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Neuigkeiten / Auch ein leichter Bergweg erfordert Ausrüstung und Erfahrung

Auch ein leichter Bergweg erfordert Ausrüstung und Erfahrung

24.07.2019
Auch ein leichter Bergweg erfordert Ausrüstung und Erfahrung, sehr schwierige Bergwege sind keine Klettersteige.



Bergwege in den slowenischen Bergen sind je nach technischer Schwierigkeit als leicht, anspruchsvoll und sehr anspruchsvoll kategorisiert, grundsätzlich muss man sich bewusst sein, dass es sich nicht um Touristenwege handelt und sie geeignete Ausrüstung und Befähigung erfordern. Der erste Schritt zu einem sichereren Besuchen der Berge ist die Planung des Weges und das Einholen von Informationen zu seiner technischen Schwierigkeit, Länge und Exposition; das Ziel muss an die eigenen psychophysischen Fähigkeiten angepasst werden und man muss mit geeigneter Ausrüstung in die Berge aufbrechen, da Ausrutschen die häufigste Unfallursache in den Bergen ist, hauptsächlich bedingt durch ungeeignetes Schuhwerk, Unerfahrenheit bzw. Erschöpfung.







Bergwege in den slowenischen Bergen sind mit der Knafelc-Markierung (weißer Punkt umgeben von rotem Kreis) gekennzeichnet, je nach technischer Schwierigkeit in leichte, anspruchsvolle und sehr anspruchsvolle Bergwege eingeteilt. „Für die Fortbewegung auf einem leichten Bergweg benötigen wir Bergschuhe, bei der Wanderung muss man sich nicht mit den Händen festhalten, Trekkingstöcke können aber verwendet werden. Auf einem anspruchsvollen Bergweg helfen wir uns an einzelnen schwierigeren Stellen mit den Händen, Sicherungseinrichtungen helfen beim Halten des Gleichgewichts. Ein sehr anspruchsvoller Bergweg, bei dem der Händeinsatz notwendig ist, hat eingebauten Haken und Stahlseile, die einen sicheren Übergang auf Gebieten ermöglichen, die sonst für normale Berggänger unpassierbar wären; empfohlen ist die Nutzung eines Selbstsicherungs-Sets. Ein Schutzhelm ist auf allen Wegen mit Gefahr von herabfallenden Steinen empfohlen. Er bietet auch Schutz bei Stürzen und Kopfanschlägen am Untergrund, daher ist er auf anspruchsvollen und sehr anspruchsvollen Wegen, auf Schutthalden und Stellen, wo der Weg unter Wänden verläuft, unverzichtbar“, erklärt Bogdan Seliger, Leiter der Kommission für Bergwege des Alpenvereins Slowenien, und fügt hinzu: „Nach dem Abkommen des Verbands der Alpenvereine des Alpenbogens (CAA) wird auch in Slowenien die technische Schwierigkeit von Wegen an Wegweisertafeln angegeben, wobei ein leerer Dreieck anspruchsvoll und ein Dreieck mit Ausrufezeichen sehr anspruchsvoll bedeutet; fehlen beide Zeichen, ist der Bergweg leicht. Ebenso ist die technische Schwierigkeit auf allen Bergkarten angegeben, wobei eine durchgehende rote Linie einen leichten Bergweg, gestrichelte einen anspruchsvollen und gepunktete einen sehr anspruchsvollen darstellt.“







Sowohl in journalistischen Beiträgen als auch unter Bergbesuchern taucht häufig die falsche Bezeichnung sehr anspruchsvoller Bergwege auf, die mit Klettersteigen verwechselt werden, worauf der Alpenverein bereits auf einer Pressekonferenz vor Saisonbeginn hingewiesen hat. Tominšek-Weg zum Triglav, Kopiščar-Weg zum Prisojnik, Hanz-Weg zur Mala Mojstrovka, Kremžar-Weg zur Kočna, Weg von Cirja zur Lisco und andere sind in der Bergsportorganisation als sehr anspruchsvolle Bergwege kategorisiert, bei denen das Gehen durch Klettern ersetzt oder ergänzt wird, ausgestattet mit Stahlseilen, Haken und Stufen, um beim Fortschreiten und Durchqueren schwieriger Bereiche zu helfen; sie verbinden Startpunkt mit Ziel und verlaufen auf natürlichen Passagen. Sie müssen von Klettersteigen unterschieden werden, gesicherten Klettergebieten, die zu Adrenalin-Sportanlagen in der Natur gehören, meist in der Nähe von Siedlungen als Ergänzung zum Tourismusangebot und nicht Teil der Bergsportinfrastruktur. An Klettersteigen, wo der Schwerpunkt stärker auf dem Klettern liegt und sie trotz Möglichkeit leichterer Übergänge über anspruchsvollere und attraktivere Abschnitte geführt werden, wird vom Kletterer größere psychophysische Kondition und Armkraft verlangt; für ihn ist das Ziel der Weg/Klettersteig und nicht der Gipfel des Hügels bzw. Berges.







Klettersteige haben keinen Status eines Bergwegs und sind auch nicht mit Bergsportmarkierungen versehen, wie Bergwege, deren Pfleger die Bergsportvereine sind. In Slowenien gibt es 808 registrierte Markierer, die freiwillig für ein Netz von über 10.000 Kilometern Bergwegen sorgen, davon 50 km sehr anspruchsvoll und 81 km anspruchsvoll, der Rest als leichte Bergwege kategorisiert.







„Auch unterscheiden sich die Bergwege hinsichtlich Menge und Art der installierten Sicherungen; so führt beispielsweise zum Mrzla gora vom Matkov kot bzw. vom Rinka-Wasserfall ein sehr anspruchsvoller Bergweg, kategorisiert gleich wie z. B. Tominšek-Weg zum Triglav oder Kopiščar zum Prisojnik, die umfangreich mit Seil ausgestattet sind und daher für die Nutzung eines Selbstsicherungs-Sets geeignet, während dieses für den Aufstieg zum Mrzla gora weniger nutzbar ist, Berggänger müssen zum Fortschreiten Haken oder natürliche Griffe nutzen. Daher ist es wichtig, vor dem Aufbruch in die Berge die nötigen Informationen zum Weg zu holen, zuverlässigste Quelle sind Bergsportführer“, betont Matej Planko, Generalsekretär des Alpenvereins Slowenien. Ausbilder für Bergsportpädagogik und langjähriger PZS-Führer erklärt weiter, dass ein leichter Bergweg auch körperlich anstrengend sein und viel Aufmerksamkeit erfordern kann: „Ein leichter Bergweg bedeutet noch nicht, dass er auch für jemanden leicht ist, der noch keine Erfahrung mit Hügeln hat. Leichte Wege nach Bergsportkategorisierung können nicht mit leichten markierten Wander- oder Touristenwegen in Tälern gleichgesetzt werden. Zum Kamniško sedlo von Kamniška Bistrica führt ein leichter Bergweg, der Aufstieg dauert jedoch drei Stunden und 45 Minuten. Im ersten Abschnitt durch den Wald über Kombination von Steinen und Erde, überwuchert mit Wurzeln, ist viel Aufmerksamkeit nötig, besonders bei Nässe. Der obere Teil verläuft am Südhang auf völlig offenem Gelände ohne Schutz vor Sonne, durch Schutt am Weg noch exponierter. Wegen allem Genannten ist der Aufstieg zum Kamniško sedlo eine anspruchsvolle Aufgabe, viel anspruchsvoller als z. B. der leichte Bergweg zur Zelenica oder Krnska jezera, jeder jedoch erfordert vom Berggänger geeignete Ausrüstung und Befähigung.“







Man muss sich auch bewusst sein, dass der Slowenische Bergweg eine sehr anspruchsvolle Rundroute ist, die keinesfalls mit Langstreckenwegen gleichzusetzen ist, die im Ausland beliebt sind, wie z. B. der Pilgerweg Camino bzw. Jakobsweg, betont Planko noch. Damit der Schritt sowohl einheimischer als auch ausländischer Besucher slowenischer Berge sicherer wird, sie angemessen ausgerüstet sind, sich auf Bergwegen zurechtfinden oder im Bergunfall, hat der Alpenverein Slowenien in Kooperation mit dem Bergrettungsverband Slowenien ein Faltblatt mit Tipps für sicheren Sommerbesuch der Berge in Slowenisch und Englisch vorbereitet, kurz vor dem Erscheinen steht auch der Führer Slowenischer Bergweg auf Englisch.



DFVarneje v gore poleti: napotki za obiskovalce gora (3,30 MB)



DFSummer mountaineering safety tips: staying safe in the mountains (3,30 MB)







„Bergbesuchern raten wir, keine Abseitswege zu betreten. Wenn sie sich verlaufen, sollen sie denselben Weg zurückkehren und die letzte Markierung suchen, die sie gesehen haben, statt ins Unbekannte weiterzugehen. Der erste Schritt zu sichererem Bergbesuch ist die Planung am Bergkarte, sie sollen sich auch mit gedrucktem Führer helfen, Web-Daten dienen nur zur Auffrischung aktueller Verhältnisse“, rät Matjaž Šerkezi, fachlicher Mitarbeiter des Alpenvereins Slowenien, Alpinlehrer und Bergretter, der auch vor der Ausrutschgefahr warnt: „Der slowenische Alpenraum ist anspruchsvoll und selbst spät im Sommer können auf einzelnen Wegabschnitten Schneeflecken mit gefährlichem Auslauf sein, wie Felsabbrüche oder lange Hänge, die nur mit Pickel und Steigeisen sicher überquert werden können. Ohne diese Ausrüstung ist wegen Ausrutschgefahr besser umkehren. Unter trockenen Bedingungen kann Ausrutschen durch Steine oder Erde auf Felsuntergrund entstehen, daher muss man überall, unabhängig von der technischen Schwierigkeit des Weges, beim Gehen sehr konzentriert sein, Tritte richtig wählen, besonders beim Abstieg. Auch ein leichter Abschnitt kann durch NaturEinflüsse oder überlasteten Weg anspruchsvoll werden und man muss sich oft mit Händen helfen, immer zum Untergrund gewandt und beim Bewegen die Drei-Stützpunkte-Regel beachten, d.h. beide Hände und ein Fuß bzw. beide Füße und eine Hand am Untergrund. Ausrutschen ist die häufigste Unfallursache in den Bergen und hauptsächlich bedingt durch ungeeignetes Schuhwerk, Unerfahrenheit und Erschöpfung, daher müssen wir uns bewusst sein, dass wir auf dem Gipfel erst auf halbem Weg sind, unser Ziel ist die sichere Rückkehr ins Tal.“
         
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