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Neuigkeiten / Bedachtsam, schrittweise und verantwortungsvoll in die Berge im Winter

Bedachtsam, schrittweise und verantwortungsvoll in die Berge im Winter

4.12.2024
Für winterliche Aktivitäten in den Bergen muss man zunächst souverän beim sommerlichen Bergbesuch sein, dann sich bedachtsam, schrittweise und verantwortungsvoll den winterlichen Aufstiegen widmen, denen man gewachsen ist — darauf wies der Alpenverein Slowenien (PZS) auf einer Pressekonferenz zum Beginn der winterlichen Bergsteigersaison auf dem Krvavec am 4. Dezember 2024 hin. Der Besuch verschneiter Berge bedeutet nämlich nicht nur sommerliches Wandern mit winterlicher Ausrüstung und mehr Kleidung; entscheidend sind angemessene Ausbildung, gründliche Vorbereitung, korrekte Verwendung geeigneter Ausrüstung, zahlreiche Erfahrungen, Kenntnis der Bergwelt unter winterlichen Bedingungen sowie während der Tour korrekte und verantwortungsvolle Entscheidungsfindung über das Vorankommen. Wichtig ist auch das schrittweise Sammeln von Erfahrungen, deren Schatz die zahlreichen Bergsteigervereine in ganz Slowenien sind.

Wie bereits im Schneesturm auf dem nebligen Krvavec deutlich wurde, verlangen die Berge im Winter einen reifen Besucher, der technische Hilfsmittel beherrscht, Kenntnisse über Gefahren in den Bergen, Wetterkunde, Orientierung und Bewegung besitzt und vor allem ein hohes Maß an Wissen, Erfahrung und Verantwortung sowie Respekt vor den Bergen und das Bewusstsein, dass der Berg warten wird. Der Generalsekretär des Alpenvereins Slowenien und Instruktor für Bergsteigererziehung Damjan Omerzu legt den Liebhabern verschneiter Berge ans Herz, sowohl Hochgebirge als auch Mittelgebirge verantwortungsvoll anzugehen: „Im Winter bedachtsam, schrittweise und verantwortungsvoll in die Berge! Wählt Touren, denen ihr psychophysisch gewachsen seid, mit vollständig geeigneter Ausrüstung, die ihr zu benutzen wisst. Ihr braucht ausreichend Erfahrung und Kilometer, die ihr schrittweise über die Jahre auf leichteren Touren gesammelt habt. Geht Touren ganzheitlich an — von der Idee und Vorbereitung bis zur Ausführung —, denn eine Tour endet erst mit der sicheren Heimkehr aller Teilnehmer. Es ist nichts falsch daran, in einer Situation, die aufgrund subjektiver oder objektiver Umstände unsicher ist, umzukehren und ins Tal zurückzukehren oder von vornherein ein anderes Ziel zu wählen, das unter den gegebenen Bedingungen geeigneter und sicherer ist.“

„Sehr wichtig ist, dass wir unsere Ausrüstung gut kennen, dass sie einwandfrei ist und wir sie korrekt zu benutzen wissen, wobei wir sie je nach Tour auswählen, denn für unterschiedlich anspruchsvolle Touren benötigen wir angepasste Ausrüstung. Besondere Sorgfalt gilt der Vorbereitung der Ausrüstung für das Hochgebirge. Bei Verwendung von Steigeisen halten wir den Eispickel in der Hand und keine Wanderstöcke, Handschuhe sind obligatorisch, auf dem Kopf ein Helm. Für den Besuch des Hochgebirges benötigen wir auch das Lawinen-Trio, also Lawinenverschüttetensuchgerät, Sonde und Schaufel — vielleicht sogar das Quartett, das Trio zusammen mit dem Lawinenairbag-Rucksack —, das bei der Suche nach möglicherweise Verschütteten in einer Lawine hilft,“ betont der Vorsitzende des Bergsteigervereins Kamnik und Alpinismus-Instruktor Marko Petek.

Neben der technischen Ausrüstung für das Gehen in den Bergen im Winter benötigen wir die gesamte Ausrüstung wie für die Berge unter sommerlichen, trockenen Bedingungen, zusätzlich gute winterliche Bergschuhe, hochwertige Kleidung, die vor Wind, Kälte und Feuchtigkeit schützt. Schutz vor starker Sonne ist erforderlich, wir dürfen Ersatzkleidung sowie mehr warme Flüssigkeit und Essen im Rucksack nicht vergessen, zu dem auch Karte, Stirnlampe und Telefon mit vollen Akkus, Erste-Hilfe-Set sowie Alufolie oder ein großer Sack zum Schutz vor Unterkühlung gehören.

