Bergfilmfest mit 35 Filmen und 8 Vorträgen
8.02.2024
Das Bergfilm-Festival feiert die Volljährigkeit im großen Stil! Vom 12. bis 17. Februar in Ljubljana, Domžale, Radovljica und Celje erfreut es Liebhaber von Alpinismus, Klettern, Bergnatur, Kultur und Abenteuer mit 35 Bergfilmen, drei davon feiern Premiere auf dem Festival: Viharnik z roba, Tam, kjer tečejo kozorogi und Himalajska bojevnika. Legendäre Geschichten erwachen in Vorträgen zu Leben durch Alpinisten Krzystof Wielicki und Leszek Cichy, Mikhail Fomin, Edu Marin, Matteo Della Bordella und Rado Fabjan, Sportkletterin Mina Markovič, Fotograf und Regisseur Rožle Bregar, Forscher der Bergsteigergeschichte Dušan Škodič sowie auf der Fotografenausstellung auch Festivaldirektor Silvo Karo.
Das 18. Bergfilm-Festival bringt erneut die neuesten weltweiten und heimischen Bergfilmproduktionen sowie ein so reichhaltiges Begleitprogramm wie nie zuvor. Im Cankarjev dom in Ljubljana, Mestni kino Domžale, Linhartova dvorana in Radovljica und Kino Metropol in Celje werden 35 Filme aus 14 Ländern gezeigt – acht alpinistische sowie je neun in den Kategorien Klettern, Bergnatur und Kultur sowie Berge, Sport und Abenteuer.
Das Festival eröffnet am 12. Februar in Ljubljana mit dem slowenischen Dokumentarspielfilm Viharnik z roba von Igor Vrtačnik, 100 Jahre Skalašev, einem echten Zeitdokument, der Geschichte des Turistiški klub Skala und seiner Hauptakteure: Klement Jug, Jože Čop, Pavla Jesih und anderen. Neben Vrtačniks Film, der auch in Radovljica gezeigt wird, erleben auf dem Festival Premiere auch die slowenische Filmgeschichte der Bergläufer beim Julian Alps Trail Run Tam, kjer tečejo kozorogi von Aliash Tepina sowie der Dokumentarfilm Himalajska bojevnika des bosnischen Regisseurs Zehrudin Isaković über die 50-jährige Freundschaft der Alpinisten Stipe Božić und Viki Grošelj.
Die Ernte slowenischer Filme, deren sieben auf dem Festival, ergänzen Kurztrickfilm Divji petelin: Skrivnostno življenje v letu in četrt von Jernej Myint, Dokumentarfilm des LIFE Lynx-Projekts Skupaj za rise von Gregor Šubic und Timotej Vrtnik, Kurzfilm Na, v in pod Savo von Rožle Bregar, Film über den Radaufstieg von Nika und Andreja auf den Kilimanjaro Tiha moč von Peter Vrčkovnik sowie Kurzfilm über den leidenschaftlichen Snowboarder D A NN O Č von Mitja Legat.
Im Mittelpunkt steht heuer die Kultroute Eternal Flame am Karakorum-Turm Nameless Trango Tower in Pakistan – zweimal im Film und einmal im Vortrag. Der Schweizer Film Večna lenoba ist ein atemberaubendes Kletter- und BASE-Sprung-Abenteuer, im amerikanischen Film Goreči plamen verfolgen wir das Free Climbing der über 1000 Meter langen Route, worüber auch der spanische Alpinist Edu Marin im Vortrag sprechen wird. Der italienische Berg- und Wasserforscher Matteo Della Bordella ist einer der Protagonisten des schweizerischen Spielfilms Pajek v Patagoniji, der die Geschichte der Eroberung patagonischer Berge skizziert.
Aktuelle gesellschaftspolitische Verhältnisse im Nahen Osten berührt der amerikanische Film Plezanje kot upor, dass die Natur noch immer stärker als der Mensch ist, erinnert der Schweizer Film Tragedija na Haute Route an das Skitourendrama von 2018. Dass mit starkem Willen Berge bewegt werden können, vermitteln die amerikanischen Filme Transcendenca über den Top-Paraplegic-Kletterer Adrien Costi und Zvočna pokrajina über den blinden Abenteurer Erik Weihenmayer.
Neben alpinistischen, Kletter- und Sportfilmen zeigt das diesjährige Festival auch eine Handvoll außergewöhnlicher ethnografischer Dokumentarfilme – den polnischen Film Sanje strica Vakha, den italienischen Darovi čakanja und den spanischen Gora spominov. Slowenen von der Bloška planota spielen eine sichtbare Rolle im schwedischen Historienfilm Lebdenje na snegu, der Geschichte der Skierherstellung und ihrer Rollen in verschiedenen Kulturen. Höhlenerkunder lockt der malerische französische Film Raziskovalci podzemlja, die Farbigkeit nomadischer Mongolei präsentiert der französische Spielfilm Mongolija: Dolina medvedov.
Die Filme bewertet eine internationale Fachjury: ehemalige Macherin der Sendung Gore in ljudje und Naturschützerin Marjeta Keršič Svetel, Alpinist und Bergführer Tomaž Jakofčič sowie deutscher Journalist, Bergpublizist und Filmemacher Tom Dauer.
Das Begleitprogramm serviert eine Fülle spannender Gäste, mehr als in achtzehn Jahren, mit Vorträgen, Gesprächen, Ausstellung und neuester Bergliteratur. Zum Jahrestag des ersten Winteraufstiegs auf den Everest wecken polnische Alpinismus-Riesen Krzystof Wielicki und Leszek Cichy Erinnerungen an den historischen 17. Februar 1980. Seinen Alpinismusweg skizziert der in Slowenien lebende ukrainische Alpinist Mikhail Fomin, Empfänger zweier goldener Eispickel – für neue Route am Talung im Kangchenjunga-Massiv und Aufstieg am Südostgrat der Annapurna III. Der spanische Alpinist Edu Marin stellt den zweiten Free-Aufstieg in die Kultroute Eternal Flame im Karakorum vor, den er mit Bruder und Vater gelang, der junge Italiener Matteo Della Bordella, Protagonist des Films Pajek v Patagoniji, spricht über minimalistische Kajak-Expeditionen nach Grönland, Herausforderungen am Bagirathi IV und seine liebsten Bergen – Patagonien.
Einst erfolgreichste slowenische Sportkletterin Mina Markovič verbindet nach Ende ihrer fast 20-jährigen Top-Wettkampfkarriere ihre Liebe und Profession – Fels und Sportpsychologie. Dušan Škodič, Autor des Buches Triglav je naš, beleuchtet auf Basis unerwartet gefundener Archive aufregend neu die Anfänge des organisierten Bergsteigens und Alpinismus in Slowenien. Mehrfach ausgezeichneter Kameramann, Fotograf und Filmregisseur Rožle Bregar fand auf Island sein zweites Zuhause, einen Winkel für Erkundungen sowie dokumentarische und kommerzielle Schöpfungen. Einer der besten Kletterer der 80er Rado Fabjan, Mitglied der berühmten Postojna-Vierergruppe, begeistert mit seiner Aufrichtigkeit, Tiefe und Schlichtheit. Im Cankarjev dom wird auch die Fotografenausstellung Silvo Karo: Od lesenega do zlatega cepina eines der Hauptakteure des goldenen Zeitalters slowenischen Alpinismus und Festivaldirektors zu sehen sein.