8. Fachgespräch Berge und Sicherheit
29.11.2012
Gestern fand im Ausbildungszentrum für Schutz und Rettung der Republik Slowenien in Ig die 8. Fachkonferenz Berge und Sicherheit statt, die von der Alpenverein Sloweniens, dem Bergrettungsverband Sloweniens und dem Komitee Berge und Sicherheit in Zusammenarbeit mit der Verwaltung der Republik Slowenien für Schutz und Rettung organisiert wurde.
Über 40 Teilnehmer besuchten die Konferenz und hörten 5 Vorträge von Experten des Alpenvereins Sloweniens, des Bergrettungsverbands Sloweniens und des Triglav-Nationalparks. In diesem Jahr wurde ein Hauptthema aus verschiedenen Blickwinkeln präsentiert, alles im Zusammenhang mit dem Bereich Prävention und Sicherheit in den Bergen. So wollten wir mit der Konferenz den Stand zur Nutzung mobiler Navigationsgeräte in den Bergen und die damit verbundenen Dilemmata analysieren. Es wurde auch eine Analyse der Bergunfälle in diesem Jahr und einzelne Fälle vorgestellt, gleichzeitig tauschten Teilnehmer und Vortragende Erfahrungen aus, knüpften neue und festigten bestehende fachliche Kontakte.
Matjaž Šerkezi, fachlicher Mitarbeiter des Alpenvereins Sloweniens, Alpinist und Bergretter, stellte die Nutzung mobiler Navigationsgeräte und Apps im Bergsport vor, Vor- und Nachteile der GPS-Nutzung in den Bergen, ob eine GPS-Track die Erkundungstour eines PZS-Führers ersetzen kann, die Sicherheit der Nutzung von Tracks auf Webseiten und welche mobile GPS-App man wählen sollte, um uns am besten zu dienen. Und wer ist iPlaninec? „Das ist niemand anderer als der informierte Bergsteiger. Wichtig ist es, Informationen, Wissen, Erfahrungen zu erwerben und das Ganze in der Praxis anzuwenden zu wissen“, sagte Šerkezi.
Jože Rovan, Markierungslehrer beim Alpenverein Sloweniens, stellte hervorragend die Wanderwege vor, die sich über ganz Slowenien erstrecken mit einer Länge von über 9000 Kilometern, das Wegkataster, gab seine kritische Einschätzung zum Anteil GPS-aufgezeichneter Wege und zur Qualität der Aufzeichnungen, seine Erfahrungen bei der Zusammenarbeit und Erstellung von Wanderkarten des PZS-Verlags sowie den Zusammenhang zwischen Papierkarten, PC-Elektronikkarten und Karten in GPS-Geräten.
Jani Bele, Präsident der Kommission für Information und Analysen des GRZS, stellte anhand realer Beispiele die Nutzung von GPS bei Rettungs- und Suchaktionen vor sowie einen Überblick über die Rettungsarbeiten in den Bergen im Jahr 2012 bis dato mit Schwerpunkt auf Berg- und Alpinunfällen. Bergretter haben in diesem Jahr bereits 395 Rettungsaktionen durchgeführt, ein Viertel davon die Tolminer Bergretter, die 64-mal eine Aktion wegen Rettung von Gleitschirmpiloten auslösten. In den bisherigen Aktionen dieses Jahres waren ca. 410 Verunglückte beteiligt. Es gab 28 Todesopfer, darunter 14, die bei der Ausübung von Bergsportaktivitäten zu Tode kamen. Die häufigsten Unfallursachen in den Bergen sind weiterhin Stürze und Ausrutscher, riskant ist die Tatsache, dass die meisten davon beim Abstieg zwischen 13 und 15 Uhr passieren, was oft auch auf unzureichende psychophysische Vorbereitung hinweist. Häufige Unfallursache ist auch ungeeignete persönliche oder technische Ausrüstung oder mangelnde Kenntnis ihrer Handhabung. Die meisten Unfälle ereignen sich zur Zeit des höchsten Besuchs unserer Berge samstags und sonntags und in den Sommermonaten, wobei von Juni bis September zwei Drittel aller Unfälle passieren. In dieser Zeit stellen die Retter auch täglich Wache am Flughafen Brnik. Der Hubschrauber war in diesem Jahr an 41 % der Aktionen beteiligt, was bedeutet, dass noch 60 % der Aktionen klassisch durchgeführt werden.
Etwa 70 Prozent der Unfälle geschahen bei Bergsportaktivitäten, die restlichen 30 Prozent bei anderen Aktivitäten in der Bergwelt oder dort, wo Bergretter mit ihrer Technik und ihrem Wissen am besten für Rettungen qualifiziert sind.
Iztok Butinar aus dem Triglav-Nationalpark stellte am Ende der Konferenz einen mobilen Infopunkt (modern umgebautes und ausgestattetes Fahrzeug) vor. Der mobile Infopunkt ging im Mai dieses Jahres in Betrieb und versucht, den TNP den Besuchern vor Ort auf interessante und originelle Weise näherzubringen. Dieser Winter wird er u. a. auch für präventive Aufgaben der Aufklärung von Bergbesuchern für sicheres Verhalten unter Winterbedingungen genutzt, als Ergänzung bzw. Unterstützung vor Ort zur bestehenden Internetseite www.plazovi.info, auf der sie lokal die Gefahren von Lawinen im TNP-Gebiet darstellen.