Erstes Jahr der Slowenischen Tourenradroute
27.09.2017
Tourenradfahrer aus Nah und Fern entdecken die Slowenien seit letztem Sommer auf der Slowenischen Tourenradroute (STKP), die alle wichtigen Gebirgsgruppen umrundet und mit 1800 Kilometern Länge und 50.000 Höhenmetern Aufstieg die längste dieser Art in Europa ist. In gut einem Jahr wurden mehr als 1400 STKP-Tagebücher verkauft, und sieben Radfahrer haben sie bereits vollständig befahren; sie erhalten Abzeichen am 30. September bei der Herbsttour der Kommission für Tourenradfahren des Alpenvereins Slowenien (KTK PZS), die seit zehn Jahren Tourenradführer ausbildet und über das Zusammenleben beim Sport in der Natur aufklärt.
Die Slowenische Tourenradroute, die offiziell am 18. Juni letzten Jahres auf den Golte zum Tag slowenischer Bergsport-Erlebnisse eröffnet wurde, ist technisch nicht besonders anspruchsvoll, da sie ein breites Spektrum von Radfahrern anspricht, aber stellenweise anstrengend, teilweise muss das Rad geschoben werden, jedoch nirgends getragen. Sie verläuft auf verkehrsarmen Nebenstraßen, Feldwegen, Waldwegen und Pfaden; in der empfohlenen Richtung ist sie für gut vorbereitete Radfahrer fast vollständig befahrbar. Sie misst rund 1800 Kilometer, überwindet 50.000 Höhenmeter Aufstieg, ist in 41 Tagesetappen unterteilt, besucht 52 Hütten und zahlreiche wichtige Punkte der slowenischen Berg-, Volkskunde- und Technikgeschichte. Sie hat 111 Kontrollpunkte, an denen Radfahrer ihren Besuch mit Stempelabdrücken im Tagebuch der Slowenischen Tourenradroute nachweisen. Die Rundroute ist ein klares Beispiel für Beitrag zur nachhaltigen Mobilität, eines der größten Projekte im Radfahren in Slowenien und die längste dieser Art in Europa, zugleich webt sie ein weites Netz von Verbindungen zwischen Bergsteigervereinen, lokalen Gemeinschaften und anderen Organisationen im Bereich Bergsport, Tourismus und Gastgewerbe.
„In gut einem Jahr seit der Eröffnung der Slowenischen Tourenradroute, auf der sich Radfahrer primär mit GPS-Tracks aus dem Online-Führer orientieren, haben wir etwa ein Fünftel der Route markiert und 15 Prozent mit Wegweisern ausgestattet; die Kennzeichnung des Trassiers mit Markierungen und Tafeln ist noch voll im Gange. Am meisten freut uns, dass Radfahrer aus ganz Slowenien und dem Ausland die Route sehr gut aufgenommen haben, zu urteilen nach Reaktionen live, auf Foren und per E-Mail. Auf dem Forum des Online-Führers gibt es auch einige kritische Bemerkungen, vor allem zu gestohlenen Stempeln und geschlossenen Hütten werktags. Die Trasse ist abgestimmt mit dem Waldinstitut Slowenien und dem Institut der Republik Slowenien für Naturschutz; Genehmigungen von Grundbesitzern sind schwer zu bekommen, Gemeinden reagieren schlecht, aber bei Sponsoring für die Finanzierung der Kennzeichnung sind wir recht erfolgreich, dafür Dank an die Stiftung für Sport, die Adriatic Slovenica Versicherung, die Gemeinde Kranjska Gora und das Tourismusinstitut Maribor - Pohorje,“ zog Jože Rovan, geistiger Vater der STKP und Leiter der Kommission für Tourenradfahren PZS, einen Strich unter das erste Jahr.
Obwohl die STKP zeitlich nicht begrenzt ist und ihre Schöpfer Erlebnisse auf der Route in den Vordergrund stellen, ohne Wettbewerb zu fördern, haben bereits sieben Radfahrer die Route im ersten Jahr vollständig befahren, und das Interesse ist außergewöhnlich, da in einem Jahr bereits über 1400 Tagebücher verkauft wurden. Gut zwei Monate nach der offiziellen Eröffnung begrüßte die STKP bereits das erste Trio, das sie durchfahren hat. Marko Vidmar besuchte als Erster nach separaten Etappen alle Kontrollpunkte, Pia Peršič und Andrej Martinčič, die ihre Erlebnisse, Eindrücke und Fotos prompt auf der Facebook-Seite S kolesom NaTuro – po Slovenski turnokolesarski poti teilten, fuhren sie als Erste in einem Rutsch durch: „Angesichts dessen, dass wir beide die Slowenische Bergsportroute gewandert sind, haben wir Slowenien schon ähnlich erlebt, auch über verschiedene Rundwege, Verbindungswege und Wanderungen, doch die Slowenische Tourenradroute ist eine neue Perspektive der Entdeckung, Slowenien aus anderem Blickwinkel. Wir waren wieder sehr begeistert und haben erneut bestätigt, dass Slowenien riesig und sehr schön ist, wir haben auch viele neue Orte und Wege entdeckt. Insgesamt sind wir sehr begeistert von dem Gesehenen und Erlebten.“
Neben Vidmar, Peršič und Martinčič haben die STKP noch Vida Trček, Zlato Kampuš, Samo Zanoškar und Josip Gudič befahren, letzterer hat die gesamte Route auf seinem Blog Yoseep beschrieben. Die erfahrenen Berg-Radler Vida und Zlato, die kürzlich eine ähnliche Tour im Ausland fuhren, stellten in ihrem Bericht einen Vergleich mit der STKP an: „In der Welt ist wahrscheinlich eine der bekanntesten Bergwege die 4400 km lange Great Divide Mountain Bike Route, die vom kanadischen Banff an die mexikanische Grenze führt. Immer bekannter wird auch die (teilweise) Bergroute Tour Aotearoa über beide Inseln Neuseelands. Die Slowenische Tourenradroute ist im Vergleich zu beiden weltbekannten Routen zwar kürzer, vorerst unbekannt, aber mindestens ebenso anspruchsvoll und gut mit notwendigen Infrastrukturinformationen unterlegt. Wir haben uns überzeugt, dass Natur-Schönheiten im Ausland schwer mit unseren zu vergleichen sind. Zwar sind einige Abschnitte im Ausland anders (zehn Kilometer lange Sandstrände, Tropenwald, Kiwi, Elche, Grizzlys...), aber sie übertreffen nicht die unvergessliche Schönheit des Radfahrens durch die Hügel von Bovec, Koroška oder dem historischen Piran!“
„Neben der Etablierung der STKP als Basis-Tourenradroute waren die wichtigsten Aufgaben der Kommission für Tourenradfahren PZS in der Vergangenheit die Ausbildung von Tourenradführern und Aufklärung über angemessenes Zusammenleben aller Sportteilnehmer in der Natur. Wanderer und Radfahrer gewöhnen sich langsam aneinander; viele agieren sowieso in beiden Rollen, bei entsprechender Toleranz beiderseits gibt es keine Probleme,“ betonte Leiter Rovan und nannte als zukünftige Leitlinien weitere Aufklärung und Ausbildung, Förderung des Tourenradfahrens, Kennzeichnung der gesamten STKP mit Markierungen und Wegweisern, Errichtung neuer Tourenradwege und Erstellung eines Katasters, Ausweitung der Tourenradaktivität in Bergsteigervereine, Streben nach radfahrerfreundlicherer Gesetzgebung und Zusammenarbeit mit anderen Radfahrorganisationen.
Tourenradfahren – sicher und tolerant
10 Empfehlungen des Verbands der Alpenvereine des Alpenbogens (CAA)
1. Fit aufs Rad.
2. Sorgfältig planen.
3. Nur auf geeigneten Wegen fahren.
4. Rad überprüfen.
5. Alles Nötige mitnehmen.
6. Immer Helm tragen.
7. Fußgänger haben Vorrang.
8. Geschwindigkeit anpassen.
9. Nichts zurücklassen.
10. An Tiere denken.
Am kommenden Samstag, 30. September 2017, genau zum Abschluss der Europäischen Sportwoche und unter dem Dach der Aktion Slovenija planinari laden der Tourenrad-Abschnitt PD Tržič und KTK PZS zur Herbsttour KTK PZS von Grahovše zur Planina Konjščica und Dom pod Storžičem, dem ersten Tourenrad-Lernzentrum in Slowenien ein, wo die Tour mit einem Treffen aller Tourenradfahrer und Feier zum 10. Jubiläum der Kommission für Tourenradfahren PZS endet. Anlass bietet auch die Verleihung der Abzeichen an die ersten Radfahrer, die die STKP befahren haben. Partner der Veranstaltung und der STKP ist die Versicherungsgesellschaft Adriatic Slovenica. Herzlich willkommen!