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Neuigkeiten / Erstbesteigung Slowenische Direktkletterung von Stražar und Marčič

Erstbesteigung Slowenische Direktkletterung von Stražar und Marčič

4.11.2021
Erstbesteigung Slowenische Direktkletterung von Stražar und Marčič im Himalaya.

Die slowenischen Alpinisten Luka Stražar und Nejc Marčič haben aus Kathmandu gemeldet, dass sie auf ihrer Expedition im Rolwaling zwischen dem 28. und 30. Oktober 2021 eine 1700-Meter-Route in der Nordwestwand des Tsoboja (6680 m) erfolgreich bezwungen haben. Die Erstbesteigungsrunde ist eine echte Kombination aus technischer Schwierigkeit und Klettern in großer Höhe, Wind und Kälte machten die Erfahrung zu einer echten Himalaya-Erfahrung. Auf derselben Expedition versuchten auch Marko Prezelj und Matija Volontar die Westwand des himalayischen Sechstausenders, doch starker Wind kreuzte ihre Pläne.



Luka Stražar (Akademski AO) und Nejc Marčič (AO PD Radovljica) kletterten vom 28. bis 30. Oktober 2021 eine neue Route in der Nordwestwand des Tsoboja (6680 m), die sie Slowenische Direkt nannten und mit ED (höchster Grad der französischen Sechs-Stufen-Skala), M5, AI5 bewerteten. Die 1700-Meter-Route zeichnet sich durch anspruchsvolles und exponiertes Klettern im zentralen Teil aus, trotz steilem Gelände fanden sie zwei ausgezeichnete Biwakplätze. Der Aufstieg wurde von niedrigen Temperaturen und starkem Wind mit Schneebrettlawinen geprägt. Um Verwechslungen aufgrund der geringen Höhenunterschiede zu vermeiden, stiegen sie zum zentralen und östlichen Gipfel der Berges auf. Sie seilten über die Westseite ab und erreichten das Basislager gerade am Vorabend der Abreise.


Erstbesteigungsrunde
Slowenische Direkt, Nordwestwand Tsoboja (6680 m): ED, M5, AI 5, 1700 m
Luka Stražar und Nejc Marčič, 28.-30. Oktober 2021



"Am ersten Tag hat uns dünnes sprödes Eis einige Probleme bereitet. Einen Seillänge mussten wir sogar abseilen, nachdem wir feststellten, dass wir keinen Übergang über die steilen vereisten Platten finden würden. Das Biwak des ersten Tages mussten wir daher etwas tiefer suchen als gehofft. Aber mit dem Standort hatten wir extremes Glück, da wir in sehr steilem Gelände genug Platz für eine relativ bequeme Nacht fanden. Der zentrale Teil war technisch am anspruchsvollsten mit mehreren wirklich spannungsgeladenen Seillängen. Im oberen Teil mussten wir in sonst leichterem Gelände unsere Route dem ständigen starken Wind anpassen. Das zweite Biwak richteten wir in einer Gletscherspalte ein. Die Taktik, kein Zelt mitzunehmen, hat sich gelohnt. Auf dem Gipfelgrat hatten wir extremes Glück, dass die Nordseite des Berges etwas windgeschützt war, sonst wüsste ich nicht, ob wir bis zum Gipfel 'durchgedrückt' hätten," meldete Stražar aus Kathmandu, Leiter der alpinistischen Expedition Rolwaling 2021, die auch von der Planinska zveza Slovenije kofinanziert wurde.



Auf den markanten Sechstausender Tsoboja im abgelegenen Himalaya-Gebiet Rolwaling gelang 1972 erstmals eine deutsche alpinistische Expedition den Aufstieg, die slowenischen Alpinisten führten jedoch den ersten Aufstieg über die Nordwestwand durch. "Ich bin sehr zufrieden, dass ich mich nach der Krankheit zu Beginn erholt habe und mit Luka kurz vor Expeditionsende eine hervorragende Route geklettert bin. Natürlich gab es bei der Krankheit auch schwere Momente, aber ich war für die Expedition selbst sehr motiviert, was half, die Schwierigkeiten zu überwinden. Bis zur letzten Akklimatisation habe ich mich irgendwie erholt und dort zum ersten Mal unser Ziel, die Nordwestwand, gesehen. Das hat mir viel neue Kraft gegeben. Der Haupt Eindruck war der steile zentrale Teil der Route mit wirklich spannendem Klettern," fasste Nejc Marčič seine Eindrücke zusammen, der bei Ankunft im Basislager Anfang Oktober erkrankte und die ersten sieben Tage mit hohem Fieber und Angina-Symptomen im Bett verbrachte.



"Bei den anfänglichen Rückschlägen war es entscheidend, Geduld zu bewahren und zu glauben, dass Nejc sich erholt. Zur Beruhigung war der Gedanke, dass bei allen Sportereignissen die wichtigen Siege am Ende kommen und nicht die Erfolge gleich zu Beginn. Beim Klettern gab es einige wirklich erstklassige Abschnitte. Eine echte Kombination aus technischer Schwierigkeit und Klettern in großer Höhe. Wind und Kälte machten die Erfahrung zu einer echten Himalaya-Erfahrung," fasste Stražar die Expedition zusammen. Seiner Meinung nach war entscheidend für ihren Erfolg die gute Kenntnis des Kletterpartners und nun auch schon eine beträchtliche Menge an Erfahrung mit Klettern im Himalaya.

Luka Stražar und Nejc Marčič sind ein eingespieltes Alpinistenduo, das 2012 den Piolet d'Or für die Erstbesteigungsrunde Träumer der Goldenen Höhlen in der Nordostwand von K7 West (6615 m) erhielt, die sie 2011 in Pakistan geklettert haben. Stražar erhielt zusammen mit Aleš Česen und dem Briten Tom Livingstone auch den Piolet d'Or 2019 für den ersten Aufstieg auf Latok 1 von der Nordseite. Der Ljublijaner und der Radovljičaner kletterten 2012 die Erstbesteigungsrunde Blauer Racer in der damals unberührten Westwand von Janak (7009 m) im Himalaya, zusammen mit Kletterpartnern aus SMAR - slowenische Jugend-Alpinistenauswahl 2013 eine neue Route über den Ostpfeiler von Kang Ri (6200 m) im Himalaya und auf der Expedition Anapurna 2017 stiegen sie die Normalroute auf den Achttausender bis 7200 Meter auf.



Mitglieder der Expedition Rolwaling 2021, die Ende der Woche nach Slowenien zurückkehrt, waren auch Marko Prezelj (AO PD Kamnik) und Matija Volontar (AO PD Jesenice), die zwischen dem 28. und 30. Oktober einen Versuch in der windexponierten Westwand des Tsoboja unternahmen. Im Südwest-Couloir erreichten sie bei Fels- und Mischkletteren 6100 Meter Höhe. Dort überzeugten starke Windböen sie zum Rückzug. Ihr Ziel, den Couloir zu besteigen, blieb leider unerreicht.
         
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