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Neuigkeiten / Energetischer Park Peca

Energetischer Park Peca

21.04.2011
Stellungnahme des Alpenvereins Slowenien



Zum morgigen Welt-Erdetag äußert der Alpenverein Slowenien in Sorge um den Schutz und die Erhaltung der natürlichen Umwelt seine Position zur geplanten Errichtung von Windkraftanlagen im sogenannten Energiefark Peca.



Nach den bisher bekannten und zugänglichen Daten ist auf der österreichischen Seite der Peca der Bau des sogenannten Energiefarks Peca vorgesehen. Investor und Initiator ist die österreichische Firma Alpswind. Auf dem Gipfelgrat der Peca in 2.000 Metern Höhe sind sechs Windkraftanlagen – Windräder auf hohen Masten – geplant.



Der Investor Alpswind begründet den Bau der Anlagen mit Versprechungen, dass sie den Strombedarf für 13.000 Haushalte auf der österreichischen Seite der Peca sowie für die Skilifte auf der Peca decken werden. Der Investor genießt Unterstützung durch die Landespolitik, und der Bau des Energiefarks wird auch von den Gemeinden und Bürgermeistern (!) auf der österreichischen Seite unterstützt. Da diese Gemeinden bereits ausreichend mit Strom aus der bestehenden Kette von HE (Kelag-System) an der Drau versorgt sind, ist die Begründung des Investors irreführend. Offenbar handelt es sich um eine Vertuschung des Hauptzwecks, nämlich des Wunsches nach kommerzieller Ausbeutung auf Kosten grober Eingriffe in die höchsten Berge unabhängig von den schädlichen, sogar irreversiblen Folgen.



Es ist uns nicht bekannt, ob der Investor bereits eine Umweltverträglichkeitsprüfung eingeholt hat, die in solchen Fällen auch im österreichischen Recht vorgeschrieben ist.



Die slowenische Seite der Peca ist in das Natura-2000-Gebiet eingebunden, in das europäische Netz spezieller Schutzgebiete, die von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union zur Erhaltung der biologischen Vielfalt festgelegt wurden.



Die Peca ist das wichtigste Reservengebiet für Trinkwasser zur Versorgung zahlreicher Siedlungen auf slowenischer und österreichischer Seite. Aus dem Werbematerial geht hervor, dass die Windkraftanlagen mitten in diesem strategisch sensiblen Wassergebiet vorgesehen sind. Große Baumaßnahmen, bedingt auch durch neue Zufahrtsstraßen, und der regelmäßige Betrieb der Windkraftanlagen würden eine ständige Bedrohung und Gefahr der Verursachung irreversiblen ökologischen Schadens für die Wasserfassungen unter der Peca darstellen (ständige Gefahr unvorhersehbarer und unkontrollierter Auslässe verschiedener gefährlicher Flüssigkeiten). Die Gemeinden auf der österreichischen Seite haben in ihrer Unterstützung für den Energiefark auf der Peca wohl das Dilemma übersehen: Windkraftanlagen für die Interessen anderer oder Trinkwasserversorgung, die immer wertvoller und unersetzlich werden wird. Wir halten beides auf der Peca und darunter für unvereinbar.



Obwohl der Bau des Energiefarks nur auf der österreichischen Seite des Gipfelgrats der Peca vorgesehen ist, würde sein Betrieb auch die Verhältnisse auf der slowenischen Seite schädlich beeinflussen. Daher lehnt der Alpenverein Slowenien diesen Bau entschieden ab. Wir vertreten die Position, dass mindestens die Gipfel unserer höchsten Berge, in diesem Fall die Peca, vor technologischen und baulichen Eingriffen geschützt und in ihrer Ursprünglichkeit erhalten werden sollten.





Janez Bizjak, Bojan Rotovnik,

Leiter der Kommission für den Schutz der Bergnatur PZS Präsident PZS
         
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