Die sommerliche Bergsteigersaison beginnt
9.06.2015
Die sommerliche Bergsteigersaison beginnt, PZS und GRZS gemeinsam für sichereren Bergbesuch.
Mit dem Tag slowenischer Bergsteigerfahrungen, der am Samstag, den 13. Juni, Erwachsene, Jugendliche und die jüngsten Bergsteiger sowie Tourenradfahrer mit einem ganztägigen Bergsteigerprogramm auf den Krvavec einlädt, beginnt offiziell die sommerliche Bergsteigersaison, die bis zum 15. September dauert und die meisten Bergsteiger in die Berge lockt. Der Alpenverein Slowenien (PZS) und der Bergrettungsverband Slowenien (GRZS) stellten heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Kranj die aktuellen Verhältnisse in den Bergen und Tipps für einen sichereren Bergbesuch vor, Informationen zur Eröffnung der Hütten und zur Hubschrauberbergung in den Bergen sowie Veranstaltungen zum 120. Jubiläum des Aljaž-Turms im August.
Der Alpenverein Slowenien feiert seit mehr als 30 Jahren den Tag der slowenischen Bergsteiger, und im vierten Jahr wird unter dem Dach des Tags slowenischer Bergsteigerfahrungen das Programm mit einem kostenlosen ganztägigen Event für Besucher aller Generationen angereichert. Der Tag slowenischer Bergsteigerfahrungen 2015 am Samstag, den 13. Juni 2015, auf dem Krvavec wird gemeinsam mit Partnern von PZS, dem Bergsteigerverein Kranj und RTC Krvavec organisiert. Erlebnisse für junge Bergsteiger umfassen Orientierungswanderung für die Kleinsten, soziale und kreative Workshops sowie Klettern an der Kletterwand, Bergretter demonstrieren Rettung von der Sessellift, Erwachsene können zwischen mehreren geführten Touren unterschiedlicher Schwierigkeit wählen: Bergsteigertouren durchs Tihe-Tal, zum Vrh Korena und rund um Krvavec begleitet von Biologen sowie Radtouren: Aufstieg auf Krvavec, Rundtour um Krvavec und Abfahrt ins Tal auf der Straße oder anspruchsvollem Radweg. Der feierliche Umzug der Fahnenführer leitet die Festveranstaltung ein, eine Ausstellung zum 120. Jubiläum des Planinski vestnik, der ältesten noch erscheinenden Bergsteigerzeitschrift, ist zu sehen, abends kommt dann das Open-Air-Kino mit Projektion der slowenischen Filme Sfinga und Aljažev stolp – Ta pleh ima dušo! zum Leben. „Neben dem regulären Programm sind diesjährige Neuheit und Mehrwert des Events auf dem Krvavec Stände, auf denen neben dem PZS-Bergsteiger-Verlag, Planinski vestnik und lokalen Bergsteigervereinen mit Bergsteigerausrüstung und Beratung zu deren Nutzung auch unsere Partner Alpina, Intersport und Marmot präsent sind, damit Besucher Infos aus erster Hand bekommen. Radio Val 202 überträgt von 10 bis 13 Uhr live vom Krvavec und informiert Zuhörer über verschiedene Bergsteigerinhalte“, betonte PZS-Generalsekretär Matej Planko. Das vollständige Programm des Events auf dem Krvavec ist im Flyer auf der PZS-Website veröffentlicht.
„Im Hochgebirge gibt es in bestimmten Bereichen noch Schnee, der eine Gefahr darstellt, wenn ein Bergsteigerweg darüber führt. Für sicheres Überqueren eines Schneefeldes ist Winterausrüstung erforderlich, also Eispickel und Steigeisen, dazu Handschuhe und Helm“, sagte PZS-Fachmitarbeiter und GRZS-Instruktor Matjaž Šerkezi zu den aktuellen Verhältnissen in der Bergwelt. Er stellte vor, welche Ausrüstung für den Besuch solcher Gebiete nötig ist, und warnte vor den häufigsten Fehlern und Gefahren, auf die man beim Aufbruch in die Berge achten muss: „In unseren Bergen gibt es immer noch die meisten Unfälle und Verletzungen durch Abrutschen aufgrund ungeeigneten Schuhwerks und Überschätzung der eigenen Fähigkeiten. Immer öfter gehen Menschen spontan und blindlings in die Berge, ohne umfassende Vorbereitung, die passende Ausrüstung und deren Kenntnis, psychophysische Fitness, Beobachtung des Wetters sowie Daten zur Hüttenöffnung und Zustand der Wege umfasst.“
Zu den Pflichtausrüstungsgegenständen, die in jeden Rucksack eines Bergbesuchers gehören unabhängig von der Tourart, zählen Alufolie oder große schwarze Mülltüte und Biwaksack, persönlicher Erste-Hilfe-Set, Stirnlampe und Ersatzbatterien, Mobiltelefon mit voller Batterie, Notizblock und Bleistift, Kerze und Streichhölzer in wasserdichter Tüte sowie Eisenration (Nahrung mit hohem Energiegehalt und langer Haltbarkeit, leicht und geringem Volumen). Bergsteiger sollen auch warme Kleidung sowie Mütze und Handschuhe mitnehmen; im Bergbereich wechselt das Wetter sehr schnell, sehr niedrige Temperaturen und Schnee im Sommer in den Bergen sind nichts Ungewöhnliches, und die meisten Unterkühlungen passieren gerade im Sommer. Auf schwierigen und sehr schwierigen Bergsteigerwegen sollen sie ein Selbstsicherungssystem mit Klettergurt und Helm verwenden; wichtig ist, dass sie die Ausrüstung beherrschen. Im Sommerbergsteigerzeitraum ist Sonnenschutz mit Creme und Sonnenbrille besonders wichtig. Bergbesucher sollen auch Kopfbedeckung nutzen und bei Wanderungen ausreichend alkoholfreie Flüssigkeit mitnehmen. Bergsteiger sollen früh genug aufbrechen, um sommerliche Hitze und Nachmittagsgewittern zu vermeiden. Vor der Tour soll jeder Bergbesucher seine psychophysische Fitness und Eignung des Weges prüfen, für geeignete Kleidung gegen Wind, Kälte und Niederschlag sorgen und Wettervorhersage sowie Hüttenöffnung kontrollieren. Wichtig ist auch eine Versicherung für Bergsteigtätigkeit. In Slowenien übernehmen ZZZS und Staat die hohen Rettungskosten, bei Fahrlässigkeit der Einzelne selbst. Im Ausland gilt das nicht, jeder muss selbst sorgen. Rettungskosten belaufen sich meist auf 3- bis 9000 Euro. Die Mitgliedschaft in einer Bergsteigerorganisation schließt bereits Versicherung für Rettungskosten im Ausland ein, nur die passende Art der Beitragszahlung ist zu wählen. Immer im Sinn behalten: Auf dem Gipfel ist man erst auf der Hälfte des Weges – Ziel ist sicher heimzukommen. Mehr im Zusatzmaterial Wie sicherer in die Berge – Tipps für sichereren Bergweltbesuch.
„Von 178 Hütten, Schutzhütten und Biwaks sind heute schon 159 geöffnet, die restlichen Hütten bis Ende Juni. Das kommende Wochenende, 13. und 14. Juni, öffnen in den Julischen Alpen Dom dr. Klementa Juga in Lepena, Gomiščkovo zavetišče na Krnu, Koča na planini Kuhinja, Koča pri Triglavskih jezerih und Planinska koča Merjasec na Voglu sowie Kocbekov dom na Korošici in den Kamnik-Savinja-Alpen, wo einige Hütten bisher nur am Wochenende geöffnet waren, ab 13. Juni aber durchgehend“, informierte PZS-Fachmitarbeiter Dušan Prašnikar die Journalisten zur aktuellen Hüttenöffnung. Danach öffnen weitere Hütten: 17. Juni Koča pod Bogatinom, 19. Juni Poštarski dom na Vršiču, 20. Juni Pogačnikov dom na Kriških podih und Zasavska koča na Prehodavcih, 24. Juni Dom Planika pod Triglavom, Dom Valentina Staniča pod Triglavom, Koča na Doliču und Zavetišče pod Špičkom sowie 25. Juni Koča na Mangrtskem sedlu. Von den beliebteren Hütten sind schon geöffnet Triglavski dom na Kredarici, Vodnikov dom na Velem polju, Tičarjev dom und Erjavčeva koča na Vršiču, Planinski dom pri Krnskih jezerih und Dom na Komni. Wegen Ausfall der Gondel auf Kanin bleibt Dom Petra Skalarja na Kaninu geschlossen. Aktuelle Daten zur Hüttenöffnung können Bergsteiger auf der PZS-Website www.pzs.si/koce.php prüfen. Prašnikar empfahl auch Reservierung von Übernachtungen in Hütten und warnte, dass Bergsteiger, die nicht kommen, das Personal rechtzeitig informieren sollen. Der Alpenverein empfiehlt, für Übernachtungen in Hütten eigene Bettwäsche mitzubringen.
Robert Kralj, Leiter der Bergstaffel der Polizei und Stellvertreter des Leiters der Fliegerstaffel der Polizei, stellte das informative Präventivheft Wie verhalten wir uns bei Bergunfall oder Rettungseinsatz vor, Ergebnis der Zusammenarbeit von Alpenverein Slowenien und Bergrettungsverband Slowenien sowie ihrem gemeinsamen Ausschuss Berge und Sicherheit, das Grundanweisungen enthält, wie bei Unfall zu handeln ist und wie man Unfälle vermeidet. „Die Hauptsaison naht und damit der regelmäßige Hubschrauberdienst der Bergretter, Ärzte und Polizisten auf Brnik, der im Juni und September freitags bis sonntags, im Juli und August täglich stattfindet“, sagte Kralj und beschrieb das richtige Verhalten von Bergsteigern bei Ankunft eines Hubschraubers zur Rettung, wobei Wichtigstes ist, Verletzten nie allein zu lassen, sich und Verletzten vor Rotorwind und fallenden Steinen zu schützen und Anweisungen der Retter zu befolgen. „Bei Unfall immer 112 rufen und nirgendwo sonst – nicht Familie, Freunde oder andere, da dies die Reaktionszeit der Bergretter verkürzt“, warnte er noch. Mehr zum Hubschrauberrettungsdienst hier.
Schon im ersten Dienstwochenende auf Brnik, 6. und 7. Juni, griff das Bereitschaftsteam fünfmal ein, sagte GRZS-Präsident Igor Potočnik und stellte Statistiken der diesjährigen Einsätze vor: „Der Bergrettungsverband greift jährlich über 350 Mal in den Bergen ein, davon über 170 Hubschrauberbergungen. Bisher 94 Einsätze, davon 17 Suchen und 77 Rettungsaktionen, mit 920 Bergrettern, die über 4000 Stunden leisteten, die Saison beginnt erst.“
Dieses Sommer feiert der Aljaž-Turm 120 Jahre, nationales Kulturdenkmal und unersetzliches Symbol slowenischer Identität und Sloweniens, über dessen Eröffnung 1895 schon der Planinski vestnik, die älteste noch erscheinende slowenische Zeitschrift, schrieb, die Bergsteiger ebenfalls 120 Jahre begleitet. „Wir wissen, dass der Aljaž-Turm eines der wichtigsten Symbole ist, das uns Slowenen am meisten verbindet“, hob PZS-Vizepräsident Miro Eržen hervor und stellte Aktivitäten des Alpenvereins Slowenien zum Jubiläum vor. Am Tag des 120. Jahrestags der Errichtung des Aljaž-Turms auf dem Triglavgipfel, 7. August 2015, vormittags symbolische Feier am Aljaž-Turm und nachmittags Hauptfeier beim Slowenischen Bergsteigermuseum in Mojstrana, inklusive Eröffnung der Ausstellungen Aljažev stolp – Ta pleh ima dušo! und Teile der Malerkolonie Vrata 2015, davor Messe in Dovje.