Fünf slowenische Steinböcke aus ZOO Ljubljana in die Wildnis entlassen.
Fünf slowenische Steinböcke – Perun, Maja, Vesna, Živa und Zarja – haben die Gehege im Ljublijana ZOO gegen die Weite der österreichischen Hohen Tauern eingetauscht. In die Wildnis wurden 11 Steinböcke aus drei europäischen Zoos entlassen. Der ZOO Ljubljana bewertete die Freilassung als unvergessliches und emotionales Ereignis. "Eine der wichtigsten Aufgaben moderner Zoos ist die Erhaltung einer gesunden und genetisch ausreichend vielfältigen Population einzelner gefährdeter Tierarten, damit wir im Bedarfsfall Tiere im Rahmen von Naturschutzprojekten in die Wildnis zurückführen können," betonten sie.
Der ZOO Ljubljana hat sich dem internationalen Naturschutzprojekt angeschlossen und so erstmals in seiner Geschichte Nachkommen seiner Tiere in die Wildnis entlassen, mit dem Ziel, die bestehende Population der Alpensteinböcke im Gebirge Hohe Tauern zu vergrößern. Wie der ZOO Ljubljana mitteilte, wurden am 4. Juli 2024 in den österreichischen Hohen Tauern elf Alpensteinböcke aus drei europäischen Zoos in die Wildnis entlassen. Neben dem Ljublijana Zoo beteiligten sich auch der Salzburger Hellbrunn Zoo und der Stuttgarter Wilhelma Zoo mit ihren Tieren.
Der Alpensteinbock war einst in weiten Teilen der Alpen verbreitet. Durch unerbittliche Jagd hat der Mensch diese Art fast überall ausgerottet, mit einer Ausnahme: Anfang des 19. Jahrhunderts lebte im italienischen Nationalpark Gran Paradiso noch eine Restpopulation von etwa hundert Tieren – Vorfahren aller Alpensteinböcke, die heute in den Alpen leben. Dank strenger Schutzmaßnahmen und Wiedereinführungsmaßnahmen ist die charismatische einheimische Bergziege nun wieder in zahlreichen Regionen der Alpen verbreitet, einschließlich Teilen des Hohe-Tauern-Gebirges in Österreich, wie der ZOO Ljubljana erklärt.
Im Jahr 2023 wurden im Gebiet Grossarltal zehn Alpensteinböcke aus verschiedenen Zoos in die Wildnis umgesiedelt, um die Verbindung zwischen freilebenden Populationen zu fördern, die noch nicht dauerhaft verbunden sind. Dieses Projekt, das aus einer lokalen Initiative resultierte, basierte auf einer gut begründeten Machbarkeitsstudie, die die Eignung des Habitats für Steinböcke nachwies. Nach der ersten erfolgreichen Wiedereinführung im Vorjahr wandten sich die österreichischen Kollegen, auf Empfehlung der Koordinatorin des European Association of Zoos and Aquaria - EAZA, an den Zoo mit der Bitte, dass auch der ZOO Ljubljana am Projekt teilnimmt, da sie mit 28 Tieren eine der drei größten Herden Alpensteinböcke unter allen Zoos der genannten Vereinigung haben.
Fünf junge slowenische Steinböcke in die Wildnis entlassen
Für das Freilassungsprojekt stellte der ZOO Ljubljana fünf junge Steinböcke zur Verfügung, nämlich einen dreijährigen Männchen, ein zweijähriges Weibchen und drei einjährige Weibchen. Aufgrund der Bedeutung der Beteiligung an einem solchen Projekt wurden die slowenischen Alpensteinböcke symbolisch nach slawischen Gottheiten benannt – Perun, Maja, Vesna, Živa und Zarja. Die Alpensteinböcke wurden auf dieser Reise von der Fachleiterin Bojana Stranjac, der Kuratorin für Tiere Špela Štrus und dem Leiter des Veterinärdienstes Dr. Pavel Kvapil begleitet.
Wie verlief die Freilassung?
Vor der Abreise unterzogen sich die Alpensteinböcke einer detaillierten veterinärmedizinischen Untersuchung und Tests auf verschiedene Infektionskrankheiten, wie der ZOO Ljubljana zusicherte. Neben dem Attest, dass die Tiere gesund und in guter körperlicher Verfassung sind, benötigten sie für die Reise in die Wildnis auch geeignete Transportdokumente und Ohrnummern. Die Alpensteinböcke wurden am 3. Juli in Holzkäfigen mit einem Sponsoren-Van nach Österreich transportiert, und zwar nach Hüttschlag. Das Männchen Perun und das Weibchen Maja erhielten Telemetrie-Halsbänder, anhand derer sie ein Jahr lang verfolgt werden können. Am nächsten Tag wurden die Käfige mit den Alpensteinböcken zur letzten Hütte in 1483 m Höhe transportiert und von dort mit dem Hubschrauber oberhalb der Baumgrenze.
Präsident des Fachbeirats des ZOO Ljubljana, Dr. Hubert Potočnik, sagte dazu: "Im Gebiet Sloweniens soll der Steinbock in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ausgerottet worden sein, aber bis vor Kurzem hatten wir keine soliden Beweise dafür. Auf Basis archäo-zoologischer und genetischer Analysen konnte nachgewiesen werden, dass der Steinbock in Slowenien eine einheimische Art ist, die auf dem Gebiet des heutigen Sloweniens in der spätantiken und frühmittelalterlichen Periode lebte. Die wertvollen Erfahrungen, die bei der Freilassung der Steinböcke in den Hohen Tauern gewonnen wurden, können so auch den Steinböcken in der slowenischen Alpenwelt helfen, da sie aufgrund der räumlichen Fragmentierung kleiner Populationen ähnliche Umsiedlungsmaßnahmen zur Erhaltung der Art in Slowenien benötigen werden."
Die Freilassung der Alpensteinböcke in die Wildnis war für alle Beteiligten ein unvergessliches und emotionales Ereignis. Tatsächlich ist eine der wichtigsten Aufgaben moderner Zoos die Erhaltung einer gesunden und genetisch ausreichend vielfältigen Population einzelner gefährdeter Tierarten, damit wir im Bedarfsfall Tiere im Rahmen von Naturschutzprojekten in die Wildnis zurückführen können, wie der ZOO Ljubljana betonte.
Quelle:
https://www.24ur.com/novice/slovenija/pet-slovenskih-kozorogov-iz-zoo-ljubljana-izpustili-v-naravo.html