Marko Petek warnt vor der zunehmend häufigen unsachgemäßen Verwendung sogenannter Mini-Steigeisen oder Ketten, die zwar ein gutes Hilfsmittel für sichereren Tritt auf flacherem Gelände sind, z. B. auf Forstwegen und Hochebenen, wo keine größere Rutschgefahr besteht und sie verhindern, dass man auf flachem oder vereistem Untergrund stürzt. Geht man jedoch mit Mini-Steigeisen auf steilere Hänge, besteht die Gefahr, dass sie sich von den Schuhen lösen, da sie nur mit Gummi befestigt sind. Auch hat man keinen vollständigen Bodenkontakt, wodurch durch die Neigung die Rutschgefahr und das Risiko von Verletzungen oder sogar Tod steigt. Für steileres Gelände sind daher nur geeignete Steigeisen die richtige Wahl, die fest auf geeigneten Winterschuhen montiert werden. Wichtig ist auch die Entscheidung, wann es Zeit ist, Steigeisen anzulegen und die Stöcke durch den Eispickel zu ersetzen. Das muss an sicherer Stelle geschehen, bevor man Eispickel und Steigeisen wirklich braucht.

Verschneite Berge locken immer mehr Besucher an, von Wanderern und Spaziergängern bis zu Alpinisten und Skitourengehern, die sich der Bedeutung guter Tourvorbereitung bewusst sein müssen, betont der Vizepräsident des PZS und Bergführer Miha Habjan: „Mit guter Vorbereitung können wir uns bedachtsam einer Tour widmen und umfassend die verschiedenen Faktoren prüfen, die zu einer sichereren Ausführung beitragen. Das sind angemessene psychophysische Fitness, ausreichende Qualifikation und Erfahrung der Tourteilnehmer. Dazu die Vorbereitung geeigneter Ausrüstung, Prüfung von Verhältnissen und Wetter, Studium von Führerliteratur und Internet, wobei die Zuverlässigkeit der Quellen zu berücksichtigen ist. Dazu gehören geplante Zeitpläne, Taktik der Tour, geplante Ausführung, Prüfung potenzieller Gefahren und Logistik sowie alles andere, was die sicherere Ausführung der Tour beeinflusst.“

Winterliche Bergbesuche sind geprägt von niedrigeren Temperaturen, kürzeren Tagen, sehr unterschiedlichen Schneeverhältnissen, verdeckten Markierungen bzw. Orientierungsproblemen, komplexerer Entscheidungsfindung aufgrund der Veränderlichkeit von Schnee- und Eisverhältnissen, Lawinen(un)sicherheit, häufig starkem Wind und Nebel, geschlossenen Hütten im Hochgebirge sowie längeren Zustiegen wegen gesperrter Straßen und erschwertem Fortkommen im Schnee.

„Die größere Komplexität der Touren erfordert bessere psychophysische Vorbereitung der Teilnehmer, angemessene Qualifikation und mehr Erfahrung, die eine Weiterentwicklung des sommerlichen Bergbesuchs darstellen; winterliche Aktivitäten in den Bergen sind keinesfalls sommerliches Wandern mit Steigeisen, Eispickel und mehr Kleidung. Der sommerliche Teil ist Voraussetzung; für den winterlichen muss enorm viel in Ausbildung, Lernen und schrittweises Sammeln von Kilometern investiert werden und erfordert deutlich mehr zusätzliche Zeit und Energie. Im Winter sind die Berge viel unberechenbarer als im Sommer, daher müssen wir winterliche Touren bedachter planen und bei der Ausführung vorsichtiger sein, um ausreichende Sicherheit für uns und alle anderen Teilnehmer zu gewährleisten. Dies gilt erst recht für das Hochgebirge,“ fügt Miha Habjan auf Basis reicher Führungserfahrung hinzu.

Beim winterlichen Bergbesuch ist das schrittweise Sammeln von Erfahrungen sehr wichtig, deren Schatz auch die 300 Vereine sind, die im Rahmen des Alpenvereins Slowenien tätig sind und praktisch in jeder slowenischen Ortschaft vertreten sind, wobei ihr Programm unterschiedlich ist. „Die am weitesten verbreitete Form zum schrittweisen Sammeln von Erfahrung und Wissen ist die regelmäßige Teilnahme an organisierten Touren unter Leitung von PZS-Führern. Manche Vereine organisieren kurze einführende Winterkurse, die zwar nicht für selbstständiges Gehen in den Bergen qualifizieren, aber eine grundlegende Vorstellung von Ausrüstung und Verhältnissen beim winterlichen Hügelbesuch bieten. Für Einzelpersonen, die fortgeschritteneres Wissen für anspruchsvollere Bewegung und Klettern in den Bergen im Winter und Sommer wünschen, organisieren Vereine und Alpinsektionen Alpinismusschulen,“ stellte der Generalsekretär des PZS Damjan Omerzu vor.

Omerzu beleuchtete auch die Vorteile der Mitgliedschaft in einem Bergsteigerverein, die neben der Möglichkeit der Teilnahme an Ausbildungen und geführten Touren eine angepasste Mitglieder-Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung und Rettungsversicherung in ausländischen Bergen, Ermäßigungen in Hütten in Slowenien und im Ausland sowie die Gesellschaft von Menschen mit gleichen Freizeitaktivitäten bietet, mit denen man gemeinsam Bergziele planen und verfolgen kann.
         
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