Begleitprogramm
beim Slowenischen Alpenvereinsmuseum. Den ganzen Tag haben wir »Durch alpiene Täler mit Fahrrad und zu Fuß – von
Mojstrana nach Radovna und Krma!« genannt. Für Radfahrer und Wanderer war ein Transport mit dem Zug aus Nova Gorica und
Ljubljana sowie Bus aus Jesenice zum Veranstaltungsort in Mojstrana organisiert, Erlebniswanderung und geführtes Radfahren, Besuch
des Slowenischen Alpenvereinsmuseums und der Pocarjeva-Hofanlage (museumsgerecht eingerichtete Hofanlage und Infostelle
des TNP), Klettern am Kletterturm und Demonstration der Bergrettung an der Grančišče-Wand durch das Društvo GRS
Mojstrana sowie wunderbare Workshops für Kinder Märchenhaftes Flüstern der Berge mit Besuch der Gleitschirmpilotin, Wahrsagerin und Hexe
Anca sowie des Märchenerzählers Bukovnik. Dieser Tag der Alpenkonvention sollte auch einer breiteren Zusammenarbeit
der Organisatoren mit Freunden und Gemeinden in Slowenien und im Ausland gewidmet werden. Das Programm wurde so mit Gesang, Tanz, Musik und Sketchen
mitgestaltet von KUD Jaka Rabič Dovje – Mojstrana, den Gemeinden Idrija (Alpenstadt des Jahres 2011) und Tolmin sowie
Partnerparks des TNP: Biosphärenpark Nockberge aus Kärnten in Österreich und Naturpark Julijsko predgorje aus
Resia mit Vorstellung ihrer Schutzgebiete und des kulturellen Erbes des alpinen Raums. Auf dem Veranstaltungsgelände präsentierten sich neben Idrija und Geopark Idrija, Posoški razvojni center und Tolmin, Biosphärenpark
Nockberge und Naturpark Julijsko predgorje auch das Touristenverein Dovje – Mojstrana, CIPRA
Slowenien, Vereine zum Schutz der Alpen, Triglav-Nationalpark und das Ständige Sekretariat der Alpenkonvention, wo
Besucher weitere Informationen zur Alpenkonvention erhalten konnten.
Alle Versammelten wurden im offiziellen Teil vom Bürgermeister der Gemeinde Kranjska Gora Jure Žerjav, Generaldirektorin
der Direktion für Raum des Ministeriums für Infrastruktur und Raumordnung mag. Tanja Bogataj, Direktor des Triglav-
Nationalparks mag. Martin Šolar, Vizepräsident der PZS, Präsident des PD Dovje Mojstrana und Leiter des Slowenischen
Alpenvereinsmuseums Miro Eržen sowie Präsident von CIPRA Slowenien dr. Matej Ogrin begrüßt, die die Bedeutung solcher Tage
betonten, indem sie auf die Schätze alpiner Täler aufmerksam machten, nachhaltige Mobilität und gemeinsame Zusammenarbeit bei der Erhaltung des alpinen
Raums und der Natur im Allgemeinen. In diesem Jahr wurde Ende Mai erstmals ein Tag der Alpenkonvention mit der Vorstellung
des Berichts über den Zustand der Alpen zum Thema nachhaltiger Tourismus in den Alpen auch im Gebiet der Kamnik-Savinja-Alpen organisiert, nämlich
im Solčava-Gebiet. Sowohl Teilnehmer als auch Organisatoren waren sich einig, dass wir uns nächstes Jahr wieder treffen.
Die Alpenkonvention ist der erste internationale Vertrag weltweit, der ein Gebirgsgebiet betrifft. Ihn schlossen die Staaten
des Alpenbogens: Österreich, Frankreich, Italien, Fürstentum Monaco, Liechtenstein, Deutschland, Slowenien und die Schweiz sowie
die Europäische Gemeinschaft. Sie bedeutet gemeinsame Verantwortung und gemeinsame Strategie für das Zusammenleben zwischen Naturschutz und
Bewirtschaftung ihrer Ressourcen.
Die Alpen umfassen ein Gebiet von 190.959 km², das 1.200 km lang und bis zu 300 km breit ist. Der Alpenbogen erhebt sich
vom Meer und erreicht den Gipfel des Mont Blanc in 4.807 Metern Höhe. Das Alpengebirge erstreckt sich über acht
Staaten, wobei Österreich 28,7 % der Gesamtfläche der Alpen, Italien 27,2 %, Frankreich 21,4 %, die Schweiz 13,2 %,
Deutschland 5,8 %, Slowenien 3,6 %, Liechtenstein 0,08 % und Monaco 0,001 % ausmacht. Das Ziel der Initiatoren der Konvention ist der Schutz
der Alpen als Lebens- und Wirtschaftsraum, kulturelle, sprachliche und landschaftliche Vielfalt. Die Alpen mit ihrer
biologischen Vielfalt, Wasser- und Holzressourcen, natürlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Umwelt sind Heimat für fast
14 Millionen Menschen und eine attraktive Touristenregion für etwa 120 Millionen Besucher jährlich. Die Alpen-
konvention strebt nachhaltigen Tourismus und nachhaltige Entwicklung der Alpen mit allen ihren Merkmalen an. Sie strebt auch
eine Reduzierung der Verkehrsbelastungen an, weshalb sie naturnähere Besuche der Alpen mit Nutzung
öffentlicher Verkehrsmittel und speziellen Verkehrsregelungen in alpinen Tälern fördert. Die Alpenkonvention und ihre Protokolle
stellen tatsächlich Instrumente für die nachhaltige Entwicklung des alpinen Raums dar und schlagen ein einheitliches Konzept
der Entwicklung vor, das verhindern würde, dass der Wettbewerb auf Kosten der Natur und letztlich zu Schaden der Menschen stattfindet. Mit gemeinsamen
Bemühungen müssen Methoden gefunden werden, die die begrenzten Ressourcen im Gebirgsraum auf die sparsamste
Weise handhaben und ohne Folgen für künftige Generationen. Die Umsetzung der Bemühungen der Konvention in der Praxis ist
zweifellos auch der Tag der Alpenkonvention